Zweibrücken Bravourös gescheitert

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ZWEIBRÜCKEN. Die Füchse Berlin kamen am Samstag unbeschadet aus der belebten Löwenhöhle: Die B-Jugend-Jungs aus der Hauptstadt gewannen mit 34:26 (13:8) auch das zweite Halbfinale um die deutsche Meisterschaft gegen den SV 64 Zweibrücken (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete) und ziehen in die Endspiele gegen die SG Flensburg-Handewitt ein. Ein ausschlaggebender Faktor für den Füchse-Sieg: die klasse Leistung ihrer Torhüter.

Jan Jochens im Berliner Kasten legte los wie die Feuerwehr, wehrte die ersten drei Wurfversuche der Zweibrücker ab. Wobei besonders die SV-Rückraumspieler – aus der Distanz oder beim Durchbruch – zunächst immer wieder, mit mitunter auch nicht konsequenten Wurfversuchen, scheiterten. „Unsere Torhüter waren die ganze Saison über unsere Achillesferse. Heute hat uns Jan in den ersten 15 Minuten im Spiel gehalten. Kompliment, das war extrem wichtig“, lobte Berlins Trainer Bob Hanning in der Analyse seine beiden Torhüter dafür, in den entscheidenden Spielen da zu sein. „Die Berliner haben das Torhüterduell klar gewonnen“, erkannte auch SV 64-Trainer Tony Hennersdorf an. Den 20 Paraden von Jochens (15) und danach Joshua Rau (5) standen nur acht auf SV-Seite gegenüber. Dabei hatte Normen Becker in der Anfangsphase gar nicht schlecht gehalten. Bis zum 6:6 hielten die Zweibrücker gut mit, die Berliner hatten eine erste Zeitstrafe für ihre sehr zupackende Abwehrarbeit kassiert und bereits eine Strafwurf vergeben. Hätte, wenn und aber … Hätten die Zweibrücker in dieser Phase ihre Chancen in Überzahl besser genutzt, Jochens nicht zum Teil weiter „warm geworfen“, dann hätte es sein können, dass die Berliner vor der tollen Kulisse von 1200 Zuschauern in der Westpfalzhalle ähnlich einknicken wie beim 24:25 im Viertelfinale bei der SG Meißenheim/Nonnenweier. Aber der amtierende deutsche Meister hatte laut Trainer Bob Hanning seine Hausaufgaben gemacht und setzte die Vorgaben „diesmal über 50 Minuten konsequent um“. Dazu gehörte, dass die Berliner sehr offensiv deckten; das war fast eine 3:3-Formation: Drei Spieler hinten am Kreis, drei bei 15 Metern gegen die Rückraumakteure des SV 64. „Wir wollten sie viel laufen lassen und müde machen“, sagte Hanning dazu. Das klappte: „Am Ende war es auch eine Kraftfrage“, bekannte Tony Hennersdorf, dessen erste Sechs lange durchspielte, während auf der Berliner Bank Ex-Europameister und Co-Trainer Volker Zerbe die Spieler munter zum Durchwechseln rufen konnte. Vom 6:6 setzten sich die Berliner auf 10:6 (20.), bis zur Pause auf 13:8 (25.) ab – das war schon die Vorentscheidung. Denn während die Zweibrücker vorne hart für Torerfolge arbeiten und viel einstecken mussten, kamen die Gäste zu leichteren Treffern. Allen voran der Halblinke Mex Raguse, aber auch Aaron Krai und Erik Gerntke spielten mit ungeheurem Zug zum Tor, warfen ihre körperlichen Vorteile in die Waagschale und schonten sich in den Eins-gegen-Eins-Aktionen kein bisschen. Raguse hatte am Ende 14-mal getroffen. Nach der Pause spielten die Berliner konsequent weiter, setzten sich auf 25:18 ab. Da konnte Hanning auch eine defensive 6:0-Deckung anordnen. Die nutzten die Zweibrücker wieder besser: Marc-Robin Eisel mit tollen Schlagwürfen, Robby Welsch mit sechs Treffern aus dem Rückraum. Und der gute SV-Linksaußen Tim Schaller (sechs Tore) wurde von Füchse-Keeper Jochens erstmals beim versuchten Kempa-Trick (44.) ausgebremst. „Im ersten Moment sind wir schon traurig, aber die Berliner waren einfach besser“, meinte SV-Spieler Marc-Robin Eisel. Im Nachhinein eine der vier besten deutschen Mannschaften zu sein, steht laut Eisel aber für eine richtig geile Saison, auf die auch Trainer Tony Hennersdorf stolz ist. So spielten sie SV 64 Zweibrücken: Becker, Mangold (30., bei zwei 7m) – von Lauppert, Eisel (8/3 Tore), Welsch (6) – Meiser (3), Schaller (6) - Schwarzer (2) – Meister, Eder, Dobrani (1), Hugo Füchse Berlin Reinickendorf: Jochens, Rau (ab 42.) – Knauer (2), Matthes (5), Raguse (14/4) – Luedke, Keskic (1) – Felix Butzke (3) – Krai (5), Gerntke (4), Urios, Kazimierske, Karpe, Sebastian Butzke Spielfilm: 3:2 (7.), 6:6 (16.), 6:9 (20.), 7:10 (23.), 8:13 (25., Halbzeit), 10:16 (28.), 14:21 (34.), 17:22 (38.), 20:26 (42.), 22:30 (45.), 24:31 (47.), 26:34 (Ende) – Zeitstrafen: 2:6 – Siebenmeter: 3/3 – 5/4 – Beste Spieler: Eisel, Schaller – Jochens, Raguse, Krai, Matthes – Zuschauer: 1200 – Schiedsrichter: Kilp/Maier (Oberursel/Steinbach).

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