Speyer Zunehmend sichere Treffer

Ein Badminton-Schläger ist keine Bratpfanne: Von Trainer Daniel Büchel (links im blauen Shirt) lernen die Teilnehmer die richtig
Ein Badminton-Schläger ist keine Bratpfanne: Von Trainer Daniel Büchel (links im blauen Shirt) lernen die Teilnehmer die richtige Grifftechnik. Am Anfang dürfen aber alle einfach mal draufhauen, wie unser Bild zeigt.

Weder gemächliches Federballspiel, noch gesundheitsgefährdendes Draufhauen – technisch richtig gespieltes Badminton ist schnell und körperschonend. Das haben am Samstag in der Sporthalle der Erlich-Schule ein Dutzend Teilnehmer bei der fünften Sommertour der RHEINPFALZ von Trainern und Betreuern der Badminton-Abteilung des TSV Speyer erfahren – in Theorie und Praxis.

Hilde und Yash Pal aus Speyer sind auf der Suche nach einer Sportart, die weniger Krafteinsatz erfordert als Tennis, sagen sie bei der Vorstellungsrunde in der Halle. Wie sich bei dem zweistündigen „Grundkurs“ zeigt, ist das Ehepaar mit diesem Ziel beim Badminton ebenso richtig wie Gabriele Kappner aus Dudenhofen, die mit ihrem Mann Rudi eine Alternative zum Federballspiel ausüben möchte. Thomas Kipper und Daniel Büchel leiten den Kurs. Beide besitzen die C-Trainer-Lizenz, teilt Betreuer Kai Trauth mit. Bei der Einführung in die Theorie macht Kipper den Unterschied in der Griffhaltung zwischen Badminton und dem Federballspiel klar: „Haltet den Griff nicht wie eine Bratpfanne! Dreht den Schläger um 90 Grad, sodass der Daumen an der breiten und der Zeigefinger an der schmalen Seite des Griffs ist“, erklärt er. Der Winkel zwischen Schaft und Unterarm sollte dabei zwischen 90 und 120 Grad liegen und das Handgelenk fest bleiben. Büchel, Trauth und weitere TSV-Betreuer helfen den Teilnehmern, die richtige Schlägerhaltung zu finden. Hilde Pal fragt, wo genau am Griff die Hand sein sollte. „Sie deckt den Griff am besten komplett ab“, informiert Kipper. Dann demonstriert Büchel, wie die Schlagbewegung mit der Drehung des Unterarmes funktioniert. Bevor es für die Teilnehmer ans Ausprobieren geht, leitet er eine Aufwärmeinheit an: Hopserlauf, Seitschritt und weitere Übungen bringen den Kreislauf auf Touren und schulen zugleich die Beinkoordination. Trainer Kipper macht die typischen Schrittfolgen beim Badminton vor, die Kursteilnehmer eifern ihm nach. Büchel stellt anschließend den neutralen Griff vor, den Ana Böhm schön zeigt. Die junge Frau aus Speyer ist zusammen mit ihrer Mutter Sandra bei der Tour dabei. Sie ist auch die Erste, die unter Büchels Anleitung Rück- und Vorhand-Schläge ausführt. „Sehr schön“, lobt der Trainer die frühere Schülerin des Edith-Stein-Gymnasiums. „Wir haben im Sportunterricht auch ein bisschen Badminton gemacht“, sagt Böhm der RHEINPFALZ. Beim Schlagtraining in kleinen Gruppen landen die Teilnehmer zunehmend saubere Treffer. Trainer Kipper betont, dass man die Armmuskulatur beim Schlag anspannen, nach der Berührung des Federballs mit der Schlägerbespannung sofort entspannen sollte, um Verletzungen vorzubeugen und nicht schnell zu ermüden. „Nutzt eure Anatomie“, fordert er. Insgesamt sei wenig Krafteinsatz nötig, ergänzt sein Kollege Büchel. „Die Flugweite eines Federballs hängt von der Geschwindigkeit ab, mit der er getroffen wird“, sagt er. Büchel und Trauth zeigen die Schlagmöglichkeiten, indem sie einen Satz spielen. Der Federball – er besteht aus Gänse- oder Entenfedern sowie einem weiß lackierten Korkstück – ist mitunter rasend schnell unterwegs. Flink auf den Beinen sind zudem die beiden Spieler vom TSV. Danach stehen sich die Teilnehmer an den Netzen gegenüber und liefern sich erste Ballwechsel. Gabriele Kappner gefällt die Sportart. Sie möchte nun die Technik richtig erlernen, sagt sie der RHEINPFALZ. „Badminton ist nicht so schwer“, ist der Eindruck von Ann-Kristin Schulz. Die junge Frau war Schülerin des Kaiserdom-Gymnasiums und hat die Sportart schon mal im Unterricht kennengelernt. Durch den Kurs habe sie Lust bekommen, öfter zu spielen. „Montags und mittwochs gibt es ab 20 Uhr Erwachsenentraining in der Erlichhalle“, sagt Coach Büchel. Übungseinheiten für fortgeschrittene Jugendliche werden dienstags angeboten und auch für Kinder gibt es Trainings, informiert er. Sein Kollege Kipper wird bei mindestens acht Anmeldungen ab September einen Anfängerkurs anbieten, der auf die Übungseinheiten für Erwachsene vorbereitet – mit Teilnehmern beiderlei Geschlechts von 16 bis 60 plus und auch für Menschen mit Beeinträchtigungen. Federbälle und Schläger stellt der Verein.

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