Speyer Wochenchronik:
„Die Bahn macht mobil“ und „Die Bahn kommt“ – herrlich, diese Werbeslogans. Man muss sich immer wieder die Lachtränen aus den Augen wischen, wenn man sie liest. Und wenn man die Hintergründe dazu kennt. Die Slogans stammen alle von der Deutschen Bahn. Die macht ihrem Image alle Ehre: Entweder sie kommt, aber mit Verspätung, oder sie kommt gar nicht. Das gilt für die Züge und fürs Verwaltungspersonal. Besonders im Hinblick auf Speyer. Vergangene Woche berichteten wir über das erfolglose In-Gang-Bringen des Aufzugs im Hauptbahnhof. Er funktionierte kurz, ist jetzt aber wieder außer Betrieb. Auf RHEINPFALZ-Anfrage kam von der Pressestelle des Unternehmens diese Woche nichts. Vielleicht ist den Bahn-Mitarbeitern in Frankfurt kein Licht aufgegangen. Die müssten mal nach Speyer kommen. Dann hätten sie die Erleuchtung. Denn zum nicht funktionierenden Aufzug kommt jetzt auch noch seit 22. September Dauerbeleuchtung hinzu. Tag und Nacht. Das ist nett von der Bahn, dann haben die Leute, die die Gehbehinderten die Treppen hoch und runter tragen, wenigstens trittsicheres Geleit. Aber im Ernst: Das Verhalten der Bahn ist untragbar. Wie sagt der Mainzer Kabarettist Sven Hieronymus immer: „Weine kennt isch, weine ...“ Pleiten, Pech und Pannen – da gab’s doch was von ... Nicht vom Pharmakonzern, sondern von der ARD. Eine Sendung zum Lachen. Die Älteren erinnern sich. Pech und Pannen hatte auch der Landesbeauftragte für Integration und Migration, Miguel Vicente, als er sich Mittwoch in Mainz auf den Weg machte nach Speyer. Erst fiel krankheitsbedingt sein Fahrer aus. Also fuhr er selbst. Dann geriet er in eine Umleitung wegen eines Unfalls, was ihn und seine Mitarbeiterin in Zeitnöte brachte. Um 14.30 Uhr sollte er in der Stadt sein. Um 14.10 Uhr setzte er den ersten Notruf bei den Organisatoren des Treffens zwischen ihm und der städtischen Fachstelle für Asyl ab, dass es später werden könnte. Doch wie heißt es so schön: Erst hatte er kein Glück und dann kam auch noch Pech hinzu. Vicente rief um 14.45 Uhr wieder an. Sein Auto sei kaputt. Er könne nur noch 60 Kilometer pro Stunde fahren und dürfe es auch nicht mehr ausmachen. Um 15.40 Uhr landete der Pechvogel mit seiner Mitarbeiterin in Speyer. Die Mitarbeiterin sagte fieberhaft nachfolgende Termine ab. Vicente widmete sich derweil den Speyerer Problemen, die er versprach mit in die Landeshauptstadt zu nehmen. Allerdings, wie er ankündigte, mit der Bahn. Das Auto war ja nicht mehr zu bewegen. Apropos Autos. Im Sommer kündigten Eva Neskudla, zuständig für die Messen, und Heidi Jester, zuständig für den Verkehr, eine abgefahrene Idee an: Autoskooter-Ball-Turnier auf der Herbstmesse. Über die Funktionstüchtigkeit müssen sich die Teilnehmer keine Gedanken machen: Die Autoskooter werden gestellt. Auch über die Organisation müssen sie sich nicht den Kopf zerbrechen. Neskudla und Jester kommen. Wirklich. Dauerbeleuchtung gibt es auch, damit man den Medizinball sieht und trifft. Fehlen nur noch sechs Teams, die mitkicken wollen. Die Stadt macht mobil bei Arbeit, Sport und Spiel. Wieder so ein abgewandelter Spruch. Die Älteren erinnern sich. Jedenfalls, wer mindestens 14 Jahre jung ist und ein Team aus mindestens vier Mitgliedern auf die Beine stellt, ist herzlich willkommen. Die zehn Teams gehen am Dienstag, 25. Oktober, 14 Uhr, mit vier Autoskootern an den Start. Gespielt wird in zwei Gruppen zu je fünf Teams über fünf Minuten. Die Teilnahme kostet nichts außer vier Stunden Lebenszeit. Anmeldungen sind noch möglich per E-Mail an strassenverkehr@stadt-speyer.de. Wer noch Fragen hat, kann sich an Neskudla unter Telefon 06232 142731 oder Jester unter 142748 wenden. Die sind serviceorientiert. Nach der Wahl ist vor der Wahl. Politikerweisheit. Nicht nur die Älteren erinnern sich. Und: Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ... der Flughafen Hahn mal wieder her. Der passt wirklich immer, wenn man die amtierende rheinland-pfälzische Landesregierung kritisieren möchte. Das hat auch der CDU-Landtagsabgeordnete Reinhard Oelbermann genutzt. In der Versammlung des CDU-Ortsverbands Speyer-Nord hat er die Zustände an der Zeppelinschule kritisiert. Die Sekretärin musste aufstocken, weil der Schulleiter ausfällt, sie mehr Verwaltungssachen abarbeiten muss, sie von der Stadt dafür bezahlt. Besonders ärgerlich sei die fehlende Vertretung in der Schulleitung in Anbetracht der Tatsache, dass die Kosten für den defizitären Flughafen Hahn jeden Monat 1,5 Millionen Euro Kosten verschlinge, hat Oelbermann in der Versammlung gesagt. Dieses Geld fehle schmerzlich im Landeshaushalt für die wichtigen Aufgaben. Ein Gassenhauer ... Ein unterhaltsames und erholsames Wochenende wünscht | Rebecca Ditt