Handball
Am Feiertag das erste Muster mit Wert
Mit gemischten Gefühlen gehen Lydorf und seine Spielerinnen in die Runde. Auf der einen Seite ist da die Freude, dass nun wieder richtig Handball gespielt wird. Andererseits hinterlassen die vielen Bedingungen, die mit Handball in Zeiten der Corona-Krise verbunden waren und sind, doch einige Fragezeichen. „Wir können nicht wirklich sagen, wo wir stehen“, sagt Lydorf. Statt geplanter zehn gab es nur fünf Vorbereitungsspiele, „und einige darf man getrost in die Kategorie Muster ohne Wert einordnen“, sagt Lydorf zum sportlichen Bereich. Seit Anfang Juli trainieren die SV-Frauen wieder als Team. „Wir haben das Training durchgezogen. Die ein oder andere musste immer mal passen“, schildert der SV-Coach, dass es keine Pause mehr gab.
SV 64 in der stärkeren Gruppe
Auch in der Frauen-Oberliga gibt es – wie bei den Herren– zwei Gruppen. In Gruppe eins, in der die saarländischen und pfälzischen Oberligisten vertreten sind, finden sich die Zweibrückerinnen wieder. „Man kann definitiv sagen, dass das auch die deutlich stärkere Gruppe ist“, findet Lydorf. Nach dem Aufstieg von Meister Wittlich in die Dritte Liga „sind in unserer Gruppe vier der verbliebenen fünf Top-Teams der vorherigen Runde vertreten“, erläutert er. Wie Vize-Meister Kandel, der unbedingt wieder in die Dritte Liga will, der Tabellendritte Zweibrücken, der die erfolgreiche Runde wiederholen will, dazu der letztjährige Vierte Ottersheim/Bellheim/Zeiskam und die VTV Mundenheim. Sollte es Corona zulassen, dass nach der verkürzten Hauptrunde – sie umfasst 14 Spiele – eine Play-off-Runde um den Aufstieg gespielt wird, „wären wir gerne dabei“, gibt Lydorf als Ziel aus.
Das Team hat sich etwas verändert. Das fängt im Tor an: Torfrau Anezka Zuzankova ist in die Erste Schweizer Liga, nach Zug, gewechselt. Mit Annalena Zahm kam eine Torhüterin, die beim TuS Neunkirchen spielte, zuletzt in der Saarlandliga beim TV Merchweiler. Sie bildet künftig das Gespann mit Daphne Huber.
Eine Frau für einfache Tore
Aus Marpingen kam Rückraumspielerin Marie Kiefer. „Mit ihr haben wir eine Spielerin, die auch mal aus der zweiten Reihe die sogenannten einfachen Tore werfen kann“, freut sich Lydorf. Das fehlte seiner Mannschaft, in der es viele gute Eins-gegen-Eins-Spielerinnen gibt, bisher manchmal. Eine gute Eins-gegen-Eins-Spielerin ist wieder zurück: Renatá Szabó schnürt nach ihrer Babypause wieder die Handballschuhe für den SV 64, bei dem Lucie Krein als Spielgestalterin gesetzt ist. Dass Lucy Dzialoszynski, eine weitere der wuseligen SV-Angreiferinnen, die Corona-bedingt lange Pause nutzen konnte, um ihre Handverletzung (inklusive Operation) auszukurieren, „war ein erfreulicher Aspekt dieser Zeit“, sagt Lydorf.
Bis zur Weihnachtspause kann er auch noch mit Kreisläuferin Levke Worm planen. Deren Studienzeit – sie absolviert ein Lehramtsstudium in Saarbrücken – geht aber zu Ende. Danach wird es sie wieder zurück in ihre norddeutsche Heimat ziehen. „Wir sind froh, dass sie noch hier ist“, bekennt Lydorf, der als zweite Kreisläuferin auf die junge Sarah Lauer setzen kann, die aus der eigenen Talentschmiede kommt. Dass der SV-Nachwuchs erfolgshungrig ist, Lust am gewinnen hat, bewiesen die jungen Wilden schon in der abgelaufenen Runde, in der Annalena Frank zu einer Top-Torschützin in der Liga avancierte. Den Grundstein dazu legte sie gleich im Auftaktspiel der vergangenen Saison. „Darf sie gerne wiederholen“, findet Lydorf.
SV-Abwehr als Sorgenkind?
Dass sich die neuformierte Mannschaft nicht ganz so einspielen konnte wie geplant, sieht der SV-Trainer vor allem mit Blick auf die Defensive mit kleinen Sorgenfalten. Um die Abstimmung in der 3:2:1-Abwehr, auf die Zweibrücken weiter setzt, hinzubekommen, „wäre mehr Spielpraxis von Vorteil gewesen“, weiß er.
Am Samstag (16 Uhr) beginnt für seine Mannschaft die Saison unter Corona-Bedingungen, Auftaktgegner ist die TG Waldsee. Die Zweibrückerinnen spielen in der Westpfalzhalle, was es laut gültigem Hygienekonzept bis zu 200 Zuschauern ermöglicht – unter den vorgegebenen Hygieneregeln – dabei zu sein. „Es freut uns natürlich riesig, dass Fans dabei sein können“, sagt Lydorf.
Kader
Zugänge: Annalena Zahm (TV Merchweiler), Marie Kiefer (Marpingen), Renatá Szabó (zurück nach Babypause), Sarah Lauer (eigene A-Jugend)
Abgänge: Ina Sohns, Laura Zägel (beide studienbedingt), Aneszka Zuzankova (LK Zug)
Tor: Annalena Zahm, Daphne Huber
Rückraum: Lucy Dzialoszynski, Lucie Krein, Marie Kiefer, Annalena Frank, Renatá Szabó, Lara Schlicker
Außen: Jasmina Wagner, Kim Pfeifer, Elisa Wagner
Kreis: Levke Worm, Sarah Lauer
Vorrundenspielplan
Samstag, 3. Oktober: SV 64 Zweibrücken - TG Waldsee; Sonntag, 11. Oktober: HF Köllertal - SV 64; Sonntag. 1. November: SV 64 - VTV Mundenheim; Samstag, 14. November: TSG Friesenheim - SV 64; Sonntag, 29. November: SV 64 - TVA/ATSV Saarbrücken; Samstag, 5. Dezember: SG Ottersheim/Bellheim/Zeiskam - SV 64; Sonntag, 13. Dezember: SV 64 - TSV Kandel; Sonntag, 17. Januar 2021: TV Wörth - SV 64.