Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Dr. Peter Djalali – der Ersthelfer bei Regionalligist EHC Zweibrücken

„Ich hab’ ihm die Spur neu eingestellt“: „Hornets“-Mannschaftsarzt Peter Djalali (rechts) behandelt EHC-Stürmer Julian Weis währ
»Ich hab’ ihm die Spur neu eingestellt«: »Hornets«-Mannschaftsarzt Peter Djalali (rechts) behandelt EHC-Stürmer Julian Weis während des Heimspiels gegen den Heilbronner EC mit viel Humor am Knie.

Seit mehr als fünf Jahren ist Dr. Peter Djalali Mannschaftsarzt beim Regionalligisten EHC Zweibrücken. Seitdem betreut er die „Hornets“-Cracks bei Heim- und Auswärtsspielen – und häufig auch in der eigenen Praxis. Warum er fast nicht Arzt geworden wäre und er auf der EHC-Bank am liebsten gar nichts zu tun hat.

Eishockey ist bekanntermaßen ein körperbetonter Sport, kaum ein Spiel geht ohne Blessuren zu Ende. Gut, dass Regionalligist EHC Zweibrücken für diesen Fall den richtigen Mann hinter der Bande hat: Der 51-jährige Chirurg Dr. Peter Djalali ist seit über fünf Jahren Mannschaftsarzt der „Hornets“. Auch am Sonntag im Heimspiel gegen den SC Bietigheim-Bissingen 1b (18.30 Uhr, Ice-Arena) ist er wieder im Einsatz.

Zu seinem „Job“ auf der Zweibrücker Bank kam Djalali über den Kontakt zum EHC-Vorsitzenden Steffen Hafner. „Es macht total viel Spaß. Das sind alles tolle und motivierte Jungs. Da war nach wenigen Wochen schon das Eis gebrochen“, fand der Arzt schnell Bezug und Vertrauen zu den Spielern. „Insgesamt fühle ich mich sehr wohl im Verein. Die Jungs hinter der Mannschaft, die Trainer, die Betreuer: Das passt einfach“, freut er sich.

Sein Job sind Verstauchungen, verdrehte Knie und Schnittwunden

Vielen Zweibrückern ist Peter Djalali als Chirurg beim Medizinischen Versorgungszentrum Zweibrücken im früheren Evangelischen Krankenhaus am Himmelsberg ein Begriff. 2015 stieg er ins MVZ ein, im Jahr 2019 übernahm er es als Geschäftsführer. „Ich komme aus Kaiserslautern und habe 2002 im damaligen evangelischen Krankenhaus Zweibrücken meine Facharztausbildung begonnen. Seitdem ist Zweibrücken meine Heimat“, erklärt er. Die eigene Praxis am alten Krankenhausstandort ist ein Vorteil für verletzte und angeschlagene EHC-Spieler, eine schnelle und umfassende Behandlung ist so gesichert.

In der Eishalle erfolgt die Erstdiagnose und schnelle Behandlung. „Bei größeren Geschichten kommen die Jungs in meine Praxis, wo wir uns das dann genau ansehen“, erzählt Djalali. Bei jedem Heimspiel und vielen Auswärtsspielen ist der „Doc“ mit an Bord. „Eigentlich immer, wenn nicht gerade etwas Berufliches dazwischenkommt“, sagt er. Was sind aus seiner Sicht typische Eishockey-Verletzungen? „Verstauchungen an Becken und Hüfte, ein verdrehtes Knie und öfter mal Schnittwunden“, erklärt er. Letztere werden nach Möglichkeit vor Ort genäht, dann geht es weiter – Eishockeyspieler sind hart im Nehmen, gerade wenn es, wie jetzt bald wieder, in die Play-offs geht.

Seit jungen Jahren auch leidenschaftlicher Musiker

Und wie oft muss er bei Spielen eingreifen? „Eigentlich in fast jedem Spiel. Ich bin ja nicht nur für den EHC da, sondern verarzte auch die Gastmannschaft oder auch mal einen Zuschauer, wenn es nötig ist. Auch Schiedsrichtern hab’ ich schon geholfen“, sagt er. „Ich bin halt Arzt aus Leidenschaft. Ich freue mich, wenn ich den ,schwarzen Kittel’ mit dem ,Hornets’-Logo trage und den Menschen helfen kann. Aber am allerschönsten ist es, wenn wir drei Punkte geholt haben – und ich nicht eingreifen musste.“ Eins ist dem sympathischen Arzt wichtig: „Ich will einfach nur helfen und mich nicht wichtig nehmen. Hier war eine Lücke, und ich hoffe, die konnten wir gut füllen.“

Selbstständiger Arzt, viele Stunden auf dem Eis, bleibt da noch Zeit für andere Hobbys? „Ich bin leidenschaftlicher Musiker. Ich stand früher mehr oder weniger vor der beruflichen Frage: Werde ich Arzt oder Musiker? Ich habe mich für das Erste entschieden, aber das andere ist als Hobby ist geblieben.“ Der 51-Jährige spielt Keyboard in der Band „Random Delight“, die in seiner Heimatstadt Kaiserslautern zu Hause ist. „Die Band gibt es seit über 30 Jahren. Wir spielen Pop-Rock und treten im Schnitt einmal pro Monat auf.“ Höhepunkt ist jedes Jahr ein zweiwöchiger Aufenthalt auf der Kanaren-Insel Fuerteventura. „Da fliegen wir mit der Band hin, spielen so dreimal die Woche und machen einfach Urlaub. Da freuen wir uns immer drauf.“ Vorher würde er in diesem Jahr aber mit seinen „Hornets“ am liebsten die Meisterschaft feiern – und dabei möglichst wenig als Mediziner gefordert sein.

Schlusslicht „Steelers“ zu Gast

Am Sonntag um 18.30 Uhr steigt in der Ice-Arena das letzte Hauptrunden-Heimspiel des EHC Zweibrücken. Die Mannschaft von Trainer Ralf Wolf empfängt das Schlusslicht SC Bietigheim-Bissingen 1b. Ein Sieg ist da für den aktuellen Tabellenführer Pflicht.

Denn nur zwei Siege – einer in regulärer Spielzeit, einer im Penaltyschießen – gelangen der zweiten Mannschaft des DEL-Ligisten Bietigheim „Steelers“ bisher in der Hauptrunde. So kamen nur fünf Punkte aufs Konto, die „Steelers“ haben schon neun Punkte Rückstand auf den Vorletzten Pforzheim. Immerhin: Ihr einziger regulärer Sieg gelang vergangenen Sonntag beim 3:2 gegen die EKU Mannheim.

Mehr als die drei „Großen“ ärgern ist somit für den SCB diese Saison nicht mehr drin. Nach Spitzenreiter Zweibrücken geht es in den letzten beiden Spielen zu Hause gegen Stuttgart und nach Hügelsheim, also den aktuellen Zweiten und Dritten. Das Problem des Tabellenletzten ist vor allem personeller Natur: Die besten Spieler wanderten im Laufe der Jahre ab, das Team besteht fast nur aus Junioren und hat wenige Spieler. So mussten die kleinen „Steelers“ auch das am 1. November geplante Spiel in Zweibrücken absagen. Nachgeholt wurde die Begegnung am 9. Dezember, die „Hornets“ siegten 5:0. Die in Bietigheim ging mit 6:0 an die Zweibrücker, die also noch kein Gegentor gegen den SCB kassierten.

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