Handball RHEINPFALZ Plus Artikel 31:20 – SG Zweibrücken lässt dem Tabellenzweiten keine Chance

Obwohl der starke Zweibrücker Spielmacher Nils Wöschler zunehmend in Manndeckung genommen wurde, brillierte er (beim Wurf, hier
Obwohl der starke Zweibrücker Spielmacher Nils Wöschler zunehmend in Manndeckung genommen wurde, brillierte er (beim Wurf, hier gegen von links die Mühlheimer Lukas Helf und Jonas Brüggemann) im SG-Angriff. Hier trifft er zum 18:12 für die »Löwen«.

Die Gäste aus Mülheim hatten einen starken Torwart, aber das reichte im Top-Spiel diesmal nicht. Zu überzeugend waren die SG-„Löwen“ vor allem in der Abwehr.

Die Freude stand den Spielern der SG Zweibrücken am Samstag nach dem Spiel gegen die HB Mülheim-Urmitz ins Gesicht geschrieben: Mit 31:20 (15:11) besiegten sie den Tabellenzweiten und festigten damit ihre Position als alleiniger Spitzenreiter. Nicht das einzige Zweibrücker Alleinstellungsmerkmal: Sechs Spiele, fünf Siege, ein Remis, Platz eins, Zweibrücken ist nach dem Erfolg nun als einziges Team der Liga noch ungeschlagen.

Fünfmal hatten die rund 650 Fans in der Westpfalzhalle in den ersten acht Minuten Grund zu jubeln. In der fünften Minute, als SG-Torwart Damian Zajac Sieger im Siebenmeterduell mit Alexander Backes blieb, damit den Ausgleich verhinderte. Viermal, weil der Spielmacher der SG zum Vollstrecker wurde: Die ersten vier Treffer der Zweibrücker gingen alle auf das Konto von Nils Wöschler. Drei der vier sehenswerten Tore verdienten sich das Prädikat Extra-Klasse. 4:0 nach acht Minuten, da musste Mülheims Coach Frank Knipp früh eine Auszeit nehmen.

Wöschler mit spontanem Einfall zum Treffer

Das vierte seiner insgesamt sieben Tore setzte Wöschler genau in den Torwinkel. „Hab’ ich in dem Moment spontan gesehen“, sagte er lachend zu dem Treffer, der wie ein Strich den schmalen freien Raum durchflog, den die groß gewachsene Mülheimer Abwehrreihe ließ. „Die Situation Erster gegen Zweiter pusht natürlich immer noch mal“, bekannte Wöschler, dass ein Top-Spiel vor begeisterten Fans – die trommelten lange nach dem Abpfiff noch – besonders motiviert. Wichtig sei gewesen, „dass wir im Vergleich zu den letzten Wochen richtig gut ins Spiel reinkommen, einen Top-Start erwischen“, bilanzierte der Spielmacher zufrieden.

Mülheims Torjäger Nummer eins, Tim Hemmerle, der sich selten in Szene setzen konnte, gelang in der neunten Spielminute das erste Gäste-Tor. Die passende Antwort lieferte Stephan Jahn, der nach feiner Eins-gegen-eins-Aktion zum 5:1 einnetzte. Zweibrücken war das bessere Team, aber Mülheim holte auf.

Gute Angriff-Abwehr-Wechsel der Zweibrücker

Weil das Spiel über Kreisläufer Philipp Schwenzer, der zu den besten Kreisläufern der Liga zählt, funktionierte, und weil Torwart Yannick Stromberg zu Höchstform auflief. „Das wusste ich. Der hält die ganze Saison schon so und ist sicher ein Garant, dass sie so einen Lauf hatten“, lobte auch SG-Trainer Martin Schwarzwald den gegnerischen Torwart. Der nahm den Zweibrücker Angreifern etliche freie Würfe weg und entschied gleich fünf von sechs Siebenmeterduellen gegen Wöschler und Philipp Hammann für sich.

Von Strombergs Leistung ließen sich die Gastgeber aber nicht aus dem Konzept bringen. „Wir wussten, dass wir das auch über die Abwehr dominieren können“, sagte Schwarzwald, der vom Anpfiff weg auf einen Angriff-Abwehr-Wechsel setzte. Kreisläufer Samuel Reitz und Spielmacher Wöschler griffen an, Tim Eisel und Tom Grieser übernahmen für sie die Abwehrarbeit und leisten im Verbund mit Jahn zentral sehr gute Arbeit. Die SG-Abwehr inklusive Keeper Zajac stand, ließ bis Mitte der zweiten Halbzeit gerade mal 17 Tore zu.

Rote Karte spielt Gastgebern auch in die Hände

„Natürlich hat uns auch die Rote Karte in die Hände gespielt“, räumte Schwarzwald ein. Kreisläufer Schwenzer, zugleich Abwehrchef, musste in der 25. Minute vorzeitig vom Feld. Er hatte Tom Grieser, quer in der Luft liegend, am Kreis gefoult. „Wir konnten uns dann auf die starken Mülheimer Rückraumspieler konzentrieren“, analysierte der SG-Coach. Auf 13:8 (26.) zog sein Team weg. Mülheim kam auf 11:14 ran, nahm Wöschler in Manndeckung. Aber Zweibrückens Rechtsaußen Nico Becker, der zweimal in Folge am stark parierenden Stromberg gescheitert war, nutzte entschlossen seine nächste Chance, traf zum 15:11-Halbzeitstand.

Auf Manndeckung gegen Wöschler setzte Mülheim auch nach 35 Minuten wieder. „Das haben die Jungs super gemacht. Das war so besprochen, dass ich mich zurückziehe, damit die anderen mehr Platz haben“, sagte der Spielmacher. In die Lücke stieß Tim Eisel. „Der kommt rein und zeigt mal kurz: So geht es jetzt“, lobte Schwarzwald den Rückraumspieler, der die Tore Nummer 19, 20, 21 und 22 erzielte, insgesamt sechsmal traf. Eisel durfte durchschnaufen, Youngster Felix Weinert übernahm die Regie. Mit Würfen aus zentraler Position, starkem Eins-gegen-eins ließ auch er der Gästeabwehr und Stromberg keine Chance. „Das hat mich richtig gefreut für den Jungen“, sagte Schwarzwald. Die SG führte 24:16 (45.). Mülheims Coach nahm die dritte Auszeit, fand aber kein Mittel mehr gegen überzeugende Zweibrücker.

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