Speyer / Karlsruhe Zum 250. Geburtstag von Johann Gottfried Tulla

Altrhein und Auwald bei Waldsee: eine Landschaft in der Verbandsgemeinde Rheinauen nördlich von Speyer. Ohne Tulla würde hier he
Altrhein und Auwald bei Waldsee: eine Landschaft in der Verbandsgemeinde Rheinauen nördlich von Speyer. Ohne Tulla würde hier heute noch der »richtige Rhein« fließen.

Heute vor 250 Jahren wurde Johann Gottfried Tulla in Karlsruhe geboren. Auch in Speyer erinnert eine Straße an ihn. Schließlich hat der badische Ingenieur mit der Rheinbegradigung Zeichen am ganzen Oberrhein gesetzt und die Geografie hier wesentlich verändert. Auch in Speyer verlief der Rhein bis Anfang des 19. Jahrhunderts ganz anders. Und ohne Tulla gäbe es heute hier keine große Schifffahrtsstraße und keine idyllischen Altrheinarme.

Anlässlich des 250. Geburtstages von Johann Gottfried Tulla (1770–1828) präsentiert die Badische Landesbibliothek Karlsruhe in ihren Digitalen Sammlungen eine Auswahl von Rheinliteratur, darunter auch Schriften von und über den badischen Ingenieur Tulla. Online steht das Angebot unter https://digital.blb-karlsruhe.de/Drucke/topic/view/3087324 zur Verfügung.

Seit 1797 stand Johann Gottfried Tulla als Flussbauingenieur in markgräflichen Diensten und trug maßgeblich zur Rheinbegradigung bei. Für den Flussverlauf und die angrenzenden Landschaften, die bislang von regelmäßigen Hochwassern und Überschwemmungen heimgesucht worden waren, brachte die Rheinbegradigung gravierende Veränderungen mit sich.

Tullas Vorstellungen zur Rektifikation des Rheins trafen zunächst jedoch auf großen Widerstand, so dass er insgesamt drei Denkschriften (1812, 1822 und 1825) verfasste. In diesen legte er die Notwendigkeit und Durchführbarkeit seines Vorhabens dar. Schließlich konnte Tulla mit seinen Argumenten überzeugen und auch mit den Rheinanliegerstaaten, insbesondere Frankreich und Bayern, zu dem die Pfalz ja damals gehörte, wurden Vereinbarungen zur Rheinbegradigung getroffen.

Rhein wurde rund 70 Kilometer kürzer

Zwischen 1817 und 1876 wurde der Rhein, dessen ursprünglicher Verlauf als Mäander ausgebildet war, im Zuge der Rheinkorrektur zwischen Basel und Worms von 345 auf 273 Kilometer gekürzt und begradigt. Johann Gottfried Tulla selbst hat das Ende der Arbeiten an der Begradigung des Rheins nicht mehr erlebt, er starb 1828 in Paris.

Am Donnerstag, 23. April 2020, plant die Badische Landesbibliothek um 18 Uhr zudem in einer neuen Ausgabe ihrer Veranstaltungsreihe „Bücherfunde in der Lounge“ einen Abend mit Jana Madlen Schütte im Wissenstor.

Im Zentrum dieses Abends soll Tullas dritte und letzte Denkschrift „Über die Rektifikation des Rheins, von seinem Austritt aus der Schweiz bis zu seinem Eintritt in das Großherzogthum Hessen“ stehen, die im Jahr 1825 in Karlsruhe erschien und ebenfalls in den Digitalen Sammlungen unter https://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/content/titleinfo/5654478 zu finden ist.

Altrhein und Auwald bei Waldsee: eine Landschaft in der Verbandsgemeinde Rheinauen nördlich von Speyer. Ohne Tulla würde hier he
Altrhein und Auwald bei Waldsee: eine Landschaft in der Verbandsgemeinde Rheinauen nördlich von Speyer. Ohne Tulla würde hier heute noch der »richtige Rhein« fließen.
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