Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Wohnprojekt: Rückschlag für „Buntspechte“

Derzeit brachliegend: früherer Sportplatz der Normand-Kaserne.
Derzeit brachliegend: früherer Sportplatz der Normand-Kaserne.

Es sieht nicht so gut aus für das seit Jahren ins Auge gefasste gemeinschaftliche Wohnprojekt auf dem Normand-Gelände im Speyerer Süden. Dort ist die Bauland-Erschließung auf dem früheren Sportplatz und Versickerungsbecken geplant. Sie könnte aber ziemlich teuer werden – für die Initiative zu teuer.

Die Privatinitiative „Zukunftsquartier Buntspecht“ hat ihr Interesse an der Fläche oder einem Teil davon bei der Stadt schon lange hinterlegt. Zuletzt wurden Erschließungsmöglichkeiten und -kosten geprüft, und es war länger nichts zu hören. Die Kooperation von CDU, Grünen und SWG im Stadtrat kritisierte deshalb die „schleppende Entwicklung“ und fragte am Dienstag im Bauausschuss nach.

Die Antworten des städtischen Fachbereichsleiters Robin Nolasco interpretierte CDU-Fraktionsvorsitzender Axel Wilke als frustrierend für die Initiative. Nolasco hatte von umfassenden Prüfungen berichtet, wie die tiefer liegende Fläche aufgefüllt werden könnte, um sie bebauen zu können. Dafür soll nach Möglichkeit Material von der Deponie in der Schifferstadter Straße verwendet werden, zu dessen Beseitigung die Stadt schon länger verpflichtet ist. Es würden nun Fachbüros eingeschaltet, die dessen wirtschaftliche Nutzung prüfen sollten. Der Auftrag dafür solle im zweiten Quartal vergeben werden. Spätestens Anfang 2022 sollten dann auch die Ergebnisse einer städtebaulichen Strukturuntersuchung vorliegen.

Privatinvestoren als Zielgruppe

Die Stadt wolle sich in der Folge „marktkonform bewegen“, Fördermittel einwerben und für günstiges Wohnen in jedem Fall auch stadtnahe Wohnungsbaugesellschaften beteiligen, erklärte Nolasco. Dass er die zumindest teilweise Abgabe an private Investoren nicht ausschloss, wertete Wilke als Rückschlag für die Bemühungen der Initiative, die es im Werben um die Fläche auf dem freien Markt wohl schwer hätte. „Wie wollen Sie diesen Leuten eine Perspektive bieten, nachdem schon sechs Jahre ins Land gegangen sind“, fragte er.

Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) erwiderte, dass die Stadt von Anfang an auf die Schwierigkeiten bei der Erschließung hingewiesen habe und jetzt mit der Initiative über Baumöglichkeiten auf anderen Grundstücken spreche. Laut Nolasco wurden „Buntspecht“ schon konkrete Flächen vorgeschlagen. Die Rückmeldung dazu stehe noch aus, aber er sei „in hoffnungsvoller Erwartung“, so Nolasco. Die Initiative hatte vor Jahren schon einmal eine Fläche neben dem Haus Pannonia in Speyer-West vorgeschlagen bekommen, diese aber abgelehnt und sich selbst für das aus ihrer Sicht besser gelegene Normand-Gelände ins Gespräch gebracht.

Prüfung läuft

„Buntspecht“-Sprecher Peter Bauer berichtete auf Anfrage, dass die Initiative erst am Montag drei Alternativen vorgeschlagen bekommen habe. Sie werde diese nun genau prüfen. Nach erstem Eindruck seien sie aber nicht geeignet; teilweise seien sie zu klein.

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