Handball
Das Schinkennudel-Geheimnis der SG Zweibrücken
Die lieb gewonnene, längst unverzichtbare Tradition mit dem Schinkennudeln ist zudem von Erfolg gekrönt ist: Die SG Zweibrücken hat noch eine weiße Weste. Auch dank Griesers gelungenem Comeback. Der emotional leader ist zurück. Tom Grieser, der Abwehrchef der SG Zweibrücken, ist nach monatelanger Verletzungspause (Meniskusoperation) wieder fit. Am Samstag will er mit seinem Team gegen den TV Offenbach den vierten Sieg im vierten Saisonspiel feiern (Anwurf: 18 Uhr, Westpfalzhalle).
„Mir geht es gut“, sagt der 27-Jährige und schränkt schmunzelnd ein: „Sonntags nach den Spielen merke ich, was alles weh tut“. Das sei ganz normal, weiß er. Die Muskulatur muss sich an die Regionalligaanforderungen anpassen.
Im Oktober vergangenen Jahres musste Grieser die damalige Saison verletzungsbedingt vorzeitig beenden. An der Fitness für die Regionalliga arbeitet er intensiv. Zum Beispiel einmal pro Woche mit Physiotherapeutin Tiffanie Zimmermann. Seine linke Körperseite wird gezielt gestärkt. Von muskulären Dysbalancen wird medizinisch in so einem Fall gesprochen, also einem Ungleichgewicht, das Fehlbelastungen und Verletzungen zur Folge haben kann. Durch gezieltes Training sollen diese ausgeglichen werden.
Drei Punkte für den FCK
„Wir werden hier sehr professionell betreut“, schätzt Grieser die medizinische Abteilung der SG Zweibrücken. Unter anderem wird im Pirmasenser Sportstudio Bodylounge daran gearbeitet, dass die Muskulatur ausgeglichen ist. Inhaber Christian Frank ist Physiotherapeut des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern und Grieser bekanntlich großer FCK-Fan. „Da gibt es natürlich Gesprächsstoff“, sagt er. Am Samstag wird sich Grieser das FCK-Spiel in Paderborn im Fernsehen anschauen. Anschließend wird er sich auf die Regionalligapartie gegen den TV Offenbach konzentrieren. „Wenn ich mich am Samstagabend über fünf Punkte freuen kann, wäre das super“, hofft er auf Siege der Roten Teufel und der Zweibrücker Löwen.
Zu letzterem kann er selbst viel beitragen. Wie gegen St. Ingbert, als er einen Gegenstoß mit viel Leidenschaft im gegnerischen Tor versenkte und die SG auf die Siegesstraße brachte, oder vergangene Woche in Mundenheim, als er die erste Zwei-Tore-Führung für Zweibrücken herauswarf. Mit beiden Aktionen stärkte er das Selbstvertrauen seiner Mitspieler, ließ die Hoffnungen der Gegner schwinden.
„Das sind ganz wichtige Aktionen. Tom ist für diese prädestiniert“, schätzt SG-Trainer Martin Schwarzwald die Emotionen, die Grieser aufs Feld bringt. Auch als er verletzt war, „habe ich die Mannschaft von der Bank gepusht. Aber natürlich funktioniert es viel besser, wenn man selbst auf dem Feld steht, selbst Aktionen setzen kann“, sagt Grieser.
Der Coach hat ihm in der Abwehr eine neue Rolle zugedacht. Statt hinten zentral deckt er nun vorgezogen. „Ist natürlich eine Umstellung für mich, aber eröffnet mir zum Beispiel die Chance auf Gegenstöße“, sagt der 1,86 Meter große Spieler. Die Abschlussquote, bekennt er selbstkritisch, „könnte noch ein bisschen besser sein“. Aber er freut sich, dass ihm die wichtigen Treffer gelingen.
Wenn der Funke überspringt
Zuletzt stellten die Zweibrücker ihre offensive Abwehr im Spielverlauf auf eine 6-0-Deckung um – auch diese offensiv orientiert. „Dann sind die Räume etwas kleiner“, sagt Grieser zu dieser Formation, auf die Schwarzwald aus unterschiedlichen Gründen setzte. Mal um den gegnerischen Kreisläufer, mal um zwei Rückraumspieler besser in den Griff zu kriegen. Entscheidend sei, wie gut das Spiel Eins-gegen-eins sei, erläutert Schwarzwald, der Grieser für sein Zweikampfverhalten in Mundenheim ein Lob zollte. Das verdiente sich dort auch ganz besonders Stephan Jahn.
Auf diese Zweikampfstärke setzen die Zweibrücker gegen Offenbach. Dabei müssen sie aus gesundheitlichen Gründen auf Fabian Abel und verletzungsbedingt auf Martin Leufke (gebrochener Finger an der Wurfhand) verzichten. Grieser freut sich auf ein stimmungsvolles Heimspiel. Wenn der Funke vom Spielfeld auf die Ränge überspringt und von dort zurück zur Mannschaft, „dann macht Handball Spaß“, sagt der Heilerziehungspfleger, der als Pädagogische Fachkraft an der Mauritius-Schule in Zweibrücken arbeitet und seine unfreiwillige Handballpause nutzte, um gemeinsam mit Freundin Leonie eine Wohnung in Bubenhausen zu beziehen. „Eine gute Entscheidung“, sagt er über das Zusammenziehen.
Auch Oma Waltraud, die mit ihren Schinkennudeln am Spieltag die Grundlage für erfolgreichen Handball à la Grieser legt, freut sich, den Enkel in guten Händen zu wissen.