Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Busfahrer-Streik geht glimpflich ab - Im Juni sieben Tage Ausstand?

Fahren auch am Dienstag nicht: Busse der bestreikten Zweibrücker Stadtbus GmbH.
Fahren auch am Dienstag nicht: Busse der bestreikten Zweibrücker Stadtbus GmbH.

Nach einem Streikaufruf der Gewerkschaft Verdi blieben am Montag alle Busse der Stadtbus Zweibrücken GmbH im Depot an der Schlachthofstraße. Auch am Dienstag ruhte der gesamte Linienverkehr und damit auch der Schülerverkehr wegen des Streiks. Im Juni könnte der Streik eskalieren.

Der für Verkehr zuständige Gewerkschaftssekretär von Verdi, Marko Bärschneider, sprach am Montag von rund 80 Mitarbeitern bei Stadtbus und Verkehrsgesellschaft Zweibrücken, die dem Gewerkschaftsaufruf gefolgt seien. Auch bei der Bahntochter DB Regio Bus, die Strecken im Umland bedient, habe der Betrieb komplett stillgestanden. Der Tarifpartner, die Vereinigung der Arbeitgeberverbände des Verkehrsgewerbes Rheinland-Pfalz, habe Stand Montagmittag, sich nicht zu weiteren Verhandlungen bereiterklärt. Vorangegangen waren bereits im Mai zwei Streikmaßnahmen, zuletzt vergangene Woche. Die Gewerkschaft will vor allem durchsetzen, dass Busfahrer ihre durch die Linienführung erzwungenen Standzeiten bezahlt bekommen. Zudem geht es um höheres Urlaubsgeld.

Morgen will sich die Tarifvollversammlung der bei Verdi organisierten Busfahrer beraten und das weitere Vorgehen, etwa weitere Streiktage, beschließen.

UPDATE 18. Mai, 17.30 Uhr: Am Dienstag beschlossen die Streikenden, von Arbeitskampfmaßnahmen bis einschließlich 4. Juni abzusehen. Sollten die Arbeitgeber eine als Ulitmatum formulierte Aufforderung, die Verhandlungen fortzusetzen, verstreichen lassen, werde man vom 7. Juni bis Schichtende am 13. Juni zu einem siebentägigen Streik aufrufen, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.

„Bislang haben die Arbeitgeber sich kein Stück bewegt, uns und vor allem die auf die Busse angewiesenen Kunden und die vielen Schüler im Regen stehenlassen. Wir würden gerne verhandeln, dürfen aber nicht“, sagt der Gewerkschaftssekretär des Fachbereichs Verkehr Rheinland-Pfalz. Die Busfahrer stünden geschlossen hinter der Forderung. Es gehe auch darum, Abwanderungen in andere Tarifgebiete zu verhindert. Busfahrer bei privaten Unternehmen in Rheinland-Pfalz seien erheblich schlechter gestellt als ihre Kollegen in Baden-Württemberg oder Hessen.

Die Stadt Zweibrücken hatte für Montag und Dienstag für die Schülerverkehre einen Notfahrplan eingerichtet und auf der Internetseite der Stadtverwaltung veröffentlicht. Die Schuldezernentin, die städtische Beigeordnete Christina Rauch, sagte, man keine Klagen betroffener Schülerinnen und Schüler vernommen. Die Situation sei aber nichtsdestotrotz schwierig.

Die weiterführenden Schulen vermeldeten am Montag nur wenige wegen des Busfahrerstreiks verhinderte Schüler. Beim Helmholtz-Gymnasium seien zwei Schüler kurzfristig abgemeldet worden, berichtet Schulleiterin Kerstin Kiehm. Die frühzeitige Ankündigung und eine gewisse Einübung wegen vorheriger Streiks habe rechtzeitig reagieren lassen. Es habe auch kein „Anfahrtchaos“ vorm Schulgebäude in der Bleicherstraße gegeben. Wegen der Coronavirus bedingten Einschränkungen des Präsenzunterrichts waren gestern rund 450 Helmholzer vor Ort.

Jörg Neurohr, der Schulleiter des Hofenfels-Gymnasiums, hatte gar nur Kenntnis von einem Schüler, der wegen des Streiks von seinen Eltern abgemeldet wurde. „Eltern und Schüler habe sich wirklich gut auf die Situation eingestellt.“ Von einer Störung des Schulbetriebs könne man kaum reden. Am Hofenfels-Gymnasium wurden gestern rund 350 Schüler unterrichtet.

Ähnlich die Einschätzung von Konrektor Marc Sadowski von der Mannlich-Realschule. Es sei nur noch vereinzelt zu Abwesenheitsmeldungen gekommen.

An der Integrierten Gesamtschule in Contwig seien es etwa 15 von 375 für den Präsenzunterricht gemeldeten Schüler gewesen, die gestern infolge aussetzender Busse nicht ihr Ziel erreichten, berichtet Thomas Höchst. Etliche Schüler seien am Montag auf den Zug ausgewichen und seien vom Contwiger Bahnhof hoch zum Schulgebäude gelaufen.

Auch für den heutigen Streiktag , den Dienstag, erwarten die Schulen keine gravierenden Auswirkungen.

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