Zweibrücken Doppeljubiläum für evangelisch-methodistische Kirche

Der Musikverein der Gemeinde im Jahr 1903 vor dem Kirchenportal.
Der Musikverein der Gemeinde im Jahr 1903 vor dem Kirchenportal.

Am 26. November feiert die evangelisch-methodistische Kirche in der Hilgardstraße in doppeltes Jubiläum: 125 Jahre Kirchengebäude und 150 Jahre Gemeinde.

Die evangelisch-methodistische Kirche ist eine evangelische Freikirche, gegründet von dem anglikanischen Geistlichen John Wesley in Großbritannien. Von dort aus breitete sich die Bewegung nach Amerika aus, und deutsche Einwanderer, die in die Heimat zurückkehrten, brachten ihrem Glauben mit.

In Zweibrücken wurde 1872 von Pirmasens aus mit Versammlungen begonnen, die Gemeinde nannte sich zunächst Methodistenkirche. Man traf sich in den Nebenräumen von Gaststätten, in Kinos oder auch in Privathäusern. Nachdem die Mitgliederzahl der Gemeinde ständig stieg, wurde auch der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus immer größer. Ein Baufonds wurde gegründet und ein Grundstück gekauft. Das zwischen der heutigen Hilgard- und Gabelsbergerstraße gelegene Gelände war damals noch von unausgebauten Fahrwegen umgeben und trug den Namen „Augärten“. Der Baufonds wuchs rasch, und so wurde am 18. Juni 1898 der Grundstein gelegt und bereits am 4. Dezember 1898 die Zionskapelle eingeweiht.

Wie durch ein Wunder unbeschädigt

Als am 14. März 1945 der größte Teil von Zweibrücken durch Bombenangriffe in Schutt und Asche gelegt wurde, blieb die Zionskapelle wie durch ein Wunder unbeschädigt. Alle anderen Kirchen der Stadt waren zerstört. Zwei Jahre lang versammelten sich vier Kirchengemeinden abwechselnd darin: die protestantische Kirchengemeinde Stadtmitte, die Ernstweiler Gemeinde, die Stadtmission und die Methodistengemeinde.

1955 wurde der Kindergarten eingeweiht, zunächst in einem Kellerraum des Kirchengebäudes. 1958 wurde der Kirchenraum erweitert und ein Anbau für den Kindergarten, jetzt auch mit dem Namen Fröbelkindergarten, geschaffen; eingeweiht wurde er im Mai 1959. 1985 bis 1987 wurde die Kirche umfassend renoviert. Eine Gruppe von sechs bis zwölf Männern arbeitete ehrenamtlich eineinhalb Jahre fast jeden Samstag, um in rund 4400 Stunden die Räume neu zu gestalten. Am 28. Juni 1987 wurden die renovierten Kirchenräume eingeweiht.

Im Oktober 1998 feierte die evangelisch-methodistische Kirche das Doppeljubiläum 100 Jahre Zionskapelle und 125 Jahre Gemeinde. In diesem Jahr steht das Kirchengebäude seit 125 Jahren in der Hilgardstraße und die Gemeinde wurde 150 Jahre alt.

Info

Der Festgottesdienst beginnt am 26. November um 15 Uhr. Anschließend wird zu einem Imbiss eingeladen.

Das 100. Jubiläum der Gemeinde im Jahr 1973.
Das 100. Jubiläum der Gemeinde im Jahr 1973.
Die Zionskapelle in der Hilgardstraße nach dem Zweiten Weltkrieg . Das Gebäude blieb unversehrt.
Die Zionskapelle in der Hilgardstraße nach dem Zweiten Weltkrieg . Das Gebäude blieb unversehrt.
x