Zweibrücken
Bauern hoffen auf Mais: Ernte steht bevor
Mit mehr als vier Tonnen Raps pro Hektar ist Sprau in diesem schwierigen Jahr zufrieden. Der Landwirt bewirtschaftet die Hänge unterhalb des Flughafens. Die Felder mit Neigung nach Südwesten hätten sich in diesem nassen Jahr einigermaßen bewährt. Auch bei der Weizenproduktion habe der Lerchenhof weniger Einbußen zu verzeichnen wie die Ackerbaubetriebe in vielen anderen Regionen Deutschlands. „Wir lagen mit 7,5 Tonnen pro Hektar kaum unter den Erträgen des Vorjahres“, sagt Sprau. „Die Menge stimmte, nicht dagegen die Qualität des Weizens.“ Es fehlte die Sonne, weshalb die Körner nicht genug Eiweiß ausbilden konnten. Mit einem Proteingehalt unter elf Prozent werde der Weizen nicht mehr zu Brot verbacken, sondern nur noch als Viehfutter genutzt.
Sonnenblumenkerne vergammeln auf den Feldern
Optimistisch blickt der Landwirt auf die jetzt anstehende Maisernte: Der Regen in dieser Woche sollte für einigermaßen große Maiskolben sorgen. Ein Biogasunternehmen sei bestellt, um die 40 Hektar Mais vom Lärchenhof zu häckseln und abzufahren, berichtet er. Doch damit gehe die positive Bilanz des Zweibrücker Landwirts auch schon zu Ende.
Auf 13 Hektar säte Sprau Sonnenblumen aus. Die Kerne vergammelten durch den Dauerregen im Boden und gingen kaum auf. Was an Sonnenblumenkernen übrig blieb, fraßen die Vögel weg, sagt der Landwirt. Er zog die Notbremse und baute im Frühjahr in letzter Minute noch Mais auf den Flächen an. „Mein erster Versuch mit Sonnenblumen ist gründlich schiefgegangen“, erklärt Sprau. Doch er will sich trotz seiner Verluste nicht vom weiteren Anbau von Sonnenblumen abschrecken lassen. Der Grund: Wenn die Saat erst einmal aufgegangen sei, machten die Pflanzen normalerweise wenig Probleme. Außerdem seien die Vermarktungsmöglichkeiten für Sonnenblumen mit der Nähe zu Frankreich günstig. Bisher sei aber noch unklar, ob sich der Landwirt nun auf ein trockenes oder ein nasses Jahr einstellen müsse, aber die Wahrscheinlichkeit von extremem Wetter sei gestiegen.
Pilzkrankheiten machen Weizenproduzenten Sorgen
Von Juli 2023 bis Juni 2024 habe es Rekordniederschläge gegeben, in denen vor allem die Rapsflächen regelrecht ersoffen seien, erklärt Uwe Bißbort, Kreisvorsitzender vom Deutschen Bauernverband (DBV) in der Südwestpfalz. Er habe zwar keine offizielle Statistik vorliegen, sich aber dennoch einen gründlichen Eindruck von der durchwachsenen Ernte in der Region verschaffen können. Demnach lag der durchschnittliche Ertrag für Raps in der Südwestpfalz bei drei Tonnen pro Hektar. Zum Vergleich: In einem normalen Jahr seien es vier Tonnen pro Hektar. Den Weizenertrag schätzt Bißbort im Kreis auf sechs Tonnen pro Hektar; der mehrjährige Durchschnitt liege bei rund acht Tonnen pro Hektar.
Außerdem berichtet Bißbort: „Pilzkrankheiten machen den Weizenproduzenten zu schaffen. Wer wegen der nassen Böden nicht rechtzeitig auf den Acker kam, hatte das Nachsehen.“ Der Kreisvorsitzende des DBV bewirtschaftet in Windberg bei Pirmasens 150 Hektar Ackerland. Nach zahlreichen trockenen Jahren sei die Landwirtschaft diesmal mit einem außergewöhnlich nassen Jahr konfrontiert gewesen. Als Lichtblick sieht er in diesem Jahr den Maisanbau und die Grünlanderträge, die in Milchviehbetrieben für eine gute Futtergrundlage sorgen sollten.