Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel „Allez hopp wird man auf jeden Fall hören“

Ein schweres Jahr für die ZFF-Narren Kirsten, Eike und Dörthe Mache (von links). Eikes Prinzregentschaft wurde um ein Jahr verlä
Ein schweres Jahr für die ZFF-Narren Kirsten, Eike und Dörthe Mache (von links). Eikes Prinzregentschaft wurde um ein Jahr verlängert.

Eine entbehrungsreiche Session beginnt am Mittwoch für die Fastnachter der Region – abgesagte Rathausstürme, ausgefallene Umzüge, keine Prunksitzungen, keine Maskenbälle. Die Zweibrücker Fastnachterfamilie Mache ist traurig, bläst aber kein Trübsal.

Die Geschwister Kirsten, Dörthe und Eike Mache sind alle Aktive bei den Zweibrücker Fastnachtsfreunden (ZFF). Seit 2019 ist Eike Mache der Fastnachtsprinz der ZFF und bildet mit Lea-Michelle Engelke das Prinzenpaar. Zusammen mit seiner Schwester Dörthe trat er in den vergangenen Jahren unter anderem in der Rimschweiler Kultushalle mit artistischen Turnübungen und Gardetänzen bei den eigenen Prunksitzungen auf.

Zurzeit genießt Eike bei Dörthe in Ernstweiler Corona-Asyl. Eigentlich wohnt die Fachkraft für Abwassertechnik beim Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken bei seinen Eltern bei Bitsch. Doch dort ist alles schwieriger: In Frankreich herrscht Ausgangssperre, nur mit Passierschein darf man sich im Nachbarland mehr als einen Kilometer vom eigenen Haus wegbewegen. Ausnahmen sind etwa die Fahrt zur Arbeit, zum Arzt oder zu bedürftigen Angehörigen. Kurzerhand bat Eike Mache bei seiner Schwester in Ernstweiler um Aufnahme und wohnt dort jetzt seit zwei Wochen.

Fastnacht im Fernsehen gucken

Zu seinen Aufgaben außerhalb des Hotels Mama gehört in Ernstweiler das Kochen. Und gemeinsam mit seiner Schwester und Simon Nikolaus – Präsident der Fastnachtsfreunde und Mitbewohner – will er am Mittwoch Fastnacht im Fernsehen schauen. Das prunkvolle Prinzenkostüm mit der langen Fasanenfeder wird er in diesem Jahr außer fürs Zeitungsfoto kaum noch tragen, und im kommenden Jahr wohl auch erst am Jahresende. Dafür hat die Mitgliederversammlung der ZFF seine Amtszeit ausnahmsweise bis in die Session 2021/22 verlängert.

Auch Eikes Schwestern haben sich verkleidet und in ZFF-Schale geworfen. Alle drei Geschwister sind mit Herzblut Fastnachter, alle drei leiden unter den Absagen. Die Schautanzgruppe, in der Kirsten Mache engagiert ist, hat im Sommer draußen trainiert, natürlich auf Abstand. Ende Oktober war einmal Hallentraining, und das war es auch schon für die nächsten Wochen.

Glühweintreffen geplant

Zwischen Weihnachten und Neujahr wollen die drei Fastnachter, wenn möglich, ein Glühweintreffen der rund 70 Vereinsmitglieder organisieren, um den Zusammenhalt zu stärken, wenn schon Umzug, Prunksitzungen und gegenseitige Sitzungsbesuche der befreundeten Narren und Vereine wegfallen. „Allez hopp wird man am 11.11. in der Homburger Straße 94 auf jeden Fall hören“, versprach Dörthe Mache, dass sich die Fastnachtswohngemeinschaft den närrischen Spaß nicht ganz nehmen lässt vom Corona-Virus und seinen Folgen.

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