Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Der Bonita-Laden ist leer, aber das Geschäft soll weitergehen

Das Modegeschäft Bonita in der Fußgängerzone ist derzeit leergeräumt. Nach Auskunft einer Unternehmenssprecherin soll es nach de
Das Modegeschäft Bonita in der Fußgängerzone ist derzeit leergeräumt. Nach Auskunft einer Unternehmenssprecherin soll es nach dem Lockdown mit neuer Ware wieder öffnen.

Leer und nahezu komplett ausgeräumt ist das derzeit wegen des Corona-Lockdowns geschlossene Ladengeschäft der Boutique Bonita in der Zweibrücker Fußgängerzone. „Wir sind nach dem Lockdown wieder für Sie da“, steht zwar handschriftlich auf einem kleinen Schild geschrieben, doch mancher Passant fragt sich ob der Leere im Laden schon, ob Bonita überhaupt noch einmal öffnet.

Dass das Geschäft wieder öffnet, beteuert die Medienagentur, die Bonita betreut. „Die Bonita-Filiale in Zweibrücken wird nach dem Lockdown wieder öffnen“, teilte die Medienberaterin und Rechtsanwältin Elke Schmitz aus Köln auf eine Anfrage der RHEINPFALZ mit. Schmitz arbeitet für Dictum Media, eine Agentur, die mit der Pressearbeit für Tom Tailor und Bonita beauftragt ist. „Zurzeit wird der Store auf Neuware umgestaltet. Aufgrund des Lockdowns ist es zu Verzögerungen in der Warenanlieferung gekommen. Daher ist die Filiale noch nicht vollständig mit Neuware bestückt“, erklärt Schmitz den Leerstand.

Im Schutzschirmverfahren

Die Modekette Bonita gehört seit 2012 zur Tom-Tailor-Gruppe mit Sitz in Hamburg. Schwerpunkt war dabei Mode für Damen im Alter ab 50 Jahren. Gegründet wurde Bonita 1969, als Günter Biegert das Unternehmen Moha in Bocholt übernommen hat. 1986 benannte sich das Unternehmen in Bonita um. Ein vom Unternehmen 2018 eingeschlagener Sanierungskurs blieb nicht zuletzt durch Umsatzeinbrüche während der Corona-Pandemie erfolglos. Die Bonita GmbH, die rund 700 Geschäfte betrieb, beantragte im Juni 2020 ein Schutzschirmverfahren und kündigte die Schließung unrentabler Filialen an. In diesem Zuge wurden etwa die beiden Niederlassungen in Kaiserslautern geschlossen. Im November stimmte der Gläubigerausschuss einem Fortführungskonzept zu, das Bonita-Geschäftsführer Karsten Oberheide mit einer Investorengruppe aufgestellt hatte. Die Entscheidung über den Insolvenzplan trifft die Gläubigerversammlung im Januar.

Im Zuge der Bonita-Schwierigkeiten ist auch der Hamburger Mutterkonzern Tom Tailor in schweres Fahrwasser geraten. Über das Vermögen der Tom Tailor Holding wurde im Juni 2020 das Insolvenzverfahren eröffnet. Die Tom Tailor GmbH, die für das operative Geschäft der mehr 450 Filialen zuständig war, darunter ist auch ein Laden im Zweibrücker Outlet, war von der Insolvenz nicht betroffen. Sie war durch staatliche Bürgschaften in Höhe von 100 Millionen Euro gesichert worden. Die GmbH wurde mittlerweile an den chinesische Mischkonzern Fosun verkauft, der zuvor schon Hauptgesellschafter der Tom-Tailor-Holding war.

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