Zweibrücken Dem Rathauschef sind die Busfahrpläne nicht flexibel genug

Noch bis 2030 hat die Stadtbus GmbH die Konzession für den Nahverkehr im Stadtgebiet.
Noch bis 2030 hat die Stadtbus GmbH die Konzession für den Nahverkehr im Stadtgebiet.

Beim Verkehr in Zweibrücken beginnt ein Umdenken. Während das Fahrrad gegenüber dem Auto gestärkt werden soll, könnten die Stadtbusse künftig kommunal betrieben werden.

Das Thema Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) müsse in Zweibrücken neu gedacht werden, sagte Oberbürgermeister Marold Wosnitza beim städtischen Sommerempfang am Freitagabend im Rosengarten. In den nächsten zwei Jahren gelte es ein Konzept für die künftige Organisation des Zweibrücker Nahverkehrs zu erarbeiten. Denn wenn die derzeitigen Verträge mit den Busbetreibern abgelaufen sind, solle die Stadt mit einem neuen Konzept an den Start gehen.

Der ÖPNV der Zukunft, so Wosnitza, soll flexibler sein als heute – „flexibel im Streckenverlauf, flexibel in der Streckenplanung, flexibel auch mit Blick auf die Bedürfnisse der Kunden“. Denn bislang habe der Zweibrücker Busverkehr noch zu wenig Anbindungen etwa an die Hochschule oder ans Fashion Outlet. Anderswo im Stadtgebiet seien zu viele leere Busse unterwegs, weil es für deren Angebot zu wenig Nachfrage gebe. Der Oberbürgermeister (OB) zeigte sich überzeugt, dass ein flexibleres, nutzerfreundlicheres Betreiberkonzept den ÖPNV in Zweibrücken besser macht. Billiger werde dieser dadurch aber sicherlich nicht. Dabei sei es „erst einmal zweitrangig“, ob der Busverkehr der Zukunft „kommunalisiert, teilkommunalisiert oder voll privatwirtschaftlich betrieben“ wird.

Mehr Rad-, weniger Autoverkehr?

Aktuell wird der Nahverkehr im Zweibrücker Stadtgebiet von der Stadtbus Zweibrücken GmbH bedient. Der auf zehn Jahre angelegte Konzessionsvertrag läuft noch bis 2030. Im Rathaus wird darüber diskutiert, ob die Stadtbusse anschließend wieder in kommunale Regie zurückkehren sollen.

In den nächsten beiden Jahren, so der OB, werde man eine Richtungsentscheidung treffen müssen, ob in Zweibrücken das Auto weiter im Mittelpunkt bleiben oder der Radverkehr gestärkt werden soll. Ohne Kompromisse werde es dabei nicht gehen. „Da wird man eben auch mal auf den ein oder anderen Parkplatz verzichten müssen, wenn man den Radverkehr sicherer gestalten will.“ Wosnitza erinnerte an das schlechte Zeugnis, das Zweibrücken beim jüngsten Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ausgestellt wurde – mit dem 411. Platz unter 429 beteiligten Städten.

Radweg nach Mörsbach

Eine der Straßen, die fahrradfreundlicher werden sollen, ist die Steinhauser Straße. Deren Umbau soll demnächst beginnen, nachdem dort die Bushaltestellen neu gemacht wurden. „In großen Schritten“ gehe es auch mit der Planung eines Fahrradweges nach Mörsbach voran. Dieses Vorhaben, so der OB, mache „riesigen Spaß, weil es aus der Bürgerschaft entstanden ist – mit dem Ziel, ein Projekt umzusetzen, ohne die kommunale Kasse zu überstrapazieren“.

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