Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Bunte Lichter beunruhigen Zweibrücker – Weltrekordversuch, keine Aliens (mit Video)

Ein echtes Lichtspektakel: Die Fallschirmspringer halten sich an den Händen fest und bilden eine Figur.
Ein echtes Lichtspektakel: Die Fallschirmspringer halten sich an den Händen fest und bilden eine Figur.

Zweimal waren am Samstagabend bunte Lichter über der Rosenstadt zu sehen. Viele Zweibrücker blickten gen Himmel und fragten sich, was da los ist. Der Grund für das Spektakel: Fallschirmspringer, die einen Weltrekord aufstellen wollten.

Zweimal leuchtete eine große Lichtkugel scheinbar aus dem Nichts auf und zersprang in viele kleine bunte Lichter, die sich immer weiter verteilten, während sie langsam auf die Erde niedersanken. Viele Erklärungsversuche für diese Erscheinungen kursierten im Internet. „Die Aliens kommen“, war nur eine der wilden Spekulationen, die im Internet zu lesen waren.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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Aliens waren es freilich nicht, die da am Himmel zu sehen waren. Tatsächlich war jedes der weißen, grünen, roten und blauen Lichter ein Fallschirmspringer. 19 waren es insgesamt. Sie waren aus ganz Deutschland angereist, um in Zweibrücken einen neuen Weltrekord aufzustellen: im Dunkeln bei einem Sprung nacheinander zwei verschiedene Figuren formen. Bisher sei das weltweit nur mit 17 Fallschirmspringern gelungen, erzählt Tobi Laidig. Der 74-Jährige vom Fallschirmsprungzentrum Saulgau in Baden-Württemberg war einer der Fallschirmspringer, der am Himmel zu sehen war. „Ich war einer der Letzten, die das Flugzeug verlassen haben.“

Sprünge im Dunkeln sind etwas ganz Besonderes

Sein Hobby betreibt er seit 27 Jahren, mehr als 4000 Sprünge hat er bereits absolviert. Die Aktion in Zweibrücken war für ihn dennoch etwas ganz Besonderes, denn nachts sei er erst ein- oder zweimal gesprungen. „Nachtsprünge sind immer etwas sehr Spezielles, etwas Extravagantes. Man springt dabei quasi in ein schwarzes Loch.“ Schließlich dauere es eine kurze Zeit, bis sich die Augen nach dem Sprung aus dem hellen Innenraum des Flugzeugs an die Dunkelheit draußen gewöhnten.

Die Figur für den Nachtsprung haben die Springer am gleichen Tag bei Licht geübt.
Die Figur für den Nachtsprung haben die Springer am gleichen Tag bei Licht geübt.

Deshalb sei er am Samstagabend natürlich aufgeregt gewesen. „Dann war es aber doch einfacher als gedacht“, erinnert er sich. Immerhin waren er und die übrigen Fallschirmspringer mit bunten LED-Lichterketten ausgestattet, damit sie sich gegenseitig im Dunkeln erkennen und für die geplanten Figuren greifen können.

Einzelne Personen fallen zu schnell

Zweimal sind die 19 Fallschirmspringer in einer Höhe von 4500 Meter aus dem Flugzeug gesprungen. Gegen 19.30 und 21.45 Uhr. Beide Male ist ihnen nur die erste Figur geglückt. „Bei der zweiten waren eine oder zwei Personen am Anfang zu schnell gefallen und dann tiefer als die übrigen. Das konnten sie durch langsameren Fall nicht mehr ausgleichen, die anderen konnten sie nicht mehr greifen“, erklärt Organisator Philipp Exner.

Am Tag haben die Springer zweimal geübt. Unser Foto zeigt sie auf dem Weg ins Flugzeug.
Am Tag haben die Springer zweimal geübt. Unser Foto zeigt sie auf dem Weg ins Flugzeug.

Aus dem Weltrekord wurde daher nichts, aber für einen deutschlandweiten Rekord hat’s gereicht: „Es gab noch nie 19 deutsche Fallschirmspringer, die sich bei einem Nachtsprung an den Händen gehalten haben“, informiert Exner. Das sei zuvor nur 17 Personen gelungen. Das Rekordergebnis am Zweibrücker Nachthimmel sei allerdings nur inoffiziell, weil es zuvor nicht eigens als Rekordversuch angekündigt worden war.

Rekordversuch war ursprünglich woanders geplant

Ursprünglich hätte die Aktion laut Exner gar nicht in Zweibrücken stattfinden sollen, sondern in Tschechien. Doch dort sei das Wetter am Wochenende so schlecht gewesen, dass man den Rekordversuch kurzerhand nach Zweibrücken verlegt habe. Deshalb war die Aktion nicht angekündigt worden. Eigentlich wollten sich 22 Fallschirmspringer daran beteiligen, aber nach der Ortsverlegung hätten drei aus logistischen Gründen absagen müssen.

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