Tischtennis
Der andere Griff: Womit Erik Moch die Gegner überrascht
Erik Moch von den BTTF Zweibrücken ist auf den ersten Blick ein ganz gewöhnlicher Tischtennisspieler im Amateurbereich. Doch ihn zeichnet eine Seltenheit aus, die von den Amateuren bis hin zu den Profis kaum noch zu finden ist. Sein Clou ist die Schlägerhaltung, die asiatisch geprägt daherkommt.
Shakehands heißt es im Tischtennis nicht nur vor dem Spiel, wenn sich die Spieler „ein gutes Spiel“ wünschen, sondern auch zumeist während der Partie. Denn der Tischtennisschläger wird bei der „Shakehand“-Schlägerhaltung schlichtweg so gegriffen, als würde eine Person der anderen die Hand geben. Würde ein Spieler mit allen fünf Fingern das Schlägerblatt umschließen, würde er den Ballkontakt ganz anders spüren. Da der Mittel-, Ring- und kleine Finger den Schlägergriff umschließen und nur der Daumen und der Zeigefinger das Schlägerblatt berühren, kann eine deutlichere Wahrnehmung des Ballkontakts und damit eine bessere Kontrolle hergestellt werden. Letztlich sieht das eben so aus, als würde man jemandem die Hand geben.
Olympia-Sieger als Vorbild
In Europa wird fast ausschließlich die „Shakehand“-Haltung verwendet und auch von den Trainern an die Tischtennis-Abc-Schützen weitergegeben und gelehrt. Anders ist dies in Asien. Dort ist der sogenannte „Penholder“ die zumeist genutzte Schlägerhaltung. Sie wurde zu Beginn so genutzt, dass nur eine Schlägerseite benutzt wurde. Dabei umschließen Daumen und Zeigefinger den Schlägergriff. Das Pendant zur „Shakehand“-Haltung führt zu einer geringeren Ballkontrolle und ist in der Weltspitze äußerst selten anzutreffen. Der bekannteste deutsche „Penholder“-Spieler ist Dang Qiu, er spielt die umgekehrte „Penholder“-Rückhand. Dabei wird nur eine Seite des Schlägers genutzt. Die Spieler drehen zum Rückhandspiel das Handgelenk.
„Ich habe es schlichtweg nicht hinbekommen, mit dem ,Shakehand’-Griff die Vorhand zu spielen. Deshalb hat mein damaliger Trainer gemeint, ich soll es mal mit der anderen Schlägerhaltung probieren“, erzählt der 26-jährige Erik Moch, der die traditionelle „Penholder“-Variante spielt. „Ich probiere da aber immer mal wieder aus“, sagt Moch, der Ryu Sueng Min, den südkoreanischen Olympia-Sieger des Jahres 2004 in Athen, zum Vorbild hat. „Von ihm schaue ich mir viele Videos an“, berichtet der Zweibrücker, der als Packmitteltechnologe arbeitet. Für die Gegner sei es nicht gewöhnlich, gegen den „Penholder“-Spieler zu agieren. „Es verwirrt die Gegner doch immer wieder, wie ich den Schläger halte. Es wird im Anschluss auch oft darüber gesprochen“, sagt Moch.
Tolles Teamgefüge
Bei seiner Mannschaft in der Kreisliga West, den BTTF Zweibrücken III, fühlt er sich pudelwohl. „Ich will bei jedem Spiel dabei sein. Das macht wahnsinnig viel Spaß. Wir haben mittlerweile auch ein Ritual“, erzählt Moch und verweist auf seine Teamkollegin Diana Thurner. „Wir machen mittlerweile vor jedem Spiel ein Mannschaftsbild. Das hat Diana miteingeführt“, erzählt Moch, der bei den BTTF Zweibrücken mit dem Tischtennisspielen begann, anschließend zum TV Ixheim wechselte und dann im vergangenen Jahr für eine Saison zum TTC Riedelberg wechselte, bevor er wieder zu den Bickenalbtalern zurückkam. „Wenn es von der Arbeit nicht anders geht, dann nehme ich mir sogar Urlaub, damit ich dabei sein kann. Wir haben ein ganz tolles Teamgefüge“, stellt Moch fest.
Zwei Einzelsiege von Moch
Gegen den TTC Höhfröschen III hatte Moch am Wochenende einen nicht unerheblichen Anteil am 9:7-Sieg. Lukas Erb/Diana Thurner sowie Leonie Molter und Michael Gros gewannen ihre Doppel. Als auch Spitzenspieler Lukas Erb mit 3:1 gegen Höhfröschens Pfalzliga-erfahrene Michelle Stegner gewann, standen die Zeichen zunächst deutlich auf Sieg. Aber: Nach dem 3:4-Rückstand glich Erik Moch dann mit einem Fünfsatzsieg gegen Benjamin Proske wieder aus. Weil auch Michael Gros, Lukas Erb und Diana Thurner im Anschluss gewannen, führte die BTTF-Dritte mit 7:4 gegen die Höhfröschen III. Doch auch im Anschluss blieb es spannend. Erst Mochs 3:2-Sieg gegen Sven Hoffmann führte die BTTF ins Abschlussdoppel. Dort reichte Lukas Erb/Diana Thurner ein knapper Sieg gegen das Gästeduo Michelle Stegner/Markus Kunz für den BTTF-Gesamtsieg.