Speyer Zu viel Verkehr und Lärm
Dudenhofen. Wenn Manfred Hick bei geöffnetem Fenster nachmittags an seinem Esstisch sitzt und sich mit jemanden unterhalten möchte, ist das laut seiner Aussage nicht möglich: „Ich muss dann das Fenster zumachen, weil es zu laut ist“, sagt der Anwohner der Carl-Zimmermann-Straße in Dudenhofen. Zu laut sind seiner Meinung nach die vielen Fahrzeuge, die täglich durch die breite Straße fahren. „Das Wohngebiet Dudenhofen Süd wird immer stärker durch Verkehr belastet“, sagt Hick. Um auf das Problem hinzuweisen und die Interessen der Anwohner im Wohngebiet zu vertreten, wird sich am Mittwoch der Ortsteilverein „Dudenhofen Süd“ gründen. Initiatoren sind Manfred Hick und Simon Lang. Ziel des Vereins sei es, das lebenswerte Wohnumfeld in Dudenhofen Süd zu erhalten. Dass das gefährdet ist, dafür sehen Hick und Lang mehrere Ursachen: Sie sind der Meinung, dass der Verkehr durch das Wohngebiet und die Verkehrsbelastung auf der nahliegenden B 9 und der angrenzenden B 39 zugenommen habe. Hick zieht als Beweis die Ergebnisse der Zählstellen auf den beiden Bundesstraßen heran. Im Jahr 2015 wird von einer Steigerung des Verkehrsaufkommens gegenüber 2012 von 5,29 Prozent (B 39) und 6,8 Prozent (B 9) gesprochen. Und dabei seien nur die Fahrzeuge berücksichtigt, die auf den beiden Bundesstraßen fahren und nicht die, die nach Dudenhofen abfahren, sagt Hick. Er und Simon Lang fürchten, dass der Verkehr durch das Wohngebiet weiter zunehmen wird. Als Gründe nennen sie unter anderem das Neubaugebiet, das in Harthausen ausgewiesen wird, die Landauer Straße, die als Durchgangsstraße für den Verkehr durch das versetzte Parken und das geplante Tempo 30 unattraktiver wird, und der umgestaltete Mündungsbereich Carl-Zimmermann-/Landauer Straße, der den Eindruck vermittle, dass es sich bei der Carl-Zimmermann-Straße um eine Hauptverkehrsstraße handele. Daher hat sich der Verein als eines seiner Ziele Tempo 30 in der Carl-Zimmermann-Straße mit begleitenden Maßnahmen wie versetztem Parken oder begrünten Verkehrsinseln auf die Fahnen geschrieben. „Ein langfristiges Ziel ist es, den Durchgangsverkehr aus dem Wohngebiet rauszuhalten“, sagt Manfred Hick. Des Weiteren möchte sich der Verein dafür einsetzen, dass das geplante Neubaugebiet „In den dreißig Morgen“ einen Schallschutz bekommt. Das Wohngebiet soll im Osten an Dudenhofen anschließen. Nördlich ist es von der B 39 begrenzt. Hick zitiert aus dem Bebauungsplan des Planungsbüros Piske, in dem erläutert wird, dass der Grenzwert für Lärm sowohl am Tag als auch in der Nacht in weiten Teilen des Gebiets überschritten werde. Der Bau einer Lärmschutzwand wird von den Planern jedoch aus Kostengründen und aufgrund „der eingeschränkten Wirkung“ – die B 39 liegt höher als das Neubaugebiet – verworfen. Für Hick ist das unverständlich: „Hier entsteht ein Wohngebiet, in dem die Lärmgrenzwerte überschritten sind und gesundes Wohnen somit nicht möglich ist.“ Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) sagt auf RHEINPFALZ-Anfrage, dass der Bebauungsplan noch einmal offengelegt und sich der Ortsgemeinderat dann mit den Einwänden befassen werde. Zur Forderung von Tempo 30 in der Carl-Zimmermann-Straße sagt der Ortsbürgermeister, dass er dem Ortsgemeinderat empfehlen werde, Tempo 30 in der Carl-Zimmermann-Straße einzuführen, falls diese Geschwindigkeitsbegrenzung auch in der Landauer Straße komme. Wie berichtet, hatte der Ortsgemeinderat im November die Entscheidung zu denkbaren Verkehrslenkungsmaßnahmen in der Carl-Zimmermann-Straße vertagt, bis das Ergebnis eines Verkehrskonzepts vorliegt. Eberhard sagt dazu, dass er zurzeit im Gespräch mit einer Firma zu einem Verkehrskonzept sei und er den Rat über die Ergebnisse nach den Osterferien informieren wolle. Termin Gründungsversammlung Ortsteilverein „Dudenhofen Süd“ am Mittwoch, 29. März, 19.30 Uhr, im Pfarrheim, Johann-Walter-Straße 4 in Dudenhofen.