Zweibrücken Die 16 Minuten von SV-Torwart Selakovic
ZWEIBRÜCKEN. Man konnte die Gebirge förmlich krachen hören, die am Samstagabend den Spielern, Trainer Tony Hennersdorf und den SV 64-Verantwortlichen von den Herzen purzelten: Drittliga-Schlusslicht SV 64 Zweibrücken bezwang nach 16 sieglosen Spielen den HC Oppenweiler/Backnang mit 30:28 (15:14). „Endlich“, meinte Dennis Götz, einer der Matchwinner. Der andere war der eingewechselte SV-Torwart Rok Selakovic (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete kurz).
Nach dem Schlusspfiff war Selakovic, den Hennersdorf in der 44. Minute zwischen die Pfosten geschickt hatte, bescheiden. „Ganz gut“, meinte er lapidar zur eigenen Leistung, „die Abwehr und die komplette Mannschaft waren gut heute. Für mich haben die zwei gewonnenen Punkte Priorität. Ich tue alles, um mit dem SV 64 in der Klasse zu bleiben“. Was Coach Hennersdorf hernach mit „der Torwartwechsel hat gut geklappt“ fast etwas nüchtern beschrieb, war Selakovics beste bisherige Leistung im SV-Trikot. Neun entscheidende Paraden zeigte er in der Schlussphase – noch dazu genau auf der Spielfeldseite, wo die rund 40 mitgereisten Oppenweiler Fans saßen und ihre Angreifer anfeuerten. „Der Torwart hat in der Phase das Tor richtig zugenagelt“, erkannte Gäste-Trainer Matthias Heineke an, „da sind wir ein bisschen dran verzweifelt“. Selakovic ermöglichte den Gastgebern in ihrem „Wohnzimmer“ Ignaz-Roth-Halle spät im Spiel auch wieder wichtige Gegenstöße: Parade Selakovic, Zellmer schnell zum 25:23 (50.), erneut der SV-Keeper, Sema zum 27:24 (52.). „Das ist unser Spiel, das wir in der Dritten Liga brauchen“, sagte dazu der am Samstag klasse spielende SV-Spielmacher Dennis Götz. „Wir tun uns eben im Positionsangriff gegen die meist körperlich überlegenen Gegner schwer. Heute haben wir in der zweiten Halbzeit richtig aufgedreht, das war der Schlüssel zum Erfolg“, meinte er, die eigene Leistung umschrieb er lachend mit „ganz zufriedenstellend“ . Schon vom Anpfiff weg hatten die Zweibrücker losgelegt wie die Feuerwehr, keinen Zweifel daran gelassen, dass sie endlich mal nicht nur Lob vom Gegner, sondern auch die Punkte haben wollten. Denk, Wöschler, Götz, Bayer, Zellmer, Götz – nach acht Minuten stand es 6:1. HCO-Trainer Heineke nahm eine frühe Auszeit und justierte seine Truppe nach: „Es kam mit der offensiven Abwehr ja nichts, was wir nicht erwartet hätten. Aber wir haben da auch drei Fahrkarten geworfen.“ Danach kämpften sich die Gäste Schritt für Schritt in die Partie zurück, bekamen mehr Kontrolle über das Spiel. Der SV 64 führte zwar noch 10:6 (18.) und 12:8 (22.), ließ vor der Pause aber gute Chancen liegen: Götz scheiterte mit einem Strafwurf, Kian Schwarzer verwarf einen Gegenstoß, Marc-Robin Eisel unterlief ein technischer Fehler. Plötzlich war der Tabellensiebte wieder dran, ging nur mit knappem 14:15-Rückstand in die Kabine. Auch weil HCO-Torwart Thomas Fink eine klasse Leistung zeigte. Für ihn standen am Ende 15 Paraden, inklusive zweier Strafwürfe, zu Buche. Nach der Pause verwarf Wöschler gleich noch einen Strafwurf, das HCO-Team ging erstmals in Führung. Aus vier Minuten Überzahl in Folge (unter anderem durch einen SV-Wechselfehler) machte seine Mannschaft dann aber zu wenig, befand HCO-Coach Heineke. Der SV 64 blieb so auf Tuchfühlung. Die Gäste knackten die sehr offensive, oft vor der Neunmeterlinie agierende SV-Abwehr jetzt immer wieder durch gute Kreisanspiele auf Philipp Schöbinger. In den letzten 16 Minuten scheiterten die HCO-Spieler aber reihenweise an Rok Selakovic zwischen den SV-Pfosten, kamen nur noch zu fünf Toren, währen die plötzlich entfesselt spielenden Zweibrücker noch neunmal erfolgreich waren. „Wir haben uns gegen Ende auch zu unnötigen Zeitstrafen hinreißen lassen“, meinte Heineke. „Wir ärgern uns über die Niederlage, müssen uns aber an die eigene Nase packen.“ Grundsätzlich freue er sich wegen der Spielweise darüber, wenn der SV 64 punkte – „nur gegen uns hätte es nicht unbedingt sein müssen“. „Wir haben gut gespielt, gekämpft und verdient gewonnen“, fand SV-Trainer Tony Hennersdorf, der neben Selakovic Götz und Niklas Bayer lobte, der nachmittags schon A-Jugend gespielt hatte. So spielten sie SV 64 Zweibrücken: Berz, Selakovic (ab 44.) - Bayer (5), Götz (9/2), Nils Wöschler (3) - Alt (2), Zellmer (2) - Denk (2) - Eisel (2), Grieser (3), Hammann (1), Sema (1) HC Oppenweiler/Backnang: Fink - Sigle (3), Florian Schöbinger, Röhrle (10/7) - Köder (2), Kuhnle - Hellerich - Wolf (3), Philipp Schöbinger (4), Maurer (5), Pecoroni, Frank (1) Spielfilm: 6:1 (8.), 8:4 (13.), 11:8 (20.), 12:11 (27.), 15:14 (Halbzeit), 17:17 (36.), 19:21 (41.), 23:23 (48.), 27:24 (52.), 27:25 (56.), 30:26 (59.), 30:28 (Ende) - Zeitstrafen: 6:6 - Siebenmeter: 4/2 - 7/7 - Beste Spieler: Selakovic, Götz, Bayer - Fink, Röhrle, Maurer - Zuschauer: 320 - Schiedsrichter: Winter/Winter (HV Baden). |sai