Zweibrücken
Bei Rattenalarm die Stadt verständigen
Eine unangenehme Nachricht kam vergangene Woche aus Pirmasens: „Das Ordnungsamt verzeichnet aktuell ein verstärktes Auftreten von Ratten in der gesamten Innenstadt“, hieß es aus der Nachbarstadt. In Zweibrücken sei das nicht so, versicherte auf Nachfrage der hiesige Stadtpressesprecher Jens John. Hier sei keine Steigerung bei den Rattenmeldungen durch Bürger zu verzeichnen. John: „Wie in den letzten Jahren auch, gibt es zwischen einer und drei Meldungen im Monat, meist im Früh- beziehungsweise Spätjahr.“
Wenn jemand Rattenbefall bei der Stadt meldet, gehe der Umwelt- und Servicebetrieb (UBZ) mit seinem Monitoringsystem dem Hinweis nach und setze an den betreffenden Stellen Boxen mit Rattenködern in den Kanal. Aktuell sind laut John 94 solcher Rattenköderboxen im Kanalnetz des Stadtgebiets und der Vororte installiert. Alle zehn Tage würden die Boxen ausgelesen, und alle sechs Monate würden – je nach Rattenbesuchen der Box oder Meldungen von Bürgern – entweder weiter am Standort eingesetzt oder woanders hin versetzt. Der UBZ habe auch immer eine Box auf Lager, um bei einer Meldung direkt reagieren zu können, so John.
Intelligente Boxen zählen Ratten
Die aufgezeichnete Anzahl an Besuchen an den Rattenköderboxen sei im Frühjahr zwar gestiegen, was aber auch damit zusammenhänge, dass Mitte 2023 noch mal 30 Boxen zusätzlich verteilt wurden. Die Köderboxen, die in Zweibrücken eingesetzt werden, ermöglichen laut John eine Art digitale Rattenbekämpfung: Die Giftköder können nur von Ratten gefressen werden, die Boxen sind mit Sensoren ausgestattet, die die Bewegungen und Aktivitäten der Ratten erfassen, was ein gezieltes Eingreifen erleichtert. Eine Verschlussklappe verhindert, dass das Rattengift in der Kanalisation mit Wasser in Berührung kommt und so in die Umwelt gelangt.
Rattenbefall ist nicht nur unappetitlich wegen des stinkenden Kots und Urins, Ratten gelten auch als gesundheitsgefährdend, weil sie Krankheitserreger auf Menschen übertragen können. Die Tiere gehen normalerweise erst beim Einsetzen der Dämmerung auf Futtersuche. Fällt eine größere Anzahl an Ratten am helllichten Tag auf, ist dies ein Hinweis auf eine wachsende Population, wegen der die Tiere bei der Nahrungssuche auf den Tag ausweichen müssen. Ein Rattenbefall muss unbedingt bekämpft werden, so das Ordnungsamt. Zuständig sind die Eigentümer von betroffenen Grundstücken und Häusern oder, im öffentlichen Bereich, das Ordnungsamt selbst.
Keine Essenreste, keine Ratten
In der Regel halten sich Ratten dort auf, wo sie Nahrung, Unterschlupf und Nistmöglichkeiten finden. Als Fressen dienen ihnen vorwiegend Lebensmittelabfälle. Das Ordnungsamt warnt deshalb davor, Essen achtlos wegzuwerfen. Stattdessen solle man, um erst gar keinen Rattenbefall zu provozieren, den Tieren die Nahrungsquellen entziehen: keine Essensreste oder Tierfutter offen stehenlassen, kein Essen die Toilette runterspülen oder auf den Komposthaufen werfen, keine Speisereste im gelben Sack entsorgen, Mülltonnen-Deckel immer verschlossen halten. Gerümpelecken im Garten sollten beseitigt werden, denn auch dort fühlten die Ratten sich wohl.
Rattenbefall melden
Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Rattenbefall im Zweibrücker Stadtgebiet, sollten Betroffene sich beim Ordnungsamt melden, Telefon 06332 871343 oder E-Mail ordnungsamt@zweibruecken.de. Handelt es sich um Rattenbefall im Kanal, ist der UBZ zu verständigen, Telefon 06332 9212100. Stadt und UBZ raten dringend davon ab, auf eigene Faust Rodentizide (Rattengift) auszulegen, da dieses nicht nur Ratten und Mäuse tötet, sondern auch andere Tiere, Menschen und die Umwelt gefährdet.