Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Brandstifterprozess: Benzin in der Wohnung und Brandlöcher im Pulli

Das Haus in Contwig ist nach dem Feuer unbewohnbar.
Das Haus in Contwig ist nach dem Feuer unbewohnbar.

Ein Syrer soll für drei Brände in Pirmasens und Contwig verantwortlich sein. Gutachter haben brennbare Flüssigkeiten bei ihm nachgewiesen. Und wo er während des Brandes in Pirmasens war, weiß die Polizei jetzt auch.

Ein Mann aus Syrien soll in Contwig zweimal und in Pirmasens einmal Feuer in dem Haus gelegt haben, in dem er zu jener Zeit wohnte. Bei dem jüngsten Brand, den der Syrer im März in Pirmasens gelegt haben soll, ist das Feuer in der Küche seiner ehemaligen Wohnung ausgebrochen. Das geht aus einer sogenannten Gefährdungsanalyse des LKA hervor, die beim Prozesstag am Dienstag vorgelesen wurde. Demnach ist das Feuer mithilfe einiger Zeitungen auf dem Küchenboden entzündet worden, hat sich aber nicht weiter ausgebreitet. Dazu war zu wenig brennbares Material in der Küche vorhanden.

Feuerzeugbenzin in der Wohnung

„Zwei Rauchmelder waren von der Decke abgehängt und auf der Couch mit Kleidern zugedeckt worden. Außerdem wurde in der Wohnung ein Fläschchen mit Feuerzeugbenzin gefunden“, berichtete der Hauptkommissar von der Kriminalpolizei, der die Spurensuche und die Dokumentation am Tatort geleitet hatte.

Noch am Tag des Brandes in Pirmasens war der Beschuldigte festgenommen worden. „Sein Pullover hatte Brandschäden. Die sahen aus, als kämen sie durch Funkenflug“, erinnerte sich der Polizist. Ein Gutachten besagt, dass an der Kleidung des Beschuldigten und an seinen Händen „Rückstände eines leichten Erdöldestillats“ nachgewiesen wurden, das auch in Feuerzeugbenzin enthalten ist.

Stadtspaziergang, während Wohnung brennt

Auch das Handy des Syrers wurde nach der Tat sichergestellt und Standortdaten darauf ausgewertet. Laut diesen Daten habe er sich zwischen 11 und 17 Uhr in seiner Wohnung in der Pasquaystraße aufgehalten, berichtete der Hauptkommissar. Gegen 18 Uhr habe er seine Wohnung verlassen, hatte der Syrer nach seiner Verhaftung behauptet. Um 18.23 Uhr wurde die Polizei wegen des Brandes alarmiert.

Laut Standortdaten hielt sich der Beschuldigte zwischen 18.11 und 18.21 Uhr, also kurz bevor der Brand bemerkt wurde, in der Schäferstraße auf. Die beiden Straßen sind etwa zehn Minuten Fußmarsch voneinander entfernt. „Das würde mit der Brandlegung zusammenpassen.“ Eine Dreiviertelstunde nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte kehrte der Syrer zu seiner Wohnung zurück, wo er festgenommen wurde.

Andere Ursachen für Brand ausgeschlossen

Vor zwei Jahren soll der Syrer in Contwig binnen fünf Wochen zweimal Feuer in dem Mehrfamilienhaus gelegt haben, in dem er wohnte. Beim zweiten Mal brannte das Haus fast völlig aus. Wie ein Gutachter berichtete, war das zweite Feuer in einem Raum einer unbewohnten Wohnung im Erdgeschoss ausgebrochen. Technische oder natürliche Ursachen für den Brand schloss der Sachverständige aus. Aber: „Es ist nicht auszuschließen, dass der Brand durch Aufbringenen und Entzünden einer brandbeschleunigenden Flüssigkeit entstanden ist“, betonte er.

In der Wohnung des Beschuldigten im ersten Stock wurde ein etwa halbvoller Fünf-Liter-Kanister mit Benzin gefunden. Es sei eine „absolut plausible Möglichkeit“, dass mit der Menge an Flüssigkeit, die im Kanister fehlte, das Feuer entfacht worden war, sagte der Gutachter.

Nach dem ersten Brand in Contwig, der im Keller des Hauses ausgebrochen war, sind laut einem Gutachten keine Spuren von einem Brandbeschleuniger gefunden worden. Aber für diesen Brand hätten auch ein Feuerzeug und brennbare Gegenstände gereicht, heißt es in dem Schriftstück.

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