Spiel der Woche RHEINPFALZ Plus Artikel Contwiger Los-Aufstellung schlägt sich erstaunlich gut

Yannik Schuster (schwarzes Trikot) erzielt hier das 4:4 gegen Palatia-Torwart Tim Krieger (in Grün am Boden) im Tor. Philipp Koc
Yannik Schuster (schwarzes Trikot) erzielt hier das 4:4 gegen Palatia-Torwart Tim Krieger (in Grün am Boden) im Tor. Philipp Koch (Nummer 23, am Boden unter Schuster) kommt zu spät. Auch der Rest der Contwiger Defensive kann nur zuschauen, wie der Ball einschlägt.

Trotz massiver, gewollter Umstellungen war der Meister in Martinshöhe zu Beginn tonangebend. Warum es am Ende dann doch nicht zum Sieg reichte.

Der SV Martinshöhe schlägt Palatia Contwig in der Sonntagspartie der A-Klasse Pirmasens/Zweibrücken zu Hause mit 5:4 (2:1). Um die Live-Übertragung des Zweitliga-Spiels des 1. FC Kaiserslautern verfolgen zu können, einigten sich beide Teams darauf, die Partie um zwei Stunden auf 13 Uhr vorzuverlegen. Der SVM nutzte dann fast hundert Prozent seiner Torchancen und ist durch den Sieg über die als Meister feststehenden Contwiger nun als Tabellenachter mit 37 Punkten endgültig gerettet.

Während SVM-Spielertrainer Jochen Brunner seine bestmögliche Elf im bewährten 4-2-3-1 aufs Spielfeld schickte, machte der Palatia-Coach Niklas Kupper seine im Vorfeld öffentlich angekündigte Absicht wahr und schickte eine „zusammengewürfelte“ Mannschaft ins Spiel. Die Gäste losten sich dabei selbst die Spielpositionen zu. Das bedeutete unter anderem, dass Innenverteidiger Nikolaus Sefrin in vorderster Linie auf der Außenseite aufspielte. Die größte Beachtung mussten die 87 Zuschauer allerdings Tim Krieger und Moritz Betz schenken. Denn Krieger wurde als Feldspieler sogar ins Tor gestellt. Und der etatmäßige Keeper Betz fungierte dafür auf dem Martinshöher Rasen als Mittelstürmer.

SVM zunächst nur vereinzelt in der Offensive

Trotz all dieser Veränderungen waren die Contwiger die tonangebende Mannschaft. Martinshöhe hatte seine liebe Mühe, das Spielgerät gegen die hochpressenden Gäste sicher in den eigenen Reihen zu halten. Eine verunglückte und dadurch viel zu kurz getretene Befreiungsaktion Brunners landete in den Füßen von Betz, dessen Abschluss lenkte SVM-Keeper Marvin Klöfer (6.) aber an die Latte. Mesout Moutous schickte nach sieben Minuten Marcel Hoffmann auf die Reise in den Strafraum, Schlussmann Klöfer baute sich mit seinem Körper aber noch rechtzeitig vor dem sträflich alleine gelassenen Contwiger auf und wehrte den Abschluss ab.

Nur vereinzelt schafften es die Hausherren bis dahin, sich in die Offensive zu flüchten. Michael Schumacher setzte als auffälligste Aktion einen Fernschuss in den Fangzaun (13.) Der Heimelf unterliefen viele Fehlpässe. Auch die Quote der Ballverluste zwang sie immer wieder aus der Vorwärts- in die Rückwärtsbewegung, was bei sommerlichen Temperaturen in der Häufigkeit einiges an Substanz kostete.

SV Martinshöhe erst nach Rückstand richtig wach

Als nomineller Innenverteidiger weiß Contwigs Nikolaus Sefrin nur zu genau, wo ein Stürmer zu stehen hat – und das setzte er auf der für ihn fremden Position perfekt um. Steven Mathieu überlistete seinen Gegenspieler per Beinschuss und spielte im Fünfer quer auf den blank stehenden Sefrin zur Gästeführung (31.).

Diesen Rückstand brauchte der SVM scheinbar, der nämlich prompt im nächsten Gegenangriff mal überlegt durchspielte. Daniel Schulz wurde auf der rechten Seite von Brunner fein angespielt, die Hereingabe von der Grundlinie landete bei Yannik Schuster, der kein Problem hatte, das Ausgleichstor (34.) zu erzielen. Schuster konnte sehenswert aus spitzem Winkel Tim Krieger ein zweites Mal (44.) überwinden.

Schuster erzielt mit drittem Abschluss drittes Tor

Und die Zuschauer bekamen in der zweiten Hälfte noch einige Tore zu sehen. Philipp Koch glich für Contwig aus (48.). Der Meister hatte mehr Ballbesitz, der SVM suchte sein Glück mit langen Bällen aus der Abwehr heraus. Nach einer guten Stunde war für Moritz Betz dann Schluss: „Ich spiele eigentlich seit der Jugend im Tor. Das heute war schon speziell. Ich denke, Tim Krieger hat das bessere Los gezogen als ich“, war Betz nach der Auswechslung dennoch gut gelaunt. Eben dieser „Ersatz“-Keeper Krieger verschätzte sich dann bei einem Eckball, sodass Andreas Schneider wieder für den SVM vorlegte (67.)

Die Palatia-Mannschaft war technisch die reifere Elf, während beim SVM im Angriff vieles auf Zufall basierte. Maximilian Lang glich folgerichtig zum 3:3 aus (81.). Pech hatte Pascal Nickolay, als ihm eine Minute später ein Eigentor unterlief. Doch Verlass war auf Yannik Schuster. Der brachte auch seinen dritten Abschluss in die Maschen (83.), und Daniel Schulz stellte den 5:4-Endstand für Martinshöhe her (88.).

Palatia-Coach Kupper: Mittelfeld war zu offen

„Ich glaube, Martinshöhe hat aus fünf Chancen fünf Tore gemacht. Aber wir dürfen im Mittelfeld auch nicht so offen stehen, wenn wir vorne den Ball verlieren“, meinte Palatia-Coach Niklas Kupper hinterher. SVM-Co-Spielertrainer Michael Schumacher sah „einen glücklichen Sieg für uns, mit dem wir nun endlich gerettet sind. Wir haben heute einige Nackenschläge eingesteckt, gerade das 3:4. Dennoch sind wir ruhig geblieben und sind durch unsere Moral wieder gekommen“. Er bescheinigte der Palatia aber auch, „in allen Belangen die beste Mannschaft der Liga zu sein, die verdient aufsteigt“.

So spielten sie

SV Martinshöhe: Klöfer - Vollmar, Reiter, Brunner, Nickolay - Schumacher, Schneider - Ibo, Schulz, Dahl - Schuster (83. Maske)

SV Palatia Contwig: Krieger - Gilbert, Heubeck (46. Schubert), Hoffmann, Hüther (46. Lang) - Moutous, Sefrin, Mathieu, Winkler (46. Koch), Kupper - Betz (62. Wick).

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