Zweibrücken
Die schöne blaue neobarocke Kirchenorgel wird 30
In der Zweibrücker Pfarrei Heilige Elisabeth ist man stolz auf die Orgel in der Heilig-Kreuz-Kirche. Das hebt die Pfarrkirche schließlich auf eine Stufe mit dem Wiener Stefansdom, dem Mainzer Dom, dem Regensburger Dom und der Philharmonie in Paris. Die haben auch alle eine Rieger-Orgel, eine größere sogar, aber keine ist so schon blau.
Sie stammt von der Orgelbaufirma Rieger aus Vorarlberg in Österreich, die eigentlich nur Aufsehen erregende Orgeln baut. Dass sie den Zuschlag bekam, als die Zweibrücker Kirchengemeinde sich 1991 für eine neue Orgel entschied, lag wohl daran, dass man viele Spenden und Spender hatte, die das Instrument wollten und finanzierten, was alles andere als eine Selbstverständlichkeit in den katholischen Kirchengemeinden ist.
Guter Rat, teures Geld
Ein bisschen lag es wohl auch am Rat von Organisten Gernhard Jentzschke, dem Dozenten des bischöflichen kirchenmusikalischen Instituts des Bistums Speyer, der wusste, was gut ist - und als Dekanatskantor an der Heilig-Kreuz-Kirche wirkte. Die neobarocke Rieger-Orgel ist die vierte Orgel, die in Heilig Kreuz eingebaut wurde, die aus dem 19. Jahrhundert stammt (Fertigstellung: 1879).
Die Orgel wurde schließlich für 900.000 Mark in Auftrag gegeben: mit 44 Registern (3003 Pfeifen) auf drei Manualen und einem Pedal mit dem Tonumfang C-a3/C-f1. Die Orgel sorgt dafür, dass immer gerne Gastorganisten kommen, um ihren Klang auszukosten. Und dank der Orgel wurde der Sitz des neuen Kantors für das Dekanat Pirmasens nach Zweibrücken verlegt.
Digitale Registrierung
Seit Oktober freut sich nun Dekanatskantor Timo Ziesche über das Instrument, mit der man die Registrierung und anderes abspeichern und dann schnell in der Messe abrufen kann.
Um dieses wertvolle Instrument zu erhalten, Konzerte zu veranstalten und bei sinkenden Kirchensteuereinnahmen die Wartungen zu bezahlen, gibt es den Verein der Freunde der Rieger-Orgel. Bei seinem Benefizkonzert für die Orgel im Vorjahr kamen 1600 Euro an Spenden zusammen. Am Sonntag, beim Empfang nach der Orgelmesse zum Jubiläum, die um 10.30 Uhr beginnt, sind seine Mitglieder auch dabei und sammeln Spenden.