Die Montags-Umfrage
„Atomkrieg? – So blöd kann keiner sein!“
Michael Bungert: „Angst vor einem Dritten Weltkrieg habe ich nicht direkt, aber Respekt. Ich glaube nicht, dass es soweit kommt. Aber ich befürchte schon, dass sich noch mehrere Parteien in diesen Krieg einmischen. Konkret vorbereitet habe ich mich nicht auf den unwahrscheinlichen Fall eines Dritten Weltkriegs. Nach zwei Jahren Pandemie und Klopapierjagd sind wir davon abgekommen, beispielsweise zu hamstern. Ich sehe auch keine Veranlassung für Panikkäufe. Die ganze Situation besprechen wir natürlich in der Familie. Ich habe auch Verwandtschaft, die in der Nähe von Ramstein wohnt. Die ist vorsichtiger als ich. Im Großen und Ganzen warten wir einfach ab, was passieren wird. Wir hören und schauen Nachrichten, aber das Thema ist nicht rund um die Uhr das beherrschende. Ich setze bewusst Gegenpunkte.“
Werner Sebald hat keine Angst vor einem Atomkrieg. „Ich glaube, so blöd kann keiner sein. Die Gefahr für Russland besteht ja, dass bei einem Einsatz von Atomwaffen etwas zurückkommt. Das weiß auch Putin. Auch die Gefahr eines Dritten Weltkriegs, der ohne Atomwaffen ausgetragen wird, sehe ich zur Zeit nicht. Ich hoffe, dass die russische Bevölkerung wach wird und erkennt, wie unsinnig dieser Krieg ist. Dadurch, dass beispielsweise die russischen Sportverbände ausgeschlossen sind von internationalen Wettkämpfen, wird der Bevölkerung in den kommenden Wochen schon bekannt werden, was wirklich passiert in der Ukraine. Das ist nur eine Frage der Zeit. Der Krieg wird noch einige Zeit andauern, aber ich glaube nicht, dass er sich auswächst zum Weltkrieg. Unser Sohn wohnt an der Nordsee und hat angerufen und gesagt, er hat Angst um uns wegen Ramstein.“
Silvia Schindler: „Ich verdränge meine Angst ein wenig. Wenn ein Dritter Weltkrieg kommt, wird das sicher ein Nuklearkrieg. Der würde uns alle treffen. Ich hoffe, dass diejenigen, die das steuern können, vor einem Atomkrieg zurückschrecken. Ich hoffe einfach. Ich hoffe, dass diejenigen Personen erkennen, wie unvernünftig ein Weltkrieg oder sogar Atomkrieg wäre. In der Familie, unter Bekannten und auch in den sozialen Netzwerken, in denen ich aktiv bin, wird viel über das Thema geredet. Ob bei Instagram oder Facebook, man merkt schon, dass viele Menschen Angst haben. Ich rede auch mit meinen Kindern über das Thema. Aber die sind schon erwachsen. Ich glaube nicht, dass es zu einem Dritten Weltkrieg kommt, aber man weiß es nicht.“
Inga Burgart: „Wir haben alle Angst. Ich möchte keinen Krieg. Ich denke, im Moment ist die Gefahr eines Weltkriegs nicht so groß. Die Nato hält sich zurück. Aber es gibt natürlich auch viele Dinge, die wir gar nicht wissen, besonders in der Politik. Putin hat Atomwaffen, aber ich gehe davon aus, dass es im Moment zumindest nicht zum Äußersten kommt. Ich hoffe es zumindest. Ich spreche mit vielen Menschen über den Krieg. Mit meiner Familie, mit Freundinnen, auf der Arbeit. Das ist immer das Thema des Tages. Zur Zeit betrifft es uns eigentlich nur, was beispielsweise Gas und Benzin angeht. Schlimm ist, dass die jungen russischen Soldaten in den Krieg gezwungen werden.“
Angela Bastian: „Ich glaube, ein Dritter Weltkrieg ist zur Zeit nicht realistisch, aber man weiß ja nie, was Putin noch einfällt. Wir haben zwei Pflegekinder aus Afghanistan, für die ist die Situation doppelt schwer. Unser Mädchen hat das schon mitgemacht, wenn die den Krieg in den Medien sieht, hat sie einen Flashback. Unser Junge verfolgt das Geschehen stillschweigend. Unser Mädchen würde gerne darüber reden, kann aber nicht so. Wenn man ihr Brücken baut, kommen Erinnerungen hoch, vom Schiff und dem Meer, die Ängste. Für die Kinder ist das eine schlimme Situation.“
Peter Ehrmantraut: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass aus dem Krieg in der Ukraine ein Weltkrieg wird. Allerdings kann es schon passieren. Wenn beispielsweise ein ukrainisches Atomkraftwerk getroffen wird, ist ganz Europa betroffen. Ich denke schon an die Weiße Rose im Dritten Reich und hoffe, dass sich auch in Russland welche zusammenschließen und erkennen, dass es so nicht weitergeht. Ich werde 80 Jahre alt, habe mein Leben gelebt. Aber die Jungen, die trifft das, was dort jetzt passiert. Bei uns Zuhause ist das tägliches Thema.“