Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel 175 Jahre Feuerwehr: In den Anfangsjahren gab’s keine Hydranten

Relikt aus vergangenen Zeiten: Die Glocke des ersten automobil betriebenen Löschfahrzeugs in Zweibrücken. Im Krieg wurde es zers
Relikt aus vergangenen Zeiten: Die Glocke des ersten automobil betriebenen Löschfahrzeugs in Zweibrücken. Im Krieg wurde es zerstört, die Glocke ist geblieben.

Am Wochenende feiert die Zweibrücker Feuerwehr ihren 175. Geburtstag. Von Anfang an war klar, dass die Wehr nicht nur Brände löschen muss.

Vor 175 Jahren wurde die Freiwillige Feuerwehr Zweibrücken ins Leben gerufen. Wer damals genau zu den Gründern und ihren Helfern gehörte, ist heute nicht mehr bekannt. Doch die Chronik von Manfred Bossert und Hilmar Sandmayer zeigt, dass die jungen Feuerwehrleute schon im Gründungsjahr gut ausgestattet waren: vier Feuerspritzen, eine große und eine kleine Handspritze, elf Leitern, sechs Feuerhaken, zehn Bütten sowie Pumpenrohre, Schläuche und Eimer.

Schon bald ging es nicht mehr allein ums Löschen. 1874 erkannte man, dass die Wehr auch für die Rettung von Mensch und Tier unverzichtbar war. Die Stadt stellte dafür 10.300 Gulden bereit – eine beachtliche Summe, die in zusätzliche Geräte investiert wurde. Doch ein gravierendes Problem begleitete die Feuerwehr lange Zeit: Woher das Wasser nehmen? Erst um das Jahr 1900, mit dem Ausbau der städtischen Wasserleitungen, entspannte sich die Lage. 1912 erhielt die Wehr mit dem Umbau der ehemaligen Chevauxlegers-Kaserne schließlich ihr eigenes Gerätehaus.

1995 ins neue Domizil umgezogen

Mit der ersten „Automobilspritze“ begann 1922 eine neue Epoche. 23 Jahre lang war sie im Einsatz, bis sie im März 1945 bei einem Bombenangriff irreparabel zerstört wurde. Nur die Signalglocke überstand den Angriff – laut Chronik stand sie erst im Ratssaal, mittlerweile ist sie in der Feuerwache deponiert. Schwerer wog der Verlust des Feuerwehrhauses selbst: Am 7. Januar 1945 wurde es bombardiert, zwei Monate später legten alliierte Angriffe große Teile der Stadt in Schutt und Asche. In der Chronik heißt es: „Alle Straßen waren zerstört, mit Bombentrichtern übersät, sodass ein Anfahren der Löschfahrzeuge völlig unmöglich war.“ Nach Kriegsende stellten die amerikanischen Truppen die Feuerwehr neu auf. Die Männer waren zunächst weniger mit Löschen beschäftigt als vielmehr mit dem Abtransport von Munition, Sprengkörpern und Hausrat aus zerstörten Gebäuden.

Zeitsprung ins Jahr 1995: Am 5. Mai wurde die neue Feuerwache in der Landauer Straße eingeweiht. Unter Stadtfeuerwehrinspekteur Oskar Theisinger hatten zahlreiche Ehrenamtliche den Bau mitgestaltet. Zur Jahrtausendwende übergab er die Leitung an Harald Schmieg, 2017 folgte sein Sohn Frank Theisinger.

Rund 400 Einsätze pro Jahr

Unter seiner Führung hat sich die Zweibrücker Wehr modernisiert. 2018 wurde der Bedarfsplan vorgestellt, der den Ausbau auf 39 hauptamtliche Kräfte vorsieht – derzeit sind es 21. Zudem ist die Feuerwehr inzwischen eine eigenständige Stabsstelle und direkt dem Oberbürgermeister unterstellt. Einsätze, die dem heutigen Leiter Frank Theisinger besonders in Erinnerung geblieben sind: der Brand auf der Mülldeponie, mehrere großangelegte Bombenentschärfungen in Gabelsbergerstraße, Grinsardstraße und hinter dem Verbandsgemeinde-Rathaus – und zuletzt das Pfingsthochwasser 2024. Heute rückt die Zweibrücker Feuerwehr zwischen 360 und 400 Mal im Jahr aus.

Tag der offenen Tür

Die Feuerwehr Zweibrücken lädt das Wochenende zum Tag der offenen Tür in die Feuerwache ein. Am Samstag, 6. September, geht es mit einem Blaulicht- und Bürgerfest um 18 Uhr los. Musik macht die Band Changes. Am Sonntag, 7. September, wird morgens um 10 Uhr das neue Gerätehaus sowie die modernisierte Wache von Innenminister Michael Ebling eingeweiht. Anschließend gibt es Feuerwehr-Vorführungen, Fahrzeug- und Geräteausstellungen sowie Führungen durch die Feuerwache.

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