Handball RHEINPFALZ Plus Artikel 31:31 – Irre Schlussminute im Derby zwischen Meister Homburg und dem SV 64

Max Kroner (hier beim Wurf gegen den TV Nieder-Olm) sicherte dem SV-Team an seinem 18. Geburtstag mit dem 31. Tor einen Punkt.
Max Kroner (hier beim Wurf gegen den TV Nieder-Olm) sicherte dem SV-Team an seinem 18. Geburtstag mit dem 31. Tor einen Punkt.

Auch wenn es sportlich um nichts mehr ging: Das Saar-Pfalz-Derby in der Oberliga zwischen Meister TV Homburg und dem Tabellendritten SV 64 Zweibrücken bot Dramatik pur, offenbarte blank liegende Nerven bei Homburger Verantwortlichen. Die Brisanz des Spiels der geografischen Nachbarn kumulierte in einer irren Schlussminute. 31:31 (14:16) endete die Partie am Samstag.

Homburg ist Meister, hat das Ziel in die Dritte Liga aufzusteigen erreicht, wollte aber – schon gar nicht gegen den Nachbarn aus Zweibrücken – die erste Saisonniederlage kassieren. Die SV-Fans, auswärts immer gut vertreten, machten sich im großen Fan-Bus auf den Weg, unterstützten ihr Team lautstark. Das konnte nach Verletzungspause wieder auf Torhüter Damian Zajac und Spielmacher Adam Soos zurückgreifen und wollte zeigen, dass man in Bestbesetzung dem Meister ebenbürtig ist.

Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Mitte der ersten Hälfte legten Soos, Philipp Kockler und Tom Grieser zum 11:8 für die Gäste vor. Es brauchte eine Bestleistung von Ex-Erstligaspieler Yves Kunkel, damit Homburg den Anschluss hielt. Bis zur Pause verschaffte sich der SV 64 dann einen kleinen Vorsprung, führte mit 16:14 und behielt die knappe Führung bis zur 58. Minute.

54.: Chance auf Drei-Tor-Vorsprung nicht genutzt

Spielentscheidend, resümierte SV-Coach Stefan Bullacher, sei die 54. Minute gewesen, als sein Team die Chance ausließ, auf 29:26 wegzuziehen. Richard Wilga verkürzte stattdessen auf 27:28. „Wären wir auf drei Tore weggegangen, wäre das Spiel entschieden gewesen“, meinte Bullacher.

So war der Grundstein für eine irre Schlussminute gelegt: Ex-SV-Außenspieler Tobias Alt traf mit Anbrechen der letzten 60 Sekunden zum 30:30. Max Kroner erzielte an seinem 18. Geburtstag Sekunden vor dem Abpfiff das 31:30 für Zweibrücken. Manche feierten bereits den Sieg. „Die hatten in der Hektik nicht mitbekommen, dass noch wenige Sekunden zu spielen waren, Homburg eine Auszeit genommen hatte“, schätzte Bullacher. In den drei Schlusssekunden verteidigte der SV nicht konsequent genug, und Ljubomir Josic erzielte mit seinem zehnten Tor den 31:31-Endstand.

Unschöne Szenen am Rande

Homburgs Verantwortliche feierten das Unentschieden wie einen Sieg, gestikulierten teils eindeutig Richtung SV-Fans, TV-Trainer Steffen Ecker erklomm wild gestikulierend die Balustrade vor dem SV-Block. Von denen schossen einige Konfetti-Kanonen ab, aus denen es – in Anspielung auf Homburgs für die Liga außergewöhnlich gute finanzielle Ausstattung – Geldscheine regnete. Am Ende, rekapitulierte Bullacher sportlich nüchtern, „ist es ein Ergebnis zwei gleichwertiger Mannschaften“.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Zajac - Grieser (6/3), Soos (6), Kockler (4) - Hammann (2), Zellmer (4) - Meister (4) – Bayer (3), Naumann, Winter, Kroner (2)

Spielfilm: 8:8 (15.), 8:11 (18.), 14:16 (Halbzeit), 22:23 (45.), 25:28 (52.), 27:28 (54.), 30:31 (60.), 31:31 (Ende) - Zeitstrafen: 5:3 - Siebenmeter: 5/4 - 4/3 - Zuschauer: 500 - Schiedsrichter: Krispenz/König (Mainz-Bretzenheim).

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