Zweibrücken Blitzender Anhänger
Autofahrer, aufgepasst: Was wie eine futuristische graue Kiste oder ein geschrumpfter Wohnwagen aussieht und seit vergangener Woche unter anderem an der Abfahrt Zweibrücken-Mitte am Straßenrand stand, ist ein neuer Blitzer, ein so genannter Vitronic-Trailer. Gestern stellte die Polizei das Gerät in Waldfischbach-Burgalben vor. Heute kommt es an der B 10 zum Einsatz. Ein zweiter Anhänger soll im Herbst dazukommen.
Es sei „ein ganz neues Messgerät“, erläuterte Hauptkommissarin Karin Decker, Leiterin der Zentralen Verkehrsdienste im Bereich des Polizeipräsidiums Westpfalz. Es soll vornehmlich dazu beitragen, an den 35 ermittelten Unfallschwerpunkten im Bereich des Polizeipräsidiums das Tempo der Autofahrer zu reduzieren. Zu hohe Geschwindigkeit und zu geringer Abstand seien mit die häufigsten Unfallursachen, sagte Decker. Der neue Blitzer komme von Dahn bis kurz vor Meisenheim und zwischen Wattenheim und Waldmohr zum Einsatz. Ausnahmen sind die Bereiche, in denen Kommunen die Geschwindigkeit selbst überwachen. Der 1,5 Tonnen schwere Anhänger, der von einem Polizeifahrzeug an den Einsatzort gezogen wird, steckt voll mit moderner Messtechnik. Ab einer Entfernung von 70 Metern könne das Gerät bis zu 200 Objekte gleichzeitig erfassen. Ab diesem Zeitpunkt können bis zu einer Entfernung von 20 Metern pro Objekt 2000 Messungen vorgenommen und berechnet werden. Im Bereich zwischen 50 und 20 Metern Entfernung werde das Beweisfoto gemacht, erklärte Hauptkommissar Wolfgang Hanker von der seit vergangenem Jahr zentral in Waldfischbach ansässigen, 14 Mann starken Einheit „Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung“. An Bord hat das Gerät ein so genanntes Lidar-System. Es sendet Laserimpulse aus, die von den Autos zurückgestreut werden. Aus der Lichtlaufzeit lässt sich die Entfernung und damit die gefahrene Geschwindigkeit errechnen. Aktuell werden die Daten noch mittels USB-Stick am Gerät ausgelesen. Es soll in absehbarer Zeit möglich sein, die Daten direkt an die zentrale Stelle in Waldfischbach zu senden. Dort werden sie erfasst und an die Zentrale Bußgeldstelle in Speyer weitergeleitet, erläuterten Hanker und Hauptkommissar Wolfgang Stüpfert gestern. Der Blitzer kann mittels Fernbedienung abgesenkt werden und sich mit Hilfe eines eingebauten Elektromotors mit einer Geschwindigkeit von 0,7 Stundenkilometern selbstständig bewegen, um so in die optimale Blitzerposition zu kommen. Ein großer Vorteil des Geräts sei, „dass der Trailer fünf Tage am Stück im Einsatz sein kann, ohne dass Personal dabei sein muss“, erklärte Decker. Das habe den Vorteil, dass die Polizei auch an den Wochenenden blitzen könne, wenn die Personalstärke geringer sei. Das Gerät könnte auch in Ortschaften zum Einsatz kommen, in denen sich Beschwerden über Raser häufen. Das Gerät sei so gestaltet, dass es auffalle. Zu den Anschaffungskosten konnte Decker keine genauen Angaben machen. Nach Angaben benachbarter Polizeipräsidien, die solche Geräte bereits nutzen, liegen sie bei mehr als 100 000 Euro.