Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Zum Tod von Matthias Spindler

 Wuchs in Waldsee auf: Matthias Spindler. Das Foto entstand 2007.
Wuchs in Waldsee auf: Matthias Spindler. Das Foto entstand 2007.

Der Historiker und Journalist Matthias Spindler aus Waldsee ist am Mittwoch im Alter von 67 Jahren gestorben. Er arbeitete für verschiedene Zeitungen und Rundfunkanstalten als Jazz-Experte. Als gelernter Historiker arbeitete er besonders über den pfälzischen Separatismus und schrieb Bücher dazu.

Der Historiker und Journalist Matthias Spindler wurde am 5. Februar 1954 in Ludwigshafen geboren und wuchs in Waldsee auf.

Sein Interesse an Geschichte habe nach seinem Geschichtsstudium angefangen, sagte Spindler vor einigen Jahren in einem Interview mit der RHEINPFALZ. Nach dem Abitur in Speyer 1972 studierte er zunächst in Mannheim Soziologie. Später wechselte er nach Heidelberg und schwenkte auf Geschichte um.

Ende 1967 begann seine Leidenschaft für den Jazz. Fast zehn Jahre später, 1976, veröffentlichte er dann seine erste Schallplattenrezension in einer Jazz-Zeitschrift, es folgten unzählige Artikel. Er schrieb unter anderem auch für die RHEINPFALZ, dann für den „Mannheimer Morgen“.

Aufnahmeleiter bei „Swingtime“

Jazzsendungen entstanden zuerst 1976 für den Norddeutschen Rundfunk. Nach einem Volontariat beim Hessischen Rundfunk moderierte Matthias Spindler dort ab 1984 den Jazzclub und andere Jazzsendungen für diese Anstalt (später Live Jazz und Die hr-Bigband auf hr2).

Er wurde für seine Einfühlsamkeit und Fachkenntnis in der Jazzszene hoch geschätzt. 1981 organisierte er in Speyer auch ein Jazzprogramm mit Stars wie George Adams, Don Pullen, David Murray, Dave Liebman, John Scofield und Albert Mangelsdorff.

Forscher zum Separatismus

Viel beachtet wurden und werden seine fundierten historischen Arbeiten. Zusammen mit seinem Historiker-Kollegen Gerhard Gräber veröffentlichte Spindler unter anderem 1992 ein 880 Seiten starkes Buch über die Geschichte des Separatismus in der Pfalz von 1918 bis 1923, Titel: „Revolverrepublik am Rhein”. Von beiden folgte 2005 „Die Pfalzbefreier. Volkes Zorn und Staatsgewalt im bewaffneten Kampf gegen den pfälzischen Separatismus 1923/24”.

In seinem Hörfunkprojekt „Nahaufnahme Rheinland-Pfalz” beschrieb Matthias Spindler in zwölf Kurzbeiträgen sowie einem einstündigen Feature die Ereignisse des Jahres 1933 – die Machtergreifung der Nationalsozialisten – auf regionaler Ebene, genauer gesagt in Edenkoben.rg

Mehr zum Thema
x