Worms
Starthilfe für die Kulturbranche und den Tourismus
Gleichzeitig sollen die Wormser dazu animiert werden, eigene Ideen beizusteuern. Für die Stadt seien Kultur und Tourismus wichtige Wirtschaftszweige, erläuterte Bernd Leitner, Chef der Wormser Tourist-Information, am Dienstag bei der Vorstellung des Rahmenkonzepts. In diesen Bereichen habe es im März und April allein in der Metropolregion Rhein-Neckar Einkommensverluste von rund einer Milliarde Euro gegeben, betonte er. In diesem Zeitraum seien die Übernachtungszahlen in Worms um 26 Prozent zurückgegangen. Der Umsatzeinbruch in diesen Branchen bedeute auch einen Rückgang an Steuereinkünften, so Leitner. Um gegenzusteuern, habe Oberbürgermeister Adolf Kessel (CDU) einen Arbeitskreis ins Leben gerufen. Gleichzeitig habe der Stadtrat beschlossen, das Rahmenkonzept erarbeiten zu lassen.
Dafür hat die beauftragte Werbeagentur Mayer-Schulz die verbindende Dachmarke „SummerInWorms 2020“ geschaffen, berichtete Kulturkoordinator David Maier. Aufgrund des kurzen Zeitraums von Juli bis Oktober sollen Veranstaltungen ausschließlich in sozialen Medien beworben werden.
Festplatz to go
Durch Google-Anzeigen und Verlosungsaktionen habe man bereits 60.000 Menschen erreicht, sagte Leitner. Ziel der Aktion sei es, Kurzurlauber und Tagestouristen, aber auch Menschen aus der Region dazu zu gewinnen, die Stadt zu besuchen – um im besten Fall zu erkennen, dass es sich lohnt, wiederzukommen. Die Schausteller bauen dazu in der Fußgängerzone Stände auf, am Rhein gibt es einen Festplatz to go mit Riesenrad, und die Marktwinzer bieten jeden Samstagvormittag Wein an.
„Die Kultur hält die Stadt am Leben, die Kultur sollte auch im Zentrum der Angebote stehen“, befand Kulturkoordinator David Maier. Als einen Standort nannte er das sanierungsbedürftige Paternusbad im Stadtteil Pfeddersheim. Auf der großflächigen Anlage könnten laut Baudezernent Uwe Franz (SPD) 350 Besucher auch unter Corona-Bedingungen Konzerte, Theater, Comedy, Weinproben und Kleinkunstveranstaltungen erleben. So soll es beispielsweise eine Uraufführung der Theatergruppe Szene 9 am 31. Juli geben. Bereits am Freitag, 10. Juli, 20 Uhr, werden die Anonyme Giddarischde dort spielen.
Konzerte und Theater
Ein zweites Kultur-Standbein soll die „Soiree im (Heylshof)Park“ mit Konzerten und Theater sein – an fünf Sonntagen ab dem 26. Juli, jeweils für eineinhalb Stunden. Als drittes Angebot soll das Open-Air-Kino Quarantena als „WOpen Air“ am neuen Standort am Brauhaus 12 Apostel in der Alzeyer Straße fortgesetzt werden: mit Kinovorstellungen und bunten Veranstaltungen. Der Film „Leberkäsjunkie“ etwa soll mit passendem Frühstück zu sehen sein, so Maier.
Digitales Backfischfest
Stadtführungen unter dem Titel „Blue Monday“ mit Gästeführern und Ehrenamtlichen, die Spannendes zu erzählen haben, kündigte Bernd Leitner an. Sogar einen Einzelhandelsflohmarkt soll es am Samstag, 18. Juli, in der Innenstadt geben. Vielleicht sei sogar ein kleines Backfischfest denkbar, allerdings in digitaler Form.
Bei allen Plänen setze man auf die Kulturschaffenden, die Vereine und Kreativen in Worms. Diese sollen sich auch mit weiteren Ideen einbringen. „Wir werden dann koordinieren, steuern und unterstützen“, versicherte Maier. Mitwirkende an dem Konzept „SummerInWorms“ sind unter anderem die städtische Kultur- und Veranstaltungsgesellschaft (KVG), der Stadtmarketingverein, die Tourist-Information, der Schaustellerverband Worms-Wonnegau, der Förderverein Heylshof und die Fischerwääder Brauchtumspfleger.