Zweibrücken Am Ende waren alle Nonnen weg

Heute stehen Am Marienstein alte Stadtvillen.
Heute stehen Am Marienstein alte Stadtvillen.

Bevor der Name Zweibrücken in der Geschichte der Stadt erscheint, gab es ein klösterliches Gemeinwesen am Marienstein, gelegen an der nach Contwig führenden Straße. Bereits 1044 wird die klösterliche Gemeinschaft in einer Bulle des Papstes Gregor VI. erwähnt. Als Gründungszeitpunkt eines Klosters mit einer inneren Verfassung wird mit einiger Wahrscheinlichkeit das Jahr 1239 angenommen. Es handelte sich um eine Einrichtung des Ordens der Reuerinnen, ein Orden der Buße, genannt nach der heiligen Magdalena, deshalb nannte man sie auch Magdalenerinnen.

Der Orden der Reuerinnen breitete sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts in ganz Deutschland aus und zählte bald 40 Klöster. In erster Linie traten adlige Frauen in den Orden ein. Der Zulauf in die Klöster der Reuerinnen war im 13. Jahrhundert so stark, dass Papst Nikolaus IV. den Zugang zum Orden für einige Jahre sperren ließ. Auf Grund zahlreicher Schenkungen entwickelte sich das Kloster der Reuerinnen in Zweibrücken zu einer wohlhabenden Institution. Besonders die Grafen von Zweibrücken zählten zu den Wohltätern des Klosters. In vielen Orten der näheren Umgebung von Zweibrücken besaßen die Reuerinnen Güter oder konnten Zinsen eintreiben. Ihre Besitzungen außerhalb von Zweibrücken lagen in Niedermohr und Miesenbach, dazu im vorderpfälzischen Freckenfeld, Gleishorbach und Gleiszellen. Auch Graf Eberhard von Zweibrücken-Bitsch übergab seine Patronatsrechte in Thaleischweiler und Sippersfeld 1319 an die Reuerinnen, mit denen er sich als Förderer besonders verbunden fühlte. Daneben gehörten den Reuerinnen Anteile am Kloster Hornbach. Durch die Schenkungen hatte sich das Vermögen des Klosters im Laufe der Zeit enorm vermehrt und hatte zur Zeit von Herzog Stephan, 1410, eine bedeutende Größe erreicht, die aber einherging mit einer stetigen Verringerung der Personalstruktur. Somit lag es im Interesse des Herzogs, das Kloster von außerhalb in die Stadt zu verlegen. Die Genehmigung dazu erhielt er auf Constanzer Concil, das in der Zeit zwischen 1414 bis 1418 stattfand. Es gelang Herzog Stephan, die Versammlung, bestehend aus Papst Johann XXIII., dem deutschen Kaiser, 22 Kardinälen, drei Patriarchen, 20 Erzbischöfen, 192 Bischöfen, 124 Äbten, 90 Fürsten, 88 Grafen und 250 Doktoren, davon zu überzeugen, das Mariensteiner Kloster in die Stadt zu verlegen. Mit der Übersiedlung des Reuerinnen-Klosters in die Stadt hatte Herzog Stephan zwei Dinge erreicht, nämlich eine Verbesserung der geringen Einkünfte der Zweibrücker Kirche durch das Klostervermögen und eine Verbesserung des Gebäudebestands in der Stadt durch den erforderlichen Neubau. Der Umzug konnte aber den personellen Niedergang des Klosters nicht aufhalten. Das Kloster hatte im Jahr 1445 außer der Priorin überhaupt keine Nonnen mehr, wodurch sich Herzog Stephan veranlasst sah, die Aufhebung des Klosters zu betreiben. An die wechselvolle Geschichte des Klosters erinnert heute die Bezeichnung einer Straße mit einseitiger Bebauung, gelegen an der nach Contwig führenden Straße.

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