Zweibrücken Die Wochenend-Kolumne: Ich bin der Meinung, dass ...

Es kann doch nicht sein, dass jedesmal, wenn in Zweibrücken eine Schneeflocke niedergeht, die Schulbusse stehen bleiben. So wieder einmal geschehen an diesem Mittwoch. Der Schulbus der Saar-Pfalz-Bus GmbH, der Kinder vom Zweibrücker Busbahnhof zur Gesamtschule Contwig fahren sollte, fuhr nicht. Die Busse auf weiteren Strecken fuhren auch nicht. Dabei lag von Zweibrücken bis Contwig allenfalls ein Hauch Weiß auf der Straße. Es war kein Problem zu fahren. Die Stadtbusse fuhren ja auch. Im Saarland lag richtig viel Schnee, im Kuseler Land auch. Aber in Zweibrücken und Umgebung da fielen doch nur ein paar Flocken. Und prompt ließ die Saar-Pfalz-Bus GmbH die Schulkinder stehen. Das sorgte für mehr Chaos als die paar Schneeflöckchen. Das Evangelische Krankenhaus verliert auf einen Schlag vier seiner fünf Chefärzte. Weitere Ärzte aus der zweiten und dritten Reihe verlassen ebenfalls das Haus. Das ist ein Paukenschlag, den es in dieser Lautstärke am Evangelischen noch nie gegeben hat. Die Chefärzte gehen nicht zufällig zur gleichen Zeit. Vielmehr hat Krankenhaus-Chef Wettreck zwei von ihnen vor die Tür gesetzt. Er hat zudem die Kündigung Stopps provoziert. Dass er auch den Chef der Geburtshilfe, Mayer, zum Gehen getrieben hat, wird spekuliert, ist aber nicht erwiesen. Da Wettreck seine Chefärzte loswerden wollte, stellt sich die Frage: warum? Offiziell heißt es, das Krankenhaus müsse sparen, es könne sich die hohen Gehälter seiner Chefärzte nicht mehr leisten. Andererseits braucht ein Krankenhaus nun mal Chefärzte, sonst läuft der Laden nicht. Und gute Chefärzte sind nicht billig zu haben. Es muss also einen anderen Grund geben. Die Innere Mission, die das Krankenhaus betreibt, lässt sich nicht in die Karten schauen. Also kann man fragen: Will Wettreck das Krankenhaus reif zum Verkauf machen, indem er die Kosten drastisch senkt? Soll ein anderer Träger das Haus übernehmen? Will Wettreck sich als Sanierer profilieren, um bald andernorts Chef eines größeren Unternehmens zu werden? Oder will er das Evangelische Krankenhaus radikal umbauen: weg vom Allgemeinkrankenhaus, hin zu einem Spezialkrankenhaus für ältere Menschen mit Wohnheim und Hospiz beispielsweise? In Zweibrücken wird viel spekuliert. Es wäre gut, wenn sich Wettreck und die Innere Mission erklären würden. Den Patienten zuliebe. Und den rund 250 Mitarbeitern zuliebe, die „ihrem“ Krankenhaus innig verbunden sind. Dass man sich einen Uni-Professor einkauft, der ein- oder zweimal pro Woche in Zweibrücken vorbeischaut, das kann ja keine Dauerlösung sein.