Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Bullacher ist als Zweibrücker Trainer in der Wiedereingliederung

Die Corona-Erkrankung hat heftig an Stefan Bullacher gezehrt. Jetzt freut er sich, dass er nach Wochen seine Drittliga-Mannschaf
Die Corona-Erkrankung hat heftig an Stefan Bullacher gezehrt. Jetzt freut er sich, dass er nach Wochen seine Drittliga-Mannschaft am Samstag gegen Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen II wieder betreuen kann.

Drei Wochen ohne Handball, ohne Training, ohne Spielvorbereitung – das gibt es bei ihm normalerweise noch nicht mal im Urlaub. Zuletzt war der Handball Stefan Bullacher, Trainer des Handball-Drittligisten SV 64 Zweibrücken, aber völlig egal. Eine Corona-Infektion setzte ihn außer Gefecht.

„Ich bin sozusagen in der Wiedereingliederung“, sagt Stefan Bullacher. Mittlerweile interessiert ihn der Handball wieder. Dass er am Samstag (18 Uhr, Westpfalzhalle) die Zweibrücker im Spiel gegen den Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen II coachen kann, „freut mich schon“, bekennt er.

Bullacher ist Trainer des Drittliga-Teams, trainiert Jugendmannschaften und ist Jugend-Koordinator beim SV 64. Am Montag leitete er erstmals nach seiner krankheitsbedingten Auszeit das Training der D-Jugend. „Hat ganz gut funktioniert“, sagt der A-Lizenz-Inhaber zur Rückkehr in die Halle. Wie sehr die Krankheit an ihm gezehrt hat, merkte er aber deutlich. Nach dem Training nach Hause, auf die Couch, „und ich bin sofort eingeschlafen“, erzählt er. Von der Couch direkt ins Bett und lange, lange geschlafen. Die Krankheit hat Substanz gekostet.

Wenige Schritte waren schon zu viel

Täglich mehrere Stunden in der Halle stehen, funktioniert daher noch nicht. „Wir haben vereinbart, dass ich an einem Tag eine Trainingseinheit absolviere, und wir schauen einfach, wie es geht“, erläutert Bullacher die Wiedereingliederung. Es geht aufwärts, er ist zuversichtlich. Seine Lungenfunktion wird noch regelmäßig überwacht, er bekommt Aufbaupräparate. Bei 1,92 Meter bringt er aktuell weniger als 80 Kilogramm Körpergewicht auf die Waage, hat während der Krankheit viel abgenommen. Erst nach zwei Wochen konnte er mal wieder am Tisch sitzen und ein bisschen was essen.

Dass es ihn so erwischen würde, „damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe auch zu denen gehört, die sich relativ sicher fühlten, weil sie zweimal geimpft sind“, bekennt der 52-Jährige. Er ist heilfroh – für ihn hatte das auch nie in Frage gestanden –, dass er zweimal geimpft war. „Ich mag mir nicht vorstellen, wie das ausgegangen wäre, wenn ich nicht geimpft gewesen wäre“, ist er sicher, dass die Impfung einen schwereren Verlauf verhinderte. Wer noch nicht miterlebt habe, wie Corona ist, könne sich das nicht vorstellen. Für ihn, der sehr viel Ausdauersport betreibt, waren zum Beispiel die wenigen Schritte vom Bett ins Bad schon zu viel. Völlig am Ende und fertig, so beschreibt er seinen Zustand dabei.

Auf die Idee eines Impfdurchbruchs wäre Bullacher nicht gekommen

Wo er sich angesteckt hat, wisse man nicht genau, „aber sehr, sehr wahrscheinlich beim Spiel in Hochdorf“, sagt er. Allerdings nicht in Zusammenhang mit dem Spiel, denn alle SV-Spieler testeten negativ in der Folge, sondern über persönliche Kontakte am Rande des Spiels.

Während des Camp 64 wurde er dann krank. Als er den SV-Vorsitzenden Jürgen Knoch informierte, dass er sich nicht gut fühle, „hat der mir gesagt, dass ich mal auf Corona testen solle. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen“, erzählt Bullacher. Mediziner Knoch hatte die Symptome richtig zugeordnet. Bullacher machte einen Schnelltest. „Der war positiv, ich konnte es nicht glauben“, schildert der SV-Coach diesen Moment. Test wiederholt, noch mal wiederholt, Schnelltest beim DRK. Alle so positiv, wie der Gewissheit bringende PCR-Test, der darauf folgte.

Gegen den Spitzenreiter wieder auf der Bank

Co-Trainer Klaus-Peter Weinert musste das Drittliga-Team übernehmen. Die erste Partie, das Top-Spiel gegen Leutershausen. „Wir hatten den Livestream laufen, aber ich habe eigentlich nichts mitbekommen, war nur fertig, konnte mich nicht konzentrieren“, erzählt Bullacher. Das blieb so. Auch beim Spiel gegen Großsachsen, als Tom Grieser coachte. In der Woche vor dem Spiel gegen Pforzheim, „da ging es langsam immer ein Stückchen besser“. Aber für ihn war klar, das ist Weinerts Spiel, er hält sich komplett raus. Grieser und Tim Götz halfen dem Interimscoach bei der Videovorbereitung. Bullacher konnte vergangenen Samstag erstmals wieder einen Livestream komplett schauen. „Nach dem Spiel habe ich Klaus-Peter gratuliert. Das war sein Sieg. Er hat in allen Situationen die richtigen Personalentscheidungen getroffen, zu den richtigen Zeiten die Auszeit genommen“, lobt Bullacher.

Jetzt kehrt er auf die Bank zurück, hat erste Videoanalysen gemacht. Es kommt: der Tabellenführer, der vergangene Woche erstmals ein Spiel verlor. „Ich wage die Prognose, dass die Rhein-Neckar Löwen II auch am Ende der Runde auf Platz eins stehen“, sagt Bullacher. Mit Michael Abt, der den SV schon als Spieler vor nahezu unlösbare Aufgaben stellte, hätten die Gäste einen guten Trainer, dazu sehr viele gestandene Spieler mit Erst- und Zweitliga-Erfahrung. Überragend im Rückraum sind die Brüder Sebastian und Max Trost. „Das ist eine Top-Mannschaft“, freut sich Bullacher einfach über die Rückkehr zum Handball.

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