Speyer Ziel: Vom Christsein begeistern
Von der Kirche im Dorf zur Gemeinde in der Stadt: Constanze Lotz ist Ehefrau, Mutter und Pfarrerin aus Leidenschaft. Seit Juni bis zunächst 2020 vertritt die 45-Jährige in der protestantischen Gedächtniskirchengemeinde die Elternzeit von Pfarrerin Lena Vach mit einer halben Stelle. Am Sonntag wird sie feierlich in ihr neues Amt eingeführt.
Mit der Vertretungsstelle habe sich ein Traum erfüllt, betont die Pfarrerin, die acht Jahre lang bis zum Ende des vergangenen Schuljahres als Religionslehrerin am Gymnasium am Kaiserdom gearbeitet hat. „Auch wenn es an der Gedächtniskirche wesentlich mehr zu tun gibt als in der Schule, entspricht die Pfarrstelle mehr meinem Selbstverständnis“, sagt sie. Darauf hofft Lotz bereits seit ihrem 15. Lebensjahr. Aufgewachsen in Dudenhofen, sei sie im damaligen Pfarrhaus Werle ein- und ausgegangen, erzählt sie. „Das Leben dort hat mich begeistert“, erklärt sie ihren Berufswunsch seit Jugendtagen. „Ich wollte und will möglichst viele Menschen vom Christsein begeistern.“ In Oberursel, Mainz, München und Heidelberg hat sie Theologie studiert, die Ausbildung 2001 erfolgreich abgeschlossen. Ihre Familie habe immer hinter allen Entscheidungen gestanden, sagt Lotz. Ohne diesen Rückhalt würde der Spagat zwischen Pfarrstelle in Speyer sowie Ehemann und drei Kindern im Alter von 14, 13 und elf Jahren in Dudenhofen nicht gelingen, ist sie sicher. Religionsunterricht an der Zeppelin-Grundschule gehöre zu ihren neuen Aufgaben, sagt Lotz. Mit den Schülern bereite sie derzeit ein Musical vor. Denn Musik gehört für die Pfarrerin zum Leben und zu ihrer Religion. Sie spielt Klavier, Orgel, Cello sowie Gitarre und leitet den Dudenhofener „Mosaik“-Chor. Ihn will sie auch weiterführen. „Samstags um 17 Uhr habe ich dafür Zeit“, weist sie auf ihren ansonsten randvollen Terminkalender hin. In der Gedächtniskirche will sie neue Lieder einführen, berichtet sie Pfarrerin. Moderne Gottesdienstgestaltung sei ihr ein Anliegen. „An Weihnachten entspanne ich. Ich lasse meine Kinder musizieren“, sagt die Pfarrerin lachend. Auch das traditionelle Plätzchenbacken sei für sie in diesem Jahr gestrichen. „Gut, dass meine Mutter backt“, sagt Lotz. Auch der Kauf eines Weihnachtsbaums stehe noch aus. Lotz vertraut darauf, dass bis zum Heiligen Abend einer für ihre Familie übrig bleibt. Sie sei vom Presbyterium der evangelischen Kirche in Dudenhofen in das der Gedächtniskirche gewechselt, betont Lotz, die für klare Verhältnisse einsteht. Über eine Anschaffung zum Dienstanstritt in der Gedächtniskirche ist sie froh: Per E-Fahrrad radelt sie tagtäglich bei jedem Wetter von zu Hause zur Arbeit. „Die Gedächtniskirche ist dabei immer fest im Blick.“ Ferien sind auf einer Pfarrstelle knapper bemessen als in der Schule. Lotz hat inzwischen festgestellt, dass Urlaubsreisen mit Familie jetzt besser geplant werden müssen. Auf diese Chance, Kraft zu tanken, will sie am neuen Arbeitsplatz keinesfalls verzichten. Die Befristung ihrer Stelle beschäftigt sie momentan nicht. „Was danach kommt, weiß nur der Herr“, sagt sie voller Gottvertrauen. Termin Einführung von Constanze Lotz am Sonntag, 23. Dezember, 10 Uhr, im Gottesdienst der Gedächtniskirchengemeinde.