Zweibrücken Die Einsamkeit des Siebenmeterschützens löst sich in Jubel auf

«ZWEIBRÜCKEN.» Zwölf Sekunden waren am Samstag noch zu spielen im Frauen-Oberliga-Spiel zwischen dem SV 64 Zweibrücken und dem TV Bassenheim, 24:24 stand’s. Zweibrückens Katharina Koch stand am Siebenmeterpunkt. Pfiff. Sie ließ den Ball von der Schützin aus links ins Bassenheimer Tor fliegen: 25:24 (11:9), Sieg für den SV 64.
Perfekt war er, nachdem der folgende Versuch der Bassenheimerinnen über die schnelle Mitte noch zum Ausgleich zu kommen, in einem Fehlabspiel endete. Es war das erwartet enge Spiel. „Ganz so spannend hätten wir es nicht machen müssen“, sagte SV-Trainer Rüdiger Lydorf und atmete nach dem Abpfiff tief durch. Als die stark spielende Katharina Koch nach riskantem, aber perfekt getimtem Zuspiel von Lucie Krein einen Gegenstoß zum 24:20 für Zweibrücken einnetzte, schien die Partie wenige Minuten vor dem Abpfiff entschieden. Aber was sich über 60 Minuten immer wieder gezeigt hatte – dass Fehler des gegnerischen Teams konsequent bestraft werden –, traf nun die Zweibrückerinnen. Im Überschwang wurde viel zu überhastet agiert. Bassenheim nutzte die Fehler im SV-Angriff, holte auf und kam durch einen von Eva-Marias Lennartz verwandelten Siebenmeter zum 24:24-Ausgleich. Lydorf nahm in der Schlussminute die Auszeit. Tiefes Durchatmen, als Koch fast den Ball fallen ließ, im Nachfassen das Spielgerät aber wieder sicherte und der SV im Angriff blieb. Anna-Lena Frank wagte den Durchbruch zum Tor, wurde gefoult – und bekam den entscheidenden Strafwurf zugesprochen. In den Spielminuten zuvor hatten die Zweibrückerinnen gegen den frisch gekürten Rheinland-Pokalsieger meist vorgelegt, sich aber nie entscheidend absetzen können. Wichtig waren die letzten Spielminuten vor dem Pausenpfiff. Laura Witzgall setzte sich klasse am Kreis durch, traf zum 10:9. In der Abwehr blieb Zweibrücken aufmerksam, eroberte den Ball, und Lara Schlicker nutzte die daraus resultierende Chance, um bis zum Pausenpfiff auf 11:9 zu erhöhen. „Abwehr, Abwehr, Abwehr. Das ist zu passiv“, monierte Bassenheims Trainer Hansi Schmidt das Defensivverhalten seiner Mannschaft. Die versuchte, jede Möglichkeit zum schnellen Gegenstoß zu nutzen. „Das haben wir über weite Strecken aber gut verteidigt, ihnen nicht so viele Möglichkeiten gegeben“, lobte SV-Trainer Rüdiger Lydorf. So spielten sie SV 64 Zweibrücken: Menzerath – Sohns, Krein (5/1), Frank (4/1) – Handermann, Schlicker (3) – Witzgall (3) – Koch (9/1), Worm (1), Wiegand, Paquet TV Bassenheim: Balmert – Walmbach (3), Richter (3), Steffi Henn (4) – Hommen (2), Israel (1) – Schmitt (3) – Lennartz (6/4), Schmitz (1), Christina Henn (1) Spielfilm: 9:7 (24.), 9:9 (28.), 11:9 (Halbzeit), 18:16 (44.), 22:19 (51.), 24:20 (56.), 24:24 (59.), 25:24 (Ende) – Siebenmeter: 5/3:4/4 – Strafzeiten: 1:2 – Zuschauer: 70 – Beste Spielerinnen: Koch - Steffi Henn – Schiedsrichter: Hummel/Hoffmann (HV Rheinhessen)