Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Beim SV Zweibrücken herrscht Skepsis wegen des geplanten Drittliga-Modus

SV 64-Torwart Alexander und Christopher Huber (in Grau, hier im bisher einzigen Saison-Heimspiel gegen den TV Kirchzell) hatten
SV 64-Torwart Alexander und Christopher Huber (in Grau, hier im bisher einzigen Saison-Heimspiel gegen den TV Kirchzell) hatten sich auf ein Fortsetzen der Drittliga-Spielzeit gefreut.

Mitte Januar hatte sich die Drittliga-Mannschaft des SV 64 Zweibrücken gefreut. „Wir haben wieder eine Perspektive fürs Spielen“, sagte damals SV-Trainer Stefan Bullacher. Die Freude ist seit Mittwoch gedämpft, seit der DHB sich auf den neuen Spielmodus festgelegt hat. Melden oder Nichtmelden also? Die SV 64-Damen wollen dagegen auf jeden Fall um den Aufstieg in die Dritte Liga mitspielen.

Die verbliebene Spieloption in der Dritten Liga ist wenig attraktiv. „Wir wissen noch nicht, was wir machen“, sagt Bullacher deshalb. Die Entscheidung, ob das SV-Team an einer DHB-Pokal-Qualifikationsrunde teilnimmt, muss allerdings erst bis zum 31. März getroffen werden. Die Enttäuschung ist groß, „weil alle Vereine davon ausgegangen sind, dass Ende März, spätestens Anfang April wieder gespielt wird“, erläutert der SV-Trainer. Alle Klubs sind spielbereit, seit Jahresbeginn im Training, testen regelmäßig auf das Coronavirus. Die Zweibrücker und der TuS Dansenberg bestritten zuletzt zwei Testspiele, inklusive vorgeschriebenen Testungen, ohne Zuschauer – „das hat alles sehr gut funktioniert“, sagt Bullacher.

Saison erst im Mai/Juni beenden?

Das im Januar genannte Szenario, dass es keine Absteiger geben wird und dass eine Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga gespielt wird, ist nun beschlossen. Verändert wurde, und genau das betrifft den SV 64, die Planung für die DHB-Pokal-Qualifikationsrunde. An der wollten die Zweibrücker teilnehmen. Im Januar war kommuniziert worden, dass sie im April und Mai ausgetragen wird, sofern die Corona-Lage nicht dagegen spricht. Dieses Szenario ist nun vom Tisch. Die Runde soll gespielt werden – aber erst im Mai und Juni. „Dieser zeitliche Faktor macht keinen Sinn“, findet Bullacher. Fünf, sechs Spiele könnte der SV 64 bestreiten, „dann hätten wir zwei Wochen Pause und müssten dann mit der Vorbereitung auf die neue Saison beginnen, die bereits Mitte August beginnen soll“, skizziert er das große Problem dieser Lösung. Die ist zudem verbunden mit der Enttäuschung, nicht in drei, vier Wochen in den Spielbetrieb zurückkehren zu können.

SV-Damen melden für Aufstiegsrunde

Eine Entscheidung wurde hingegen bei den Oberliga-Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken getroffen, die seit Oktober weder spielen noch trainieren dürfen. Die Oberliga-Runde ist annulliert, aber ein Aufsteiger in die Dritte Liga soll ausgespielt werden. Bis zum 1. März, also am Montag, müssen Vereine melden, die Interesse haben. „Wir werden für diese Runde melden“, sagt SV-Damentrainer Rüdiger Lydorf dazu. Die Mannschaft hatte sich sportlich ohnehin das Ziel gesetzt, die ursprünglich geplante Play-off-Aufstiegsrunde zu erreichen.

„Wenn wir uns qualifizieren, wollen wir Dritte Liga spielen“, sagt Lydorf zur sportlichen Seite. Zu klären war, ob der Verein wirtschaftlich die Möglichkeit hat, zwei Drittliga-Teams den Spielbetrieb zu ermöglichen. Der Vorstand hat zwischenzeitlich entschieden: Wenn sich die Frauen für die Dritte Liga qualifizieren, ermöglicht der Verein das finanziell.

SV-B-Jugend hofft auf DM

Aus wirtschaftlichen Gründen verzichtet dagegen zum Beispiel Aufstiegsfavorit Nummer eins, der TSV Kandel, auf die Aufstiegsrunde. Nach derzeitigem Stand trifft der SV 64 in dieser Aufstiegsrunde auf die HSG Hunsrück und den TV Moselweiß. „Wer sonst noch meldet, bleibt abzuwarten“, sagt Lydorf. Die TSG Friesenheim war ebenfalls im Gespräch. Offen ist noch der Spielmodus, und ab wann trainieren wieder erlaubt ist.

Trainieren würden gerne auch die Spieler der männlichen B-Jugend des SV 64 Zweibrücken. „Wir haben vorsorglich gemeldet“, sagt deren Trainer Stefan Bullacher und meint damit die Endrunde um die deutsche Meisterschaft, deren Modus und Start noch offen sind. „Ein Wiedereinstieg in den Trainingsbetrieb ist hierfür aber Voraussetzung“, unterstreicht Bullacher. Auch hier läuft die Meldefrist am 1. März ab.

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