Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Bester Azubi im Land ist aus Zweibrücken: Lenn Dirnberger folgt Vater in Heizungsbau

Lenn Dirnberger bei Wartungsarbeiten an einer Wärmepumpe.
Lenn Dirnberger bei Wartungsarbeiten an einer Wärmepumpe.

Der Zweibrücker Lenn Dirnberger war Landessieger und erfolgreich beim Bundesentscheid mit seiner Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Der Geruch von frischem Metall, das Klacken beim Verpressen von Leitungsrohren oder das leise Zischen einer neu installierten Heizung: Lenn Dirnberger verbindet solche Sinneseindrücke nicht nur mit seiner Arbeit, sondern auch mit seiner Kindheit. Schon als kleiner Steppke nahm ihn sein Vater Oliver Dirnberger manchmal auf Baustellen mit – für den Jungen damals reine Abenteuerspielplätze. So wie damals im Hofenfels-Gymnasium: „Dort haben wir einmal Duschanlagen montiert“, erinnert er sich schmunzelnd.

Das Handwerksgen war ihm in die Wiege gelegt worden. Dennoch: „Mein Vater hätte mich nie gedrängt, in seine Fußstapfen zu treten. Wenn ich etwas anderes hätte machen wollen, wäre das völlig okay gewesen“, betont der 19-Jährige, der als Landesbester seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) abgelegt hat und es auf Bundesebene bis auf Platz vier schaffte. Das wirkt wie die logische Fortsetzung einer Geschichte, die zwischen Werkzeugkisten und Bauplänen begann.

Ausbildung nicht im elterlichen Betrieb gemacht

Nach seinem Realschulabschluss begann der 19-Jährige seine dreijährige Ausbildung. Allerdings nicht im gewohnten elterlichen Betrieb in der Lützelstraße, sondern beim Branchenkollegen Thomas Heitmann in Oberauerbach. Die Begründung ist simpel: In einer fremden Firma lerne man anders, müsse sich neu beweisen und bekomme keinen „Sohn-Bonus“, habe sein Vater argumentiert.

Lenn Dirnbergers Gesellenstück bei der praktischen Prüfung: Er sollte verschiedene Rohrarten miteinander verbinden und einen ele
Lenn Dirnbergers Gesellenstück bei der praktischen Prüfung: Er sollte verschiedene Rohrarten miteinander verbinden und einen elektrischen Anschluss herstellen.

Um auf Landesebene unter den Besten teilnehmen zu dürfen, musste sich Lenn Dirnberger erst einmal auf Kammerebene gegen einen anderen Azubi-Konkurrenten durchsetzen – was ihm gelang. Auf Landesebene trat der 19-Jährige gegen drei weitere Konkurrenten an und konnte sich auch dort mit seinen Leistungen als bester Auszubildender in seinem erlernten Beruf durchsetzen. Als praktische Prüfung musste Dirnberger verschiedene Rohrarten miteinander verbinden – also auf Maß biegen oder zuschneiden und zusätzlich einen elektrischen Anschluss herstellen.

Umfeld ist stolz auf den erfolgreichen Handwerker

Die Handwerkskammer der Pfalz ehrte ihn Anfang dieses Monats zusammen mit 25 weiteren Handwerkerinnen und Handwerkern aus anderen Berufsfeldern für die erbrachten Leistungen. Aufgrund seiner erreichten Punktzahl auf Landesebene durfte Dirnberger am Bundesentscheid teilnehmen.

Neben seinem Chef Thomas Heitmann seien auch seine Eltern sehr stolz auf ihn gewesen. Auch seine Kumpels zollten ihm Respekt, berichtet Dirnberger. Seine Freundin möchte er noch ausführen, um seine Erfolge mit einem gemeinsamen Restaurantbesuch zu feiern.

Nächstes Ziel: der Meisterbrief

In seinem Arbeitsalltag gehe es morgens früh raus, dann zur Firma, wo der Arbeitsplan besprochen werde, erzählt Dirnberger: „Von der Wartung kleiner Thermen bis zur Beratung der Kunden über nachhaltige Heizsysteme ist alles dabei.“ Auch wenn es beim Stemmen oder Flexen mal laut und dreckig wird, liebe er die Abwechslung. Vor der Zukunft habe er keine Angst: „Unser Job ist absolut krisensicher. Handwerker kann man nicht durch Künstliche Intelligenz ersetzen.“ Zudem sorge die Energiewende dafür, dass die Arbeit in den nächsten Jahrzehnten sicher nicht ausgehen werde.

Ein Geschenk für sein gutes Abschneiden hat sich Lenn bereits gemacht: Eine Motocross-Maschine stehe nun in der Garage – inspiriert vom Vater seiner Freundin, der ihn mit dem „Cross-Virus“ infiziert habe.

Auf seinen Lorbeeren möchte sich Lenn Dirnberger nicht ausruhen. „Ich habe vor, den Meister zu machen und im Anschluss irgendwann einmal den Laden meines Vaters weiterzuführen“, erklärt er.

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