Zweibrücken Canadasiedlung im Wandel: Neue Betreuungseinrichtung und Mehrzweckhalle geplant

Der Spatenstich des Nardinihaus-Neubaus in der Canadasiedlung wird unter den Augen von Nardini-Prokurist Matthias Schwinzer von
Der Spatenstich des Nardinihaus-Neubaus in der Canadasiedlung wird unter den Augen von Nardini-Prokurist Matthias Schwinzer von den Kindern durchgeführt, die in der bisheringen Einrichtung betreut werden.

Rund vier Millionen Euro investiert die städtische Gewobau in der Canadasiedlung in den Neubau eines Nardinihauses der Kinder- und Jugendhilfe. Kürzlich war Spatenstich.

In der Canadasiedlung sollen neun stationäre Betreuungsplätze in einer Wohngruppe und 30 teilstationäre Tagesplätze der Trägergesellschaft Nardinihaus Pirmasens entstehen. Im Nardinihaus werden Kinder betreut und es wird Hilfe zur Erziehung angeboten. Das neue Gebäude entsteht unterhalb des Netto-Marktes, in direkter Nachbarschaft des ehemaligen Youth Centers (Jugendzentrums), das die Kanadier in den 50er-Jahren gebaut haben, und in dem bislang die ambulante Betreuung des Zweibrücker Ablegers des Pirmasenser Nardinihauses stattfindet.

Gebaut und bezahlt wird das Nardinihaus von der Gewobau, die es wiederum an das Nardinihaus-Zentrum vermieten wird. Steht der Neubau, wird das ehemalige Youth Center abgerissen. Es entspricht laut Gewobau-Chef Jörg Eschmann nicht mehr den Standards und kann nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll saniert werden. Teil des Youth Centers ist auch eine in ihrer Form seltene Turnhalle mit Backsteinwänden, die nicht wie üblich rechteckig ist, sondern nahezu quadratisch. An Stelle der alten, kleinen Halle soll dann eine neue Mehrzweckhalle entstehen. Abriss und anschließender Hallen-Neubau werden laut Oberbürgermeister Marold Wosnitza zu 90 Prozent über das Programm Sozialer Zusammenhalt gefördert.

Bauhelme für die Kinder

„Das Nardinihaus ist eine etablierte Einrichtung des Kinder- und Jugendschutzes. Es steht für Schutz, Struktur, Wärme und Perspektive. Für junge Menschen, deren Lebensweg bislang von Unsicherheit geprägt war, entsteht hier ein neuer Ort der Zuversicht“, erklärte Jörg Eschmann beim Spatenstich. Der wurde von den Kinder gemacht, die in der bisherigen Einrichtung betreut werden. Um ihnen eine zusätzliche Freude zu machen, versprach Eschmann ihnen 30 Bauhelme der Gewobau, da beim Spatenstich nicht für jeden ein Helm vorhanden war. Er freute sich, dass „das Projekt jetzt endlich beginnt. Wir planen es ja schon sechs Jahre“, erklärte Eschmann. Dies sei nicht nur ein einzelnes Projekt, sondern Teil der Transformation der Canadasiedlung inklusive neuer Mehrzweckhalle und ein weiterer Baustein zum Ziel der grünen Mitte in der Canadasiedlung. Baubeginn des Nardinihauses soll im Februar 2026 sein.

Laut Matthias Schwinzer, Prokurist und kaufmännischer Leiter des Nardinihauses Pirmasens, werden zusätzliche Stellen für den stationären Bereich geschaffen. Derzeit beschäftigt das Nardinihaus an mehreren Standorten rund 140 Mitarbeiter. Renate Gerlich, pädagogische Gesamtleiterin des Nardinihauses, sieht steigenden Bedarf in der Kinder- und Jugendpflege. „Kinder brauchen heutzutage vielseitige Unterstützung in herausfordernden Situationen“, ist sie überzeugt.

Kurz vor dem Spatenstich feierten die Repräsentanten auch Richtfest an zwei ehemaligen kanadischen Wohnblöcken. Diese werden jeweils mit einem weiteren Geschoss aufgestockt, altersgerecht und barrierefrei saniert sowie energieeffizienter gemacht. „Damit schaffen wir 20 komplett erneuerte Wohneinheiten für eine gute Lebensqualität“, versprach Jörg Eschmann.

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