Sportschießen
Der Jüngste sorgt bei der DM für den Lichtblick beim SV Stambach
„Dabei sein ist alles.“ Dem Olympischen Gedanken mussten sich die sechs Athleten des Schützenvereins Stambach bei der DM im Gewehr- und Pistolenschießen unterordnen. Der Jüngste machte aber auf sich aufmerksam. Schießen ist eine komplexe Angelegenheit. Das bekamen die Athleten des SV Stambach bei den deutschen Meisterschaften vergangene Woche auf der ehemaligen Olympia-Schießanlage von 1972 in München wieder mal hautnah zu spüren. Oder wie es SVS-Schütze Andreas Flicker ausdrückt: „Die deutsche Meisterschaft schreibt ihre eigenen Gesetze.“ Denn Anspannung und Aufregung bei nationalen Titelkämpfen sind kaum vergleichbar mit gewöhnlichen Wettkämpfen. „Jeder geht damit anders um“, berichtet Flicker aus dem Innenleben eines Sportschützen.
Dann doch zufrieden
Mit ein wenig Abstand zu seinem Wettbewerb war Andreas Flicker am Ende dennoch zufrieden. Auch wenn es in der Kategorie Herren III Luftgewehr mit 390,9 Ringen nur zu einem 113. Platz bei 191 Teilnehmern reichte, war für ihn bereits die Qualifikation ein Erfolg, „auch wenn ich unter dem geblieben bin, was ich mir erhofft hatte“. Ein Erklärungsversuch: „Jeder weiß, was er kann. Die Kunst ist es, das bei so einem Event auch abzurufen. Das macht es eben aus, wer am Schluss auf dem Treppchen steht.“
Gleich zweimal an den Start ging sein Vereinskollege Bernd Rottmann. Im Wettbewerb Zimmerstutzen Herren IV landete er mit 248 Ringen auf Rang 70, während sein Mannschaftskamerad Harald Schieler, im letzten Jahr noch mit drei Medaillen dekoriert, 44. wurde (260) und Martin Hauck bei den Herren III mit dem Zimmerstutzen auf Platz 55 landete (259). Als Mannschaft bedeutete dies am Ende Rang 17. Mit dem Luftgewehr bei den Herren V belegte Rottmann außerdem den elften Platz (379), Jürgen Littig landete bei 70 Startern im Wettbewerb KK-Liegendkampf Herren IV auf Rang 17 (609,9).
13-jähriger Jannis Nikl erreicht Platz zehn
Für einen echten Lichtblick im Team des SV Stambach sorgte der erst 13-jährige Jannis Nikl, der in seinem ersten größeren Wettbewerb mit dem Luftgewehr einen hervorragenden zehnten Platz bei 79 Startern bei den Schülern belegte und dabei 199,9 Ringe erzielte. Flicker spricht für den ganzen Klub, wenn er sagt: „Wir als Verein sind wirklich stolz auf diese Leistung und den jüngsten Teilnehmer, den wir bisher hatten.“
Auch wenn die Gesamtbilanz der Stambacher bei der deutschen Meisterschaften in München eher durchwachsen ausfällt, behält Andreas Flicker den Wettkampf in guter Erinnerung. Die Startnummer, die man vor dem Wettbewerb erhält, ein schnödes Din-A4-Blatt, „bekommt zu Hause einen Platz bei den anderen und erinnert einen immer wieder daran“. Dabei sein ist eben doch alles.