Zweibrücken Die Wochenend-Kolumne: Ich bin der Meinung, dass ...

Sowohl der Besitzer als auch der Verwalter der Hallplatz-Galerie verhalten sich absolut desinteressiert an ihrer Immobilie in Zweibrücken. Oder haben Sie irgendwelche Fähnchen oder Aktionen anlässlich des 25. Geburtstags vor drei Tagen gesehen? Gleichgültigkeit ist seit 15 Jahren nichts Neues, egal wem das Einkaufszentrum gehörte oder wer es verwaltete. Für den Immobilienfonds Puma Brandenburg gehört die Galerie in Zweibrücken offensichtlich zu den kleinen Münzen im Geldbeutel. Für die Stadt Zweibrücken aber ist das Wohl und Wehe der Hallplatz-Galerie von zentraler Bedeutung. Der Stadt kann es also nicht gleichgültig sein, ob Puma Brandenburg seine Galerie weiter vernachlässigt. Die Stadt kann den schleichenden Niedergang nicht hinnehmen, denn eine tote Galerie im Herzen der Stadt würde zuerst den Hallplatz und dann die gesamte City veröden lassen. Deshalb müssen sich der Stadtrat und die Verwaltungen im Rathaus und bei der Gewobau spätestens jetzt die Frage stellen, ob sie die Ansiedlung von Netto in der Oberstadt tatsächlich durchziehen sollen. Netto will nicht auf Teufel komm raus in die Oberstadt. Netto geht da nur hin, weil die Stadt die Eröffnung eines Ladens in der Oberstadt zur Bedingung gemacht hat für die Genehmigung eines großen Netto-Markts in der ehemaligen Canada-Siedlung. Seinerzeit war das auch sinnvoll, weil sich viele Bürger darüber beklagt hatten, dass sie in der Oberstadt keine Lebensmittel mehr kaufen konnten. Inzwischen aber haben sich erstens in der Oberstadt kleinere Lebensmittel-Läden angesiedelt. Und zweitens steht inzwischen der Cap-Markt in der Hallplatz-Galerie mit dem Rücken so dicht an der Wand, dass er einen Preiskampf mit einem Konkurrenten wie Netto nicht überleben würde. Es bleibt nicht mehr viel Zeit für Entscheidungen. Wenn auf dem Gelände der Passage Schreiner erst einmal Fakten in Form von Beton geschaffen sind, wird ein Rückzug von den Netto-Plänen teuer. Aber noch gibt’s da kein Gebäude. Noch kann die Stadt die Notbremse ziehen, um den Cap-Markt und damit letztlich auch die Hallplatz-Galerie zu retten. Es ist jedenfalls höchste Zeit für ernsthafte Gespräche zwischen allen Beteiligten. Die Nachbarstadt Neunkirchen hat andere Probleme. Dort will sich ein richtig großer Globus-Markt ansiedeln. Ausgerechnet in einem Naturschutzgebiet! Ja, das gibt’s selbst in dieser Stadt, deren Geschichte fast ausschließlich die Industrie geschrieben hat. Deshalb stellt sich die Frage, ob sich ausgerechnet in Neunkirchen keine Industriebrache findet, auf der ein Globus-Markt besser aufgehoben wäre.