Zweibrücken Abhaken, gewinnen, feiern – und jetzt die Füchse Berlin

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ZWEIBRÜCKEN. „Gebt mir ein H-A-L-B-F-I-N-A-L-E.“ Marc-Robin Eisel, Kapitän der B-Jugend-Handballer des SV 64 Zweibrücken, schlüpfte wenige Augenblicke nach dem Viertelfinalspiel um die deutsche Meisterschaft gegen Eintracht Hildesheim in seine zweitliebste Rolle: die als Anheizer. Eine einfache Aufgabe, denn die Stimmung war grandios. Die B-Junioren hatten durch den 26:21 (12:11)-Erfolg gegen Hildesheim gerade den Halbfinaleinzug perfekt gemacht und die 25:26 (11:14)-Niederlage gegen die HSG Hanau 25:26 (11:14) tags zuvor (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete kurz) vergessen lassen.

Jetzt heißt es für die Zweibrücker: auf nach Berlin. Am kommenden Sonntag um 16 Uhr bestreiten sie ihr erstes Halbfinale bei den Füchsen Berlin Reinickendorf, dem von Bob Hanning trainierten Titelverteidiger. Im zweiten Halbfinale stehen sich die SG Flensburg-Handewitt und der Nachwuchs der Rhein-Neckar Löwen, die SG Kronau-Östringen, gegenüber. Dass der SV 64 in diesen illustren Kreis vorstoßen konnte, hatte nach der Niederlage gegen Hanau eine deutliche Leistungssteigerung der Zweibrücker am Sonntag möglich gemacht. „Wir mussten das Spiel einfach ganz schnell abhaken“, sagte Eisel über den ersten vergebenen Halbfinal-Matchball am Samstag. Eisel sah sich im entscheidenden Spiel gegen Hildesheim vom Anpfiff weg einer Manndeckung gegenüber. Diesmal aber fand Zweibrücken Mittel, um trotzdem erfolgreich zu sein. Robin von Lauppert, der gegen Hanau einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, setzte seine körperliche Überlegenheit ein, suchte Eins-gegen-Eins-Situationen und schloss diese erfolgreich zum 2:1 und 3:2 ab. „Wahnsinn, Halbfinale, das ist unglaublich“, freute sich von Lauppert, der auch in der Abwehr eine gute Partie spielte. Wie überhaupt die Leistung der Zweibrücker Defensivreihe, mit einem unermüdlich ackernden Kian Schwarzer, der Schlüssel zum entscheidenden Erfolg wurde. Mit viel mehr Engagement, mehr Laufbereitschaft agierte die Zweibrücker Deckung, die tags zuvor zeitweilig wie gelähmt gewirkt hatte. Schwarzer hatte auch gegen Hanau zu den Spielern gehört, die alles in die Wagschale geworfen hatten. „Es gibt so Tage, da klappt nichts. Umso schöner, dass wir heute gezeigt haben, was wir können“, freute er sich. Als Tim Schaller gegen Hildesheim per Gegenstoß zum 4:2 traf, Marc-Robin Eisel mit einem Heber und viel Glück den Strafwurf zum 5:2 (7.) versenkte, schien Zweibrücken bereits früh auf Halbfinalkurs. Aber einer schien etwas dagegen zu haben: Hildesheims Torwart Leon Krka, der ein ganz starkes Spiel machte. „Das muss man ehrlich sagen: Unser Torhüter hat uns über die 50 Minuten im Spiel gehalten“, stellte Hildesheims Trainer Henrik Hamann hinterher fest. Es sei positiv gewesen, dass es noch um etwas gegangen sei in dieser Partie. „Aber damit hatten wir gar nicht gerechnet, deshalb auch schon vor einer Woche entschieden, nicht am Vortag anzureisen“, sagte Hamann. Dank des starken Krka im Tor, der unter anderem die SV-Außenspieler mit seinen Paraden zum Verzweifeln brachte, durfte sein Team aber bis zur 40. Minute auf ein kleines Wunder hoffen. Zumindest ergebnistechnisch. „Denn ganz ehrlich: Wir lagen nie