Zweibrücken
Die wunderbare Leichtigkeit des Seins
Da war sie wieder. Diese scheinbare spielerische Leichtigkeit, mit der die Oberligahandballer des SV 64 Zweibrücken den Grundstein für eine beeindruckende Serie gelegt haben. Am Samstag spielte der SV vor allem in der zweiten Halbzeit gegen den HV Vallendar völlig befreit auf und gewann 32:20 (12:9). Damit baute der Spitzenreiter den Startrekord auf 13 Siege und makellose 26:0 Punkte aus.
Dass diese gute Gefühl wieder zurück ist, bestätigte SV-Trainer Stefan Bullacher. „Wir haben zwar in den letzten drei Wochen gewonnen, aber so richtig glücklich war bei uns keiner. Wir haben Siege eingefahren, aber es war immer ein harter Kampf“, resümiert er. Gegen Vallendar aber habe man sie wieder gespürt, die Freude der Jungs Handball spielen zu dürfen.
Bullacher hatte umgestellt. Weil Marko Ivankovic leicht angeschlagen war, hütete Benny Berz das SV-Tor. Und das richtig gut. Auch Kapitän Philip Hamann war nicht fit. Für ihn begann Tobias Alt auf der rechten Außenbahn und links spielte Tim Schaller. Tom Grieser rückte vom Kreis in den Rückraum zurück. Für ihn endete die Partie Mitte der zweiten Halbzeit schmerzhaft. Er stieß mit dem Kopf ans Knie eines Vallendarers, war kurz weggetreten. „Der Schädel brummt“, sagte er nach dem Spiel.
Rennpferde in der Box
Am Kreis begann mal wieder Benny Zellmer. Marc-Robin Eisel gestaltete das SV-Spiel. Mit Zellmer am Kreis harmonierte er sehr gut. Klasse jeweils Eisels Vorarbeit und Zellmers Abschluss zum Beispiel bei den Treffern zum 8:5 respektive 11:5. Im rechten Rückraum machte Niklas Bayer Druck.
Bullacher: Dumme Fehler gemacht
Zunächst wirkten die Zweibrücker ein bisschen wie Rennpferde, die nicht aus der Box durften. Das lag an den Vallendarern, deren Taktik vom Anpfiff weg offensichtlich war, extrem lange Angriffe zu spielen, die Uhr runterzuspielen. Das gelang ihnen, weil das Schiedsrichtergespann die Zeitspielregel im ersten Spielabschnitt großzügig auslegte.
„Wir wollten hier eine 6:0-Deckung hinstellen, um Zweibrücken vor Probleme zu stellen. Das ist uns in der ersten Halbzeit auch gelungen“, bilanzierte HV-Trainer Veit Waldgenbach. Aber dass der SV diese Partie vor wieder einmal stimmungsvoller Kulisse für sich entscheiden würden, das war von Beginn an spürbar. „Auch wenn wir kurz vor der Halbzeit ein paar dumme Fehler gemacht haben“, analysierte Bullacher. Zweibrücken hatte schon 12:6 geführt, fing sich bis zum Halbzeitpfiff noch drei Gegentore ein.
Im zweiten Spielabschnitt waren die Jungs aus der Stadt der Rosen und Rosse nicht mehr zu halten. Vallendar war jetzt völlig chancenlos. Jeder Ballverlust oder Fehlwurf der Vallendarer, die dem Tempo der Zweibrücker nicht folgen konnten, wurde prompt bestraft. Tempogegenstoß um Tempogegenstoß rollte auf das Vallendarer Tor zu.
Schallers neues Selbstvertrauen
Tim Schaller tankte neues Selbstvertrauen beim Tore werfen. Nach einigen Gegenstoßtreffern passte auch der Wurf aus dem Rückraum in den Torwinkel. Kian Schwarzer bewies auf der linken Außenbahn, dass er seine Schulterprobleme auskuriert hat. Es machte einfach Spaß, dem Spitzenreiter zuzusehen.
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Berz, Ivankovic (Siebenmeter) - Bayer (3),Eisel (7), Grieser – Alt (1), Schaller (7/1) - Zellmer (7) - Schwarzer (5), Hammann, Ihl (1), Wöschler, Dettinger
HV Vallendar: Lorenz, 49. Schenk - Krechel (1), Hertz (1), Schröder (3) – Offermann (4/4), Schmidt - Lohner (5) - Schmitt, Schaub (2), Busse (2), Woods (1), Schleier (1),
Spielfilm: 5:2 (10.), 7:4 (17.), 12:6 (28.), 12:9 (Halbzeit), 16:12 (35.), 23:12 (42.), 30:18 (56.), 32:20 (Ende) – Zeitstrafen: 1:3 – Siebenmeter: 2/1:542 – Beste Spieler: Zellmer, Eisel, Schwarzer – Lohner – Zuschauer: 350 – Schiedsrichter: Bertram/Deyer (Kirn/Nieder-Olm).