Zweibrücken Bullis Biber machen Kasse
ZWEIBRÜCKEN. Die Wiedersehensfreude war am Samstag vor und nach dem Drittligahandballspiel zwischen dem SV 64 Zweibrücken und dem TV Hochdorf erkennbar groß. Mit den Ex-Zweibrückern bei Hochdorf – Trainer Stefan Bullacher, Torwart Ladislav Kovacin und Torjäger Robin Egelhof – waren Freunde zurückgekehrt. Während der 60 Spielminuten zählte die Freundschaft nicht. Hochdorf siegte verdient 33:26 (14:11).
„Ich habe heute gegen meine Familie gespielt, aber ich will auch gegen die Familie gewinnen“, brachte Kovacin seine Gefühle auf den Punkt. Dass er in den drei Jahren im SV-Trikot, das er vor seinem Engagement beim TVH trug, Teil der Zweibrücker Handballfamilie geworden ist – auch wegen seiner professionellen Einstellung- war das auf dem Feld kaum spürbar. Hochdorf löste, trotz dezimiertem Kader, die Aufgabe in Zweibrücken problemlos. „Dafür habe ich heute viel Respekt. Das war spielerisch und kämpferisch wirklich gut“, lobte Ex-SV- und jetzt TVH-Trainer Stefan Bullacher seine aktuelle Mannschaft. Bullacher verbrachte einen entspannten Abend in der Westpfalzhalle. Im Gegensatz zu SV-Trainer Tony Hennersdorf, dessen Mannschaft es nicht schaffte, Kapital aus der personellen Schwächung Hochdorfs zu ziehen – wobei das für den TVH spielende Personal teilweise für Extra-Klasse stand. Auch an die gute Leistung vom Spiel gegen Backnang/Oppenweiler konnt man nicht anknüpfen. „Wir haben heute wieder viel zu viele Fehler gemacht“, resümierte Hennersdorf. Die ersten 25 Minuten konnte Zweibrücken das Spiel gegen die Pfalzbiber genannten Hochdorfer offen gestalten. Das erste Duell Rok gegen Rob – SV-Torwart Rok Selakovic gegen TVH-Torjäger Robin „Rob“ Egelhof – gewann Selakovic. Er begann gut und konnte, wie seine Teamkollegen, das Niveau der Anfangsphase nicht halten. Das zweite Duell entschied Egelhof für sich und traf anschließend achtmal. „Das war schon ein emotionales Spiel, klar. Am Anfang war es noch komisch, aber mit zunehmender Spieldauer wurde es ein normales Spiel, und da will man einfach seine beste Leistung zeigen“, sagte Egelhof, der kommende Runde in der Zweiten Bundesliga spielen wird und am Samstag unterstrich, warum das so sein wird. Mit zunehmenden Spieldauer waren es auf Zweibrücker Seite die A-Junioren Marc-Robin Eisel und Kian Schwarzer, die die sehenswertesten Akzente im SV-Spiel setzten. Beispielsweise beim Treffer Schwarzers vom Kreis zum zwischenzeitlichen 22:28 (54.), dem ein genialer Pass Eisels vorausgegangen war. Schwarzer hatte mit dem Treffer zum 6:5 (17.) sein erstes Drittligator erzielt. Hochdorf, dirigiert vom spielstarken Tim Götz, kam von Beginn an leichter zu seinen Toren. Egelhof setzte sich immer besser gegen die Zweibrücker Abwehr durch, und Kovacin hielt deutlich stärker als die Zweibrücker Torhüter. Das war mit ausschlaggebend dafür, dass Hochdorf in den fünf Minuten vor der Pause von 11:10 auf 14:11 wegzog und direkt nach dem Wiederanpfiff seinen Vorsprung kontinuierlich auf 22:14 (42.) ausbaute. Zweibrücken setzte auf Risiko, erarbeitet sich auch Chancen, die teils schwach vergeben wurden. 20 Fehlwürfe im Spiel waren schlicht zuviel. Die schwache Angriffsleistung ermöglichte es Hochdorf zudem, zu leichten Toren zu kommen. Beispielsweise drei Mal ins verwaiste SV-Tor zu treffen, weil Zweibrücken auf die Variante „Torwart raus, zusätzlicher Feldspieler rein“, setzte und nicht schnell genug wechselte nach Fehlwürfen. „Wir haben in der zweiten Halbzeit in der Abwehr auch keinen Zugriff mehr bekommen“, räumte Benny Zellmer selbstkritisch ein. So spielten sie SV 64 Zweibrücken: Selakovic, 40. Berz – Bayer (1), Dennis Götz (5/3), Wöschler (5) –Alt (2), Zellmer (2) – Sema - Hammann (3), Eisel (3), Schwarzer (3), Huber (1), Grieser (1), Oetzel TV Hochdorf: Kovacin, 45. Schulte –Egelhof (9), Tim Götz (10/5), Claussen (1) – Lanninger (5), Schwenzer (2) - Sorda (2) - Bayer (4), Klee Spielfilm: 3:3 (8.), 6:5 (17.), 10:11 (25.), 11:14 (Halbzeit), 13:15 (33.), 14:22 (42.), 20:28 (53.), 26:33 (Ende) – Zeitstrafen: 5:4 – Siebenmeter: 3/3 – 5/5 – Beste Spieler: Fehlanzeige – Tim Götz, Egelhof – Zuschauer: 550 - Schiedsrichter: Aniol/ Gillmann (HV Niederrhein). |add