zurück und haben absolut verdient gewonnen“, meinte ein glücklicher SV-Trainer Tony Hennersdorf. Das bestätigte auch Hamann. Hildesheim verzichtete im zweiten Abschnitt auf die Manndeckung gegen Eisel. Er habe noch einen Shooter mehr für den Angriff bringen wollen, deshalb auf die 6:0-Deckungsformation umgestellt, erklärte Hamann. Das funktionierte nicht, tat eher dem Zweibrücker Spiel gut. Philipp Meiser, der schon in der ersten Halbzeit aus dem Rückraum erfolgreich war, kombinierte nun schön mit Eisel, der mehr Platz hatte. Die Entscheidung läutete Eisel ab der 37. Minute ein. Mit einer Energieleistung setzte er sich beim Gegenstoß durch, traf zum 20:17, und ließ das 21:18 aus dem Rückraum folgen. Schließlich versenkte er den Strafwurf zum 22:19. Hildesheim kam auf 20:22 heran, aber Meisers Doppelschlag zum 24:20 (45.) brachte die Entscheidung. Gegen Hanau hatte es Zweibrücken am Tag zuvor spannend gemacht: kein Zugriff in der Abwehr, unzählige vergebene Tormöglichkeiten. Sichtlich nervös agierten die Gastgeber, konnten diese Nervosität nie ablegen. „Da hatten wir es leichter. Für uns ging es um nichts mehr, aber wir wollten zeigen, dass wir zu Recht im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft gestanden haben“, sagte HSG-Trainer Christian Breiler. Das gelang seinem Team, das sich als „Sieger der Herzen“ feierte, und sich auch von einer zwischenzeitlichen 15:14-Führung der Zweibrücker (28.) nicht aus dem Konzept bringen ließ. Bei der HSG kam Torwart Alexander Kaun und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Hanau die Partie drehen konnte. In der Schlussminute parierte Kaun den Freiwurf von Robby Welsch. Noch einmal direkter Freiwurf für Zweibrücken, die Spielzeit war abgelaufen. Eisel versuchte es, der Ausgleich hätte schon den entscheidenden Punkt gebracht. Der Ball flog aber übers Tor. Der Weg für das Happy End am Sonntag war bereitet. So spielten sie SV 64 Zweibrücken - HSG Hanau 25:26 (11:14) SV 64 Zweibrücken: Becker, Mangold (17. - 23.) - Meiser (2), von Lauppert, Eisel (8/3) - Hugo (1), Schaller (3) - Schwarzer (5) - Welsch (1), Meister (5) HSG Hanau: Adamir, Kaun (ab 29.) - Yazdi (4), Lehmann (7/4), Pogadl (4/1) - Hofferberg (3), Lehr (1) - Katzer (1) - Jung (1), Bergau (3), Springer (2) Spielfilm: 4:2 (7.), 4:6 (11.), 7:11 (17.), 11:14 (Halbzeit), 15:14 (28.), 16:17 (34.), 20:22 (41.), 24:25 (48.), 25:26 (Ende) - Siebenmeter: 3/3 - 6/5 - Zeitstrafen: 3:4 – Beste Spieler: Eisel, Schwarzer - Kaun, Pogadl, Lehmann - Zuschauer: 370 - Schiedsrichter: Meyer/Meyer (HV Niederrhein). SV 64 Zweibrücken - E. Hildesheim 26:21 (12:11) SV 64 Zweibrücken: Becker, Mangold (ab 26.) - Meiser (7), von Lauppert (4), Eisel (8/4) - Hugo, Schaller (2) - Schwarzer (2) - Welsch (2), Meister (1), Eder, Dobrani Eintracht Hildesheim: Krka - Kroll (3), Ihrcke (1), Kellner (5) - Pieles (3), Teschner (2) - Wippermann (5) - Laechelin, Kamradt, Guenther (1), Ehlers (1), Schroeder Spielfilm: 5:2 (7.), 7:5 (13.), 7:7 (16.), 12:11 (Halbzeit), 15:11 (29.), 16:15 (33.), 20:17 (37.), 21:19 (41.), 24:20 (43.), 26:21 (Ende) - Siebenmeter: 4/4 - 0 - Zeitstrafen: 4:4 - Beste Spieler: Meiser, Eisel, Schwarzer, von Lauppert - Krka, Kellner, Wippermann - Zuschauer: 430 - Schiedsrichter: Köppl/Regner (HV Rheinhessen).

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