Handball
Bayer liefert Gala-Vorstellung bei Zweibrücker Heimsieg gegen Günzburg
Hat Niklas Bayer je ein besseres Spiel für den SV 64 Zweibrücken absolviert? Das war die Frage, die nach dem Abpfiff des ersten Klassenverbleibsspiels des Handball-Drittligisten SV 64 Zweibrücken viele bewegte. Zumindest war es eines seiner allerbesten Spiele im Löwen-Trikot. „Überragend“, lautete das einstimmige Urteil über die Leistung des 24-Jährigen beim 31:22 (15:11)-Heimerfolg der Zweibrücker am Samstag über den VfL Günzburg.
Achtmal netzte der Mann im rechten Rückraum ein. Dass er das 1:0 erzielte, ebenso den Treffer zum 15:11-Halbzeitstand und beteiligt war, als die Zweibrücker den Günzburgern Mitte der zweiten Halbzeit endgültig jede Hoffnung raubten – kein Zufall. Der angehende Mechatroniker übernahm Verantwortung.
Kleingruppe auf rechter Seite funktioniert gut
„Ich muss auf jeden Fall eine Kiste Bier bezahlen“, sagte er lachend auf die Frage, ob ihn die Teamkollegen nach dieser Gala-Vorstellung bei der Siegesfeier mit Getränken freihalten. Bayer hatte das 30. Tor erzielt. Und das kostet den Schützen traditionell eine Kiste. „Es hat ein bisschen gebraucht, um wieder richtig in Form zu kommen“, bestätigte er. Im Dezember war er in Saarlouis brutal gefoult worden, verletzte sich an der Schulter. Tom Ihl hatte zuletzt rechts die Akzente gesetzt, Bayer seine Rolle als zweiter Mann akzeptiert. „So muss das sein, wir sind ein Team“, meinte er. Ihl, der krankheitsbedingt die gesamte Trainingswoche verpasst hatte, konnte am Samstag zumindest dabei sein. Im Gegensatz zum erkrankten Torwart Alexander Dörr. Für den sprang Marko Ivankovic ein. Der Torwart, der im Oktober in seine bosnische Heimat zurückgekehrt war, feierte sein Aushilfs-Comeback bei den Zweibückern.
„Die offene Deckung der Günzburger kam mir entgegen“, resümierte Bayer, der zielstrebig in die sich bietenden Lücken stieß. Von seinen Anspielen profitierte auch Rechtsaußen Philipp Hammann. De Kapitän netzte seine vier Möglichkeiten ein. „Rückpass, Rückpass, Rückpass“, hatte VfL-Trainer Stephan Hofmeister seine Abwehr gewarnt. Vergeblich. Das Kleingruppenspiel Bayer/Hammann funktionierte prima. Rückpass Bayer, Tor Hammann: 19:14 (39.).
Gäste verlangen den „Löwen“ kämpferisch alles ab
Dem ließ Tim Götz, der seine Mitspieler sehr gut dirigierte, per Strafwurf das 20:14 folgen. Hofmeister nahm eine Auszeit und musste mit ansehen, wie der SV 64 seine Mannschaft dann zerlegte. Die sehr gute Abwehr der Zweibrücker – „ich denke, die war heute der entscheidende Faktor“, resümierte Abwehrchef Tom Grieser – schnappte sich den Ball. Tempogegenstoß Bayer: 21:14. Pfostenwurf durch Günzburgs Jakob Herrmann und Grieser, der auch im Angriff eine bärenstarke Leistung bot, setzte per Gegenstoß nach: 22:14. Dann verpasste Nils Wöschler – der Dritte, der aus einer geschlossen gut spielenden SV-Mannschaft herausragte – mit einem Doppelschlag den bayrischen Gästen den K.o. Er traf binnen zehn Sekunden zum 23:14 und per Gegenstoß zum 24:14.
Erneute Günzburger Auszeit, aber der SV 64 war nicht mehr einzuholen. „Eine klare Sache und ein völlig verdienter Sieg“, gratulierte Gästetrainer Hofmeister. Grundlage dafür war, „dass die Jungs emotional und kämpferisch alles rausgehauen haben, dass wir es aber auch taktisch gut gelöst haben“, bilanzierte SV-Trainer Stefan Bullacher. Kapitän Hammann, der den Günzburgern großes kämpferisches Potenzial bescheinigte – „man hat gemerkt, dass sie uns alles abverlangt haben“ – stellte aber richtigerweise fest: „Spielerisch waren wir besser.“
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Ivankovic (1. - 60.), Alex Sema - Bayer (8), Götz (4/2), Kockler (2) - Hammann (4), Meister - Grieser (8/2) - Nils Wöschler (4), Aris Wöschler, Ihl (1), Naumann, Giona Dobrani
VfL Günzburg: Rösch, Bieber - Stephan Jahn (2), Manuel Riemschneider (2), Kunst (2) - Ala Sanchez (2), Pfetsch (1) - Jäger (2) - Michael Jahn (1), Hermann (4), Meye (2), Jensen (2), Alexander Jahn, Alves (2)
Spielfilm: 4:3 (11.), 7:4 (14.), 11:8 (24.), 15:11 (Halbzeit), 16:13 (36.), 18:13 (37.), 20:14 (41.), 24:14 (44.), 31:22 (Ende) - Zeitstrafen: 5:6 - Siebenmeter: 4/4 - 3/2- Beste Spieler: Bayer, Grieser, Nils Wöschler - geschlossene Mannschaftsleistung - Zuschauer: 450 - Schiedsrichter: Kijowsky/Strüder (HV Rheinhessen).