Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Die erstaunliche zweite Karriere der Stephanie Mayer aus Knopp

Dreimal Gold fürs LAZ Zweibrücken: Stephanie Mayer, Franziska Mayer und Hanna Luxenburger (von links) waren erfolgreich bei den
Dreimal Gold fürs LAZ Zweibrücken: Stephanie Mayer, Franziska Mayer und Hanna Luxenburger (von links) waren erfolgreich bei den deutschen Meisterschaften im seltenen Wettkampf Diskurama.

Drei deutsche Meisterschaften an einem Tag, das feiert das Leichtathletikzentrum Zweibrücken (LAZ) nicht allzu häufig. Franziska und Stephanie Mayer aus Knopp-Labach und ihre Trainerin Hanna Luxenburger gewannen in Haßloch jeweils Gold in der Disziplin Diskurama.

„Mir ging es darum, Spaß zu haben, mitzumachen und mit meiner Tochter Zeit zu verbringen“, nennt Stephanie Mayer ihre Motivation. Ein bisschen stolz ist sie aber schon. „Es hat nach Diskus ausgesehen“, sagt sie mit Blick auf ihre Würfe. Beim Diskurama schleudern die Athleten den Diskus aus dem Stand. Es wird mit drei unterschiedlich schweren Geräten – 750 Gramm, ein Kilo, 1,25 Kilogramm – geworfen. Die jeweiligen Bestweiten werden addiert. Luxenburger kam bei den Frauen auf 82,31 Meter, Stephanie Mayer (Altersklasse W45) auf 60,63 Meter, Franziska Mayer (W18) auf 57,40 Meter.

Zur Leichtathletik kam Stephanie Mayer eher zufällig. „Eigentlich ist Christin Hussong schuld“, erzählt sie. Die 44-jährige Erzieherin fährt ihre drei Kinder Tristan (17, Stabhochsprung), Franziska (15, Werferin) und Hermine (8) immer ins Training zum LAZ nach Zweibrücken. Als „Mutter vom Lande“ wartet sie in der Halle, bis die Kinder mit dem Training fertig sind. Franziska Mayer trainierte damals in der Werfergruppe von Christin Hussong. „Christin kam vorbei und sagte: ,Wie wäre es, wenn du mal ’ne Jogginghose anziehst und Rad fährst?’“ Stephanie Mayer brachte die Jogginghose mit und strampelte fortan auf dem Ergometer in der LAZ-Halle.

Start mit Rasenkraftsport

Die Werfergruppe der Speer-Europameisterin aus Herschberg hat mittlerweile Hanna Luxenburger übernommen. Als sich Franziska Mayer beim Weitsprung für das Sportabzeichen im November 2018 das Bein gebrochen hatte und danach langsam wieder in den Sport einstieg, „da habe ich gesagt, ich mache mit“, erinnert sich Stephanie Mayer. „Irgendwann bekam ich dann Hammer und Kugel in die Hand gedrückt“, beschreibt sie den nächsten Schritt. Trainerin Hanna Luxenburger machte dann konsequent Nägel mit Köpfen und hat die Athletinnen-Mutter für den Rasenkraftsport angemeldet. Steinstoßen, Gewichtwurf, Hammerwurf: Das sind die Disziplinen, die Stephanie Mayer ausübt. „Ich hätte 2019 sogar zur deutschen Meisterschaft fahren können“, bemerkt sie.

Zuletzt folgte die Premiere beim LSW (Laufen – Springen – Werfen) Spezialsport, einer Mischung von Disziplinen aus den Bereichen Turnen, Leichtathletik und Rasenkraftsport. Luxenburger hatte die beiden Knopperinnen für den Wettkampf in Haßloch angemeldet und startete gleich selbst mit. „LSW war uns bis dahin nicht bekannt. Aber Hanna sucht immer Wettkämpfe, bei denen wir mitmachen können.“ Dass das sogar eine deutsche Meisterschaft ist, war den Mayers nicht bewusst. „Ich hatte vor vier Wochen zum ersten Mal einen Diskus in der Hand und seither dreimal trainiert. Das erste Mal war wirklich furchtbar“, erzählt Stephanie Mayer lachend.

Gewinnen allein zählt nicht

Über ihre späte leichtathletische Karriere ist sie selbst erstaunt. Früher ritt sie erfolgreich Dressur- und Springprüfungen bis zur mittelschweren Klasse, die Mayers sind weit über die Grenzen der Region hinaus als engagierte Pferdezüchter bekannt. Jetzt ist sie „plötzlich im Seniorensport“, sagt sie. „Die Gruppen sind wirklich klein, aber es macht richtig Spaß“, bemerkt Mayer und weiß die Wertigkeit des Titels gut einzuschätzen.

„Ich gehe so gerne ins LAZ. Jetzt bin ich nicht mehr nur dabei, sondern mittendrin. Ich habe so viele Rückmeldungen bekommen“, erzählt Stephanie Mayer begeistert. „Wir kämpfen nicht, um Erster zu werden. Uns geht es nur darum, unsere Bestleistung zu steigern“, beschreibt Mayer den familiären Ehrgeiz.

Franziska Mayer hat in der vierten Klasse mit der Leichtathletik angefangen, als Schülerin des Hofenfels-Gymnasiums intensivierte sich das Training. „Ich habe mit Hammer und Kugel angefangen, dann bin ich auf Kugel und Diskus umgestiegen“, erinnert sich die 15-jährige Zehntklässlerin. Parallel zum Training mit Hanna Luxenburger übte sie Hammerwurf bei Margot Kruber. Bei Landesmeisterschaften gewann Franziska schon Bronze mit dem Diskus und Silber mit dem Hammer. „Ich habe aber in den letzten zwei Jahren keinen Hammer mehr geworfen“, erzählt sie. Bis zum Werfertag beim LAZ vor wenigen Wochen. „Da habe ich mit 32 Metern Bestweite geworfen“, ergänzt sie stolz. Das Hammertraining wird sie künftig wieder intensiveren. Für ihre Mutter ist sie eine wertvolle Tippgeberin.

Und züchterisch ist Franziska gerade in die Fußstapfen der Eltern getreten. Sie hat ihre Stute Georgina, mit der sie Vielseitigkeit geritten ist, decken lassen. Im April soll das Fohlen auf die Welt kommen.

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