Zweibrücken Der Lohn bleibt aus

ZWEIBRÜCKEN (add). „Meine Mannschaft hat sich heute selbst belohnt.“ Diesen Satz konnte am Samstag nach dem 32:31 (17:17)-Erfolg des TV Hochdorf im Drittliga-Spiel beim SV 64 Zweibrücken Hochdorfs Trainer Marco Sliwa sagen . Zweibrückens Trainer Stefan Bullacher hätte ihn gern gesagt. Sein Team hatte Mitte der zweiten Hälfte wie der Sieger ausgesehen und unterlag doch. Zum wiederholten Male.
In der Addition war es dann wohl ein Fehler mehr auf Zweibrücker Seite, der die über weite Strecken ausgeglichene Partie zugunsten der Hochdorfer entschied. Die Zweibrücker begannen gut. SV-Kreisläufer Max Sema, in der Abwehr schon lange in der Dritten Liga angekommen, lieferte seine beste Angriffsleistung für die Zweibrücker ab. Den Gegenstoß in der ersten Minute verwandelte er sicher zum 1:0, blieb bei seinen weiteren vier Torwürfen ohne Fehlversuch. Die Zweibrücker Abwehr hatte den Ball erobert. „Wir haben das wirklich gut verteidigt, hatten Jan Claussen im Griff, haben Pascal Kirchenbauer und Dominik Claus Räume genommen“, war Bullacher mit seiner Abwehr zufrieden. Die allerdings dadurch, dass sie in der Mitte die Räume für Hochdorf eng machte, auf Außen anfällig für Gegentore war. Dass der Siegtreffer von Niklas Schwenzer sechs Sekunden vor Abpfiff von Außen fiel, war insofern kein Zufall. Pech, dass ausgerechnet Zweibrückens Mr. Zuverlässig, Torwart Ladislav Kovacin, ausnahmsweise nicht ins Spiel fand. In der 14. Minute, nachdem er erst einen Wurf gehalten hatte, löste ihn Yannic Klöckner ab. Aber auch der konnte keine Sicherheit geben. Nur drei parierte Bälle verbuchte der SV im ersten Durchgang. Dass es dennoch 17:17 zur Pause stand, lag daran, dass die Hochdorfer Keeper Sandro Sitter und Hagen Gutland genauso glücklos agiert hatten. Ihre Grenzen zeigte ihnen unter anderem Zweibrückens bester Spieler Robin Egelhof auf. „Klar, erstes Länderspiel, erstes Länderspieltor, das gibt Selbstvertrauen“, sagte Egelhof, zurückschauend auf eine für ihn persönlich gut verlaufene Woche. Die eigene gute Leistung gegen Hochdorf, „die tröstet dann auch nicht, wenn man am Ende die Punkte nicht holt“, bekannte er allerdings. Dass Zweibrücken, unterstützt von zahlreichen Fans – auch die eingeladenen Flüchtlinge hatten Spaß an diesem für sie eher unbekannten Spiel, bedankten sich nach dem Abpfiff für einen tollen Abend bei den Verantwortlichen – zwei Punkte holen würde, danach sah es Mitte der zweiten Halbzeit aus. Fünf Tore Vorsprung hatte sich Zweibrücken erarbeitet, auch weil Kovacin jetzt gut hielt. Und doch triumphierte am Ende Hochdorf. „Wenn man so viele technische Fehler macht, Siebenmeter und Gegenstöße nicht verwandelt, dann gewinnt man nicht“, resümierte Egelhof. Dessen Zwei-Minuten-Strafe beim Stand von 26:22 markierte die Wende. Die Überzahl nutzte Hochdorf, angetrieben vom überragenden Tim Beutler, um auszugleichen. Jetzt brachte auch Sitter im Hochdorfer Tor die Hände an den Ball, entschärfte zwei Strafwürfe von Florian Enders und zwei Gegenstöße von Philipp Hammann.