Zweibrücken Das halten die Leute von E-Scootern: „Einer hätte mich eben fast umgefahren“

E-Roller werden immer verbreiter. Erste Städte haben sie bereits verboten.
E-Roller werden immer verbreiter. Erste Städte haben sie bereits verboten.

E-Scooter werden immer beliebter. Benötigt es mehr Begrenzungen und Regeln oder bieten sie eine gute Alternative zu sonstigen Verkehrsmitteln? Wir haben uns umgehört.

Matthias Rauch findet E-Roller sind eine „super Sache. Es ist klasse, flexibel zu sein. Wenn der Bus erst in einer halben Stunde kommt, kann man sich einen Roller mieten“, erzählt er begeistert von seinen Erfahrungen aus Ludwigshafen und Frankfurt. Auch einen eigenen Roller hatte er sich angeschafft. „Aber das hat sich im Berufsverkehr nicht so gut umsetzen lassen.“ Allerdings sieht er auch Gefahren. „Weniger im Straßenverkehr, als bei der starken Umweltverschmutzung, wenn die in den Flüssen landen“, erklärt Rauch. Gegen ein Verbot des E-Scooter Verleihs wie in Paris ist er trotzdem: „Da hätte ich ja keine flexible Möglichkeit mehr, einen zu leihen, wenn ich ihn brauche.“ Im Straßenverkehr vermutet Rauch, dass jüngeren Leuten die „Weitsicht“ fehlen könnte, da sie selbst noch keine Autofahrer seien.

Matthias Rauch
Matthias Rauch

„Rücksichtslos“, findet Lothar Pierrong die E-Scooter Fahrer. „Die fahren durch die Fußgängerzone, über die Bürgersteige, man hört die ja nicht. Und dann macht man einen Schritt nach rechts oder links und sie erwischen einen. Gerade, wenn viele in der Fußgängerzone unterwegs sind“, erklärt er. Im Straßenverkehr hat er weniger Probleme. Die Erfindung an sich finde er nicht schlecht. „Wenn sie sich an die Regeln halten, hab ich da auch nichts dagegen. Meiner Meinung nach bräuchte man da härtere Regeln. Vielleicht könnte die Polizei auch mehr kontrollieren“, schlägt Pierrong vor.

Lothar Pierrong
Lothar Pierrong

Im Urlaub hat Hanna Aulich die E-Roller schon öfter verwendet. „Da hat man nichts zum Fahren und dann hilft das, besonders in Großstädten wie in Barcelona, Stockholm oder auch Saarbrücken“, erinnert sie sich und lacht. „Ich finde es sehr praktisch, man kommt näher an die Sachen ran als mit dem Auto und es ist auch umwelttechnisch besser, wobei die Akkus natürlich bedenklich sind“, bemerkt sie. Das Verbot des Verleihs in einigen Städten versteht sie: „Es ist schade, dass die Menschheit das nicht schafft, sich an die Regeln zu halten und damit so gute Sachen kaputt machen.“ Außerdem ist Hanna Aulich für eine „Helmpflicht, da die Fahrer oft mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs sind und das dann auch gefährlich sein kann“.

Hanna Aulich
Hanna Aulich

Auch Andreas Schuler findet die Roller gefährlich. „Man kann leicht stürzen und die Leute fahren auch sehr schnell und rücksichtslos. Ich würde das nicht machen“, gibt er zu bedenken. Die Geräte empfindet er als „zu nah am Boden“ und die Räder als sehr klein. „Das find ich schon mutig, aber das ist deren Problem.“ Er selbst fahre Fahrrad und werde selbst bei 25 Stundenkilometern überholt. „Die huschen an mir vorbei, als würde ich parken“, erklärt Schuler. „Aber jeder kann fahren, was er will. Sie sind eine praktische Ergänzung“, findet er. Das Problem der Umweltverschmutzung sieht Andreas Schuler ebenfalls. „Ein Verbot finde ich rechtlich bedenklich. Allerdings sollte man die Leute anständig registrieren und verantwortlich macht, wenn sie verloren gehen.“

Andreas Schuler
Andreas Schuler

„Solange sie da fahren, wo es erlaubt ist, finde ich es in Ordnung“, findet Carsten Amlung. Mit angemessener Geschwindigkeit wäre die Nutzung von E-Scootern für ihn auch in Fußgängerzonen möglich. „Aber momentan zischen die hier so durch. Auch bei uns durch die Gassen ohne Licht, das ist dann schlecht“, fügt er hinzu. „Die stehen in Städten auch mitten auf den Bürgersteigen und auf Parkplätzen. Da würde ich einen festen Rückgabeplatz besser finden“, erklärt er mit Blick auf den Verleih. Verbieten würde er den Verleih allerdings nicht: „Ich bin für eine bessere Registrierung und Organisation. Wenn die in Flüssen landen, ist das schlecht“, sagt Amlung.

Carsten Amlung
Carsten Amlung

Sybille Gottschalk hat bisher nur einen einzigen E-Scooter in Zweibrücken gesehen. „Und der hat mich fast umgefahren“, erinnert sie sich und lacht. „Es geht um Rücksichtnahme. Wenn man sowas fährt, muss man Abstand halten. Dann ist das kein Problem. Aber wenn man so knapp vorbeifährt, bekommen gerade ältere Leute vielleicht Angst“, erklärt sie. Man müsse absteigen oder zumindest langsamer fahren. Sie „appelliert an die Menschlichkeit und Rücksicht. Im Wald funktioniert das auch mit Wanderern, Fahrradfahrern und sogar Reitern“. Sie ist „strikt gegen Verbote. Das ist eine Frage der Erziehung, aber vielleicht könnte man einen Pfand hinterlegen, um das Problem zu lösen. Andererseits ist das wieder ein bürokratischer Aufwand“, überlegt Sybille Gottschalk. „Ich würde es auch sofort selbst ausprobieren.“

Sybille Gottschalk
Sybille Gottschalk
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