Zweibrücken Das große Kribbeln
ZWEIBRÜCKEN. „Für mich wird das wieder eine ganz schwierige Woche“, ahnte Alexey Wetz, Rückraumspieler des Tabellenzweiten der RPS-Oberliga, VTZ Saarpfalz, schon zu Wochenbeginn: Wetz wohnt in Dansenberg, hat beim TuS das Handballspielen gelernt und gastiert mit der VTZ heute beim Tabellenführer, der TuS Dansenberg heißt (20 Uhr, Dansenberger Sporthalle). „Aber mal in einem Top-Spiel in Dansenberg anzutreten, ist natürlich der Hammer“, freuen sich Wetz und sein Teamkollege Martin Mokris.
Der spielte vor seinem VTZ-Engagement gleichfalls für Dansenberg. Den Oberliga-Hit an früherer Wirkungsstätte bestreiten zu dürfen, „diese Konstellation hatte ich noch nie“, sagt Mokris zurückblickend auf die bisherigen Duelle . „In der Halle in Dansenberg ist immer was los, und beim Oberliga-Gipfel erst recht“, kennen Wetz und Mokris die manchmal fast überschäumende Fan-Begeisterung in Dansenberg bestens. „Natürlich freut man sich auf so eine Atmosphäre, das ist Handball“, sagen beide. Für die 60 Spielminuten werden bestehende Freundschaften zwischen VTZ- und TuS-Spielern ad acta gelegt. „Frotzeleien bekomme ich ja schon über die ganze Woche zu hören“, verrät Wetz. Der 24-Jährige spielt in der zweiten Saison in Zweibrücken und hat – nachdem es in dieser Saison deutlich besser läuft – auch schon seine Zusage für die kommende Runde gegeben. Für ihn sei es sehr schwierig, sein eigenes Leistungsvermögen zu beurteilen, gesteht Wetz, der zuletzt zu den erfolgreichsten Zweibrücker Torschützen zählte. Was die VTZ-Fans zunehmend erfreut, ist der Umstand, dass Wetz, der bislang 76 Saisontreffer erzielte, auch ein Auge für besser postierte Mitspieler entwickelt. Gerade mit Kreisläufer Vladislav Kurotschkin funktionierte am vergangenen Wochenende das Zusammenspiel gut. „Natürlich versuche ich mich immer zu verbessern. Aber nicht nur meine Entwicklung ist wichtig, die Mannschaft insgesamt will sich weiterentwickeln“, sagt der System-Administrator, der in Kaiserslautern arbeitet. Seit Sommer 2014 trägt der frühere TuS-Spielmacher Martin Mokris das Zweibrücker Trikot. „Mit meiner Freundin Alexandra bin ich hier richtig heimisch geworden“, fühlt sich der 28-Jährige in Zweibrücken wohl. Bester Beweis: Auch er hat seinen Vertrag bereits verlängert. Kontakt zu den früheren Dansenberger Kumpels gibt es noch, sagt Mokris, der tagsüber LKW fährt. Dansenberg hat aus seiner Sicht einen sehr guten Kader. „Natürlich sind die Favorit, zumal sie zu Hause spielen. Aber wir haben in dieser Saison schon gezeigt, dass wir auch zu guten Leistungen fähig sind“, will Mokris, der bislang 95-mal traf, davon 42-mal vom Siebenmeterpunkt, die zuletzt eher durchwachsenen Leistungen nicht überbewerten. „Gegen Dansenberg, das wird ein ganz anderes Spiel. Vor allem, weil Dansenberg auch Spaß daran hat, ein Spiel offensiv zu gestalten. Deshalb dürfen sich die Zuschauer sicher auf eine spannende Partie freuen“, ist Mokris sicher, dass ein Handball-Feuerwerk gezündet wird. Das Hinspiel endete leistungsgerecht 29:29. Damals hatte auf Zweibrücker Seite Kapitän Philip Wiese verletzt zuschauen müssen. Dass seine Jungs sich dieses Top-Spiel erarbeitet haben, „ist natürlich großartig“, sagt VTZ-Trainer Danijel Grgic. „Ich muss vielleicht ein bisschen aufpassen, dass sie nicht verkrampfen, vor lauter Konzentration“, merkt Grgic seinem Team an, dass das Kribbeln vor dem Gipfeltreffen eingesetzt hat. „Wir wissen, was Dansenberg kann“, zeigt er unter anderem großen Respekt vor der Wurfkraft des griechischen Nationalspielers Xarios Mallios und den Fähigkeiten des früheren Zweitbundesliga-Spielers Tim Beutler, ein Spiel zu lenken. Andererseits sind auch die Dansenberger vor dem Begegnung mit den Zweibrückern gewarnt: Einmal weil das VTZ-Team eine gute Runde spielt. Und zum anderen verloren sie selbst zuletzt überraschend gegen Bingen nach einer herausragenden Hinrunde mit nur einer Niederlage in 15 Spielen. „Da sieht man, dass die Saison noch lange nicht gelaufen ist und jedes Spiel hochkonzentriert angegangen werden muss“, betont TuS-Teammanager und Vorstandsmitglied Alexander Schmitt. |add/kkm