Zweibrücken Der wichtige erste Schritt
HANAU. Hexenkessel, das ist bekanntlich eine Zweibrücker Handballspezialität. Deshalb genossen es die B-Junioren-Handballer des SV 64 Zweibrücken gestern sichtlich, zum Auftakt der Viertelfinalrunde der deutschen Meisterschaften im Hanauer Hexenkessel spielen zu dürfen. 300 Hanauer und 100 Zweibrücker Handball-Fans sorgten für eine meisterschaftswürdige Atmosphäre. Die Zweibrücker Spieler bedankten sich über weite Strecken der 50 Spielminuten mit einer meisterlichen Vorstellung: Hoch verdient gewannen sie mit 25:21 (15:11) bei der HSG Hanau.
Ein Zweibrücker Matchwinner, Kian Schwarzer, der bereits in der vergangenen Runde DM-Erfahrung gesammelt hatte, wusste den Erfolg hernach richtig einzuordnen. „Wir sind noch lange nicht im Halbfinale, aber auf dem Weg dahin haben wir mit diesem Sieg einen wichtigen Schritt gemacht“, sagte Schwarzer, der am Kreis und im Spielverlauf auch aus dem Rückraum entscheidende Akzente setzte. So müsse die Mannschaft auch in den nächsten Spielen kämpfen, unterstrich Schwarzer. Dass Zweibrücken in der kleinen, bis auf den letzten Stehplatz gefüllten Halle einen Start nach Maß erwischte, war vor allem ihm und Kapitän Marc-Robin Eisel zu verdanken. Sie sorgten in der Abwehr für Stabilität, drückten im Angriff aufs Tempo und nutzten die sich bietenden Lücken. Dazu präsentierte sich Norman Becker im SV-Tor in prächtiger Form. Er lag auch schon mal waagrecht in der Luft und wehrte so – in bester Manier Nationalmannschaftstorwart Silvio Heinevetter nachahmend – einen Gegenstoß von Magnus Hofferbert ab. Die SV 64-Fans hielt es bei dieser Aktion in der vierten Minute schon nicht mehr auf ihren Sitzen. „Phantastisch diese Unterstützung“, freute sich Marc-Robin Eisel, den die HSG-Abwehr, trotz erheblicher Vorteile bei der Körperlänge, in der ersten Viertelstunde überhaupt nicht in den Griff bekam. Entscheidend für den starken Auftakt der Zweibrücker, der die Grundlage für den verdienten Sieg gewesen sei, „war, dass wir in der Abwehr überhaupt keinen Zugriff bekommen haben, unsere Abwehr überhaupt nicht funktioniert hat“, resümierte HSG-Trainer Christian Breiler, der sichtlich enttäuscht war. Tags zuvor hatte sein Team noch Eintracht Hildesheim mit 27:21 (14:8) geschlagen. „Wie wichtig Auswärtssiege sind in dieser Viertelfinalrunde, das wissen wir ja“, freute sich SV-Trainer Tony Hennersdorf über den von ihm prognostizierten Spielausgang. Und vor allem über eine über weite Strecken auch spielerisch sehr gute Leistung seiner Mannschaft. Nach 20 Minuten führte Zweibrücken verdient mit 13:7, Hanau wechselte den Torhüter. Alexander Kaun, gut 1,90 Meter groß, ging ins Tor, und ihn begannen die Zweibrücker noch vor der Halbzeit warmzuwerfen. Vor allem von den Außenpositionen taten sich die Zweibrücker B-Junioren auch zu Beginn der zweiten Hälfte schwer. Trotz bester Schusspositionen. Das ermöglichte Hanau, sich Tor um Tor heranzukämpfen und nach 39 Minuten beim Stand von 19:19 erstmals auszugleichen. Die Fans standen weiter lautstark hinter dem SV. Es war ausgerechnet Außenspieler Tim Schaller, der einsprang und sich die Chance zum wichtigen 20:19 nicht entgehen ließ. Der Tor-Bann von Außen war gebrochen. Das 21:20 markierte Philipp Meiser gleichfalls von Außen, diesmal von rechts. Dem ließ Schaller, erneut von links, das 22:20 folgen. Hanau wechselte erneut den Torwart. Es nützte aber nichts mehr, weil auch der in der 43. Minute eingewechselte SV-Keeper Yannic Mangold nun zu großer Form auflief. Egal von welcher Position die HSG-Angreifer frei vor ihm auftauchten: Mangold stand fast unüberwindlich zwischen ihnen und einem Torerfolg. So spielten sie HSG Hanau: Adanir, Kaun (20. - 45.) - Yazdi (7), Lehmann (6/4), Bergau (2) - Hofferbert, Lehr (3) - Jung (1) - Pogadi (1), Marschall, Horn (1), Springer SV 64 Zweibrücken: Becker, Mangold (ab 43.) - von Lauppert (1), Eisel (8/2), Meiser (3) - Hugo (2), Schaller (4) - Schwarzer (5) - Welsch (1), Meister (1), Eder, Dobrani Spielfilm: 2:5 (5.), 5:10 (11.), 8:15 (23.), 11:15 (Halbzeit), 15:17 (36.), 19:19 (39.), 21:22 (46.), 21:25 (Ende) - Zeitstrafen: 1:5 - Siebenmeter: 4/4 - 3/2 - Beste Spieler: Kaun, Yazdi - Eisel, Schwarzer - Zuschauer: 400 - Schiedsrichter: Meyer/Meyer (HV Niederrhein).