Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Zur Ruhe kommen: Musikalische Ensembles der Gedächtniskirche

„Adventsmusik bei Kerzenschein“: stimmgewaltige Chöre der Gedächtniskirche.
»Adventsmusik bei Kerzenschein«: stimmgewaltige Chöre der Gedächtniskirche.

Wenn „Adventsmusik bei Kerzenschein“ angesagt ist, begeistern die musikalischen Ensembles der Gedächtniskirche mit schöner Regelmäßigkeit. Für einige junge Musiker war es in diesem Jahr der allererste Auftritt – mit Nervosität nicht nur bei ihnen.

Am Sonntag das Vorkonzert in Mutterstadt, am gleichen Tag der Auftritt in der Gedächtniskirche: Für den Kinderchor, die Kurrende und den Chor der Gemeinde sowie das pfälzische Blechbläserensemble und Willem Balk an der Orgel sind das große Tage. In der Weihnachtszeit zur Ruhe kommen – das sei nötig, meint Pfarrer Heiko Schipper beim Konzert. „Lieder, Texte und Ansprachen können dabei helfen, denn nur dann kann man spüren, was an Weihnachten geschehen ist“ – nämlich dass Gott selbst in die Welt komme. Aber vor der Ruhe wird es erst noch etwas hektisch, denn das aktuelle Programm für „Adventsmusik und Kerzenschein“ wurde „mit heißer Nadel gestrickt“, wie Simone Pepping, Chorleiterin des Kinderchores und Kurrende an der Gedächtniskirche, erzählt. Schon am 10. November habe es ein großes Konzert gegeben, „deshalb hatten wir wenig Zeit, uns auf die Adventszeit vorzubereiten“, ergänzt ihr Mann Robert Sattelberger, der mitverantwortlich für die Konzerte ist. Das habe alle Beteiligten, auch die Eltern, unter Stress gesetzt.

Nerven sind gespannt wie Drahtseile

Kurz vor dem ersten Konzert sind die Nerven gespannt wie Drahtseile. Sattelberger dirigiert nicht nur im musikalischen, sondern auch im organisatorischen Sinn. Er verteilt die vier Gruppen der Kinder und Jugendlichen mitsamt des Erwachsenenchores in der Kirche, prüft den Klang auf der Empore und unten, merkt an, dass der Schal vor dem Gesicht Töne dämpft und mahnt zur Sille, wenn der Einsatz der Jüngeren kommt. Seine Frau wirkt beruhigend auf alle Beteiligten ein, und so gelingt der Auftritt letztlich zu aller Zufriedenheit.

Das ist auch den erfahrenen Jugendlichen zu verdanken. Insgesamt sind es um die 25 – vor allem Mädchen – zwischen elf und 16 Jahren. Drei von ihnen sind gefühlt „schon immer“ im Chor: Praetorius (14), Paula (14) und Helena (16). „So bin ich einfach“, meint Praetorius, denn Singen gehört zu ihm wie die Luft zum Atmen. Er singt in mehreren Chören. „Aus dem Singen kommt man nicht mehr heraus. Wer einmal drin ist, ist immer drin.“ Außerdem lerne man in christlichen Chören Lieder, die man sonst nicht singt, wie die Matthäus-Passion, „ein grandioses Stück“. Man erfahre mehr über die Religion, die Kirchengemeinde und was sonst nicht im Religionsunterricht behandelt wird, ergänzt Helena. Und man habe mehr Verbindung zu den Feiertagen. Sie singt im Chor, seitdem ihre Eltern ihr das vorgeschlagen haben – und die Gedächtniskirche sei bei ihr gleich um die Ecke.

Paula findet „die Gemeinschaft toll. Ich habe sehr viel Spaß beim Singen.“ Alle drei seien auch „schauspielbegabt“, findet Pepping. „Sie singen in Kindermusicals und rocken die Bude.“ Wenn Konzerte stattfinden, sei das für die Familien – die zum Teil schon in dritter Generation im Chor singen – und die Chorleitung „sehr bewegend“.

Sehr anspruchsvolle Lieder und Wechselgesang

Fast schon engelsgleich singen die Jugendlichen entweder allein mit Keyboard oder mit den Erwachsenen zum Teil sehr anspruchsvolle Lieder wie „Der Quempas – Den Hirten lobet sehre“, in dem die Weihnachtsgeschichte aufgearbeitet wird und mit dem Chor an der Gedächtniskirche ein Wechselgesang durch den Raum stattfindet. Den Einzug des Chors mit „Bleib mit deiner Gnade bei uns“ begleiten die Jugendlichen ebenfalls. Das lateinische „Laudamus te“ und das englische „Blessed is he that cometh“ sowie „Here I am, Lord“ singen sie allein mit Keyboard-Begleitung. So kommt nach dem Stress doch noch die Besinnlichkeit.

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