Zweibrücken Die erste Saison-Niederlage ist eine zu viel

RAMSTEIN. Da soll man mal nicht vor Frust gegen den Torpfosten treten: 30 Saisonspiele plus eines in der Aufstiegsrunde hat der SV Ixheim überstanden, ohne auch nur ein einziges Mal zu verlieren. Das hat für die Meisterkrone nicht gereicht. Und mit der ersten Niederlage, dem 0:1 am Mittwoch gegen den VfR Kaiserslautern, in der 32. Pflichtspiel-Begegnung – das Aus in der fünften Kreispokal-Runde mal nicht mitgezählt – fiel am Mittwoch in Ramstein die Tür zur Bezirksliga zu.
Am Rande des Rasens in Ramstein stand nach dem Abpfiff Bernd Utzinger und deutete auf das Feld gleich nebenan. „Dort wären wir noch ein Stück stärker gewesen“, sagte der Coach des SV Ixheim mit Blick auf den Kunstrasen. „So ganz versteh’ ich es nicht“, rätselte der Trainer: Zweimal habe sein Team in der Aufstiegsrunde auf Naturgrün spielen müssen; die erste Partie war noch auf künstlichem Untergrund gelaufen – ohne Beteiligung des Vizemeisters der A-Klasse Pirmasens/Zweibrücken. Utzinger aber stocherte nicht etwa im Untergrund nach Ausreden. So wie er auch den frühen Abgang von Max Groh nicht als allein ursächlich vorschob. Der defensive Mittelfeldmann hatte in der 54. Spielminute vom Feld gemusst. Taktisches Foul, gelb. Blöd nur, dass Groh erst gut fünf Minuten zuvor denselben Karton schon einmal quittiert hatte. „Schade, wenn so etwas letztlich spielentscheidend ist“, zeigte sogar der übrigens vorzüglich leitende Carsten Gaßmann Mitgefühl mit den Ixheimern. Dem Referee aus Speyer war nicht einmal sofort aufgefallen, dass derselbe Sünder erneut verwarnungswürdig gefoult hatte. Erst beim Notieren merkte er es. „Aber ich muss da einfach Gelb geben – und würde es wieder machen. Der Lauterer Spieler ist alleine, hat 50 Meter Vorsprung. Der ist weg, wenn der Pass kommt“, kommentierte Gaßmann die Szene. „Komischerweise sind wir in Unterzahl erst richtig wach geworden“, wunderte sich Abwehrchef Sven Marz über die Vorstellung der Gelb-Schwarzen. „Wir haben am Anfang wohl zu viel Respekt gehabt.“ In der Tat gingen die Ixheimer recht vorsichtig in die Partie. „Wir sind nicht so gut in die Gänge gekommen, haben das Spiel nicht wie geplant über die Außen tragen können“, resümierte Utzinger. Der VfR Kaiserslautern hatte da schon druckvoller agiert, sich ein merkliches Übergewicht erarbeitet. Ixheim aber stand hinten gut, hatte auch den etwas überraschend aufgebotenen Ex-Verbandsliga-Goalgetter Christian Kohlender gut in den Griff bekommen. Jonas Hein lieferte dem Kraftpaket nach Startschwierigkeiten einen erbitterten Kampf. Viel kam fortan nicht mehr vom länger verletzten VfR-Star. „Der VfR ist aggressiver ins Spiel gegangen. Aber unsere Mannschaft hat das gut gemacht, schade nur, dass wir am Ende die zwei Chancen nicht nutzen“, trauerte auch Michael Renkawitz der verpassten Aufstiegschance nach. Der Blick des SVI-Vorsitzenden aber ging auch schon wieder nach vorne: „Leichter wird’s nicht. Die Spitzenteams verstärken sich“, erwartet Renkawitz keinen neuerlichen Zweikampf oder gar ein einsames Rennen um den Titel. Auch der „Vize“ hat sieben Neuzugänge geholt, von denen „einige in die Erste“ drängen. Noch keine endgültige Klarheit besteht bei der Trainerfrage: Utzinger gab sich noch zögerlich, was sein Ja-Wort zur künftigen Zusammenarbeit betrifft. Der Vorsitzende aber rechnet fest damit: „Wir wollen mit ihm weitermachen.“ Spielertrainer Gjevdet Shabani hingegen wird kürzertreten. Der Spielerpass bleibt zwar da, aber berufliche Veränderung und eine Verletzung zollen ihren Tribut. Es sind also beim Beinahe-Meister noch einige Baustellen offen. Das allerdings hielt die Spieler am Mittwochabend nicht von der sportlichsten aller Erklärungen ab: „Dann werden wir halt in der kommenden Runde Meister“, sagten vier der schon wieder recht gefasst wirkenden Ixheimer unabhängig voneinander